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Theater

05.12.2017

Drei Frauen lassen es ordentlich krachen

Ein turbulentes Tohuwabohu mit viel Frauenpower präsentierten (von links) Judith Hoersch, Marion Kracht und Lene Wink in Neusäß.
Bild: Thomas Hack

Die Komödie „Hundewetter“ beschert einen unterhaltsamen Abend in Neusäß

Eine skurrile Schicksalsgemeinschaft, die durch das deutsche Wetter unfreiwillig in der Abstellkammer einer Berliner Kneipe zusammenfindet – auf diesen einfachen, aber verhängnisvollen Nenner lässt sich die turbulente Boulevardkomödie „Hundewetter“ von Brigitte Buc wohl am besten bringen, die in der Neusässer Stadthalle für Lacher gesorgt hatte. Dass die Vorstellung bestens besucht war, war nicht zuletzt der hochkarätigen Besetzung seitens des Theaters am Kurfürstendamm geschuldet – allen voran TV-Schauspielerin Marion Kracht, die viele Zuschauer wohl noch aus „Diese Drombuschs“ oder „Das Traumschiff“ kennen dürften.

Doch ihr standen mit Judith Hoersch und Lene Wink kaum weniger populäre Größen der deutschen Film- und Theaterlandschaft zur Seite. Was dieses Trio mit Frauenpower auf die Bühne zauberte, entpuppte sich rasch als Achterbahnfahrt voller aberwitziger Situationskomik und überzogener Selbstironie des weiblichen Geschlechts. Die schlichte Hintergrundgeschichte: Drei Damen flüchten sich vor einem Gewittersturm in ein Café, um sich einfach nur kurz unterzustellen – eine nervige Geschäftsfrau mit Burn-out-Syndrom, eine liebeshungrige Dessousverkäuferin und eine arbeitslose Tablettensüchtige.

Doch aus kurz wurde lang und was als nettes Zufallstreffen seinen beschaulichen Anfang nimmt, entwickelt sich zu einer endlosen Nacht voller herzerfrischender Streitigkeiten, brachialem Alkoholkonsum und anarchistischer Slapstick-Komik. Immer tiefer reißen sich die Figuren gegenseitig in einen Strudel aus philosophischen Lebensweisheiten und verbalen Bissigkeiten, wie man sie noch gut von den alten Screwball-Komödien der 80er-Jahre kennt. Ob wohl der völlig entnervte Kellner (Daniel Morgenroth) dem feministischen Tollhaus ein Ende setzen kann?

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Stimmig zum Inhalt wurde das Bühnenbild gestaltet, das das zerrüttete Seelenleben der Protagonistinnen widerspiegelte – ein chaotisches Durcheinander an Klapptischen, Stühlen und nicht näher definierbarem Gerümpel zwischen verstaubten Weinregalen. Der spaßige Dreiakter bezog seine Energie jedoch nicht aus den schrillen Wortgefechten oder der Geschichte, die ohnehin von einer spielerischen Sinnfreiheit gezeichnet war, sondern vielmehr aus der Darstellungskunst der Schauspielerinnen.

Alles in allem zeigte sich hier ein unaufhaltsames Possenspiel der Kontraste: weibliche Intuitionen gegen knallharte Fakten, das Auf und Ab des Alltagslebens gegen die betäubende Beständigkeit der schöngefärbten Illusionen. Insgesamt bot sich eine Persiflage auf beiderlei Geschlechter, eine lautstarke Three-Woman-Show und eine Art Entwicklungsgeschichte im Zeitraffer,.

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