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Stadtbergen

24.09.2019

Ein goldenes U-Boot erhält den Stadtberger Kunstpreis

Mit seiner Skupltur „Apple Tree Submarine“ hat Oh Seok Kwon den Stadtberger Kunstpreis 2019 gewonnen.
Bild: Thomas Hack

Stadtbergen legt den Grundstein für einen Skulpturenweg. Jetzt sind aber erst einmal die Bürger gefragt, denn auch sie haben eine Stimme für den Publikumspreis.

Wer gerade am Wiesengelände der Stadtberger Sporthalle spazieren geht, wird sich vielleicht etwas wundern, was sich hier mittlerweile alles zusammenfindet: Abstrakt verdrehte Torbögen, weiß erstrahlende Porträtbüsten, der metallene Guss eines zänkischen Ehepaares – und mittendrin ein goldenes kleines U-Boot in einem verwinkelten Astgeflecht, welches unwillkürlich an „Yellow Submarine“ von den Beatles denken lässt.

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Der Grund für dieses bunte Sammelsurium an räumlichen Installationen: Stadtbergen hatte zum dritten mal den Kunstpreis der Stadt ausgeschrieben und in einer Open-Air-Vernissage nun die besten der eingereichten Werke prämiert, welche seither das Freigelände an der Sporthalle schmücken. 17 Skulpturen standen zur Entscheidung, sieben schafften es in die Endauswahl, eine davon wurde schließlich als Sieger erkoren: Das „Apple Tree Submarine“ des Künstlers Oh Seok Kwon, welches golden in der untergehenden Sonne erstrahlt und sich scheinbar hilflos in den Fängen einer gewaltigen Unterwasserpflanze verfangen hat.

Kulturpfad soll sich den August-Abenstein-Weg entlangziehen

Bürgermeister Paulus Metz erklärte in seiner Begrüßungsrede die Hintergründe des Wettbewerbs: „Unser Ziel ist es, einen ganzen Kulturpfad zu errichten, der sich den August-Abenstein-Weg entlangziehen wird. Der Anfang ist gemacht! Denn die Attraktivität einer Stadt hängt davon ab, wie sie ihr Kulturleben pflegt.“ Auch Thomas Fendt von der Augusta-Bank, dem finanziellen Förderer des Wettbewerbs, zeigte sich begeistert von der hohen Qualität der eingereichten Exponate und war insbesondere vom Ablauf der Kunstpreis-Entscheidung im Hintergrund angetan: „Es war spannend zu beobachten, wie es in einer solchen Jury abläuft.“

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Die Laudatio auf den Gewinner hielt schließlich Thomas Elsen, Leiter des Zentrums für Gegenwartskunst im Glaspalast. Nach einem kurzen Abriss über den allgemeinen Gestaltungswandel in der Skulpturenkunst würdigte er im speziellen die U-Boot-Installation von Oh Seok Kwon, hob aber gleichzeitig auch die Hochwertigkeit aller anderen ausgestellten Objekte hervor, die er teilweise sogar mit den Werken weltberühmter Skulpturenkünstler verglich.

Über den Publikumspreis kann nun die Öffentlichkeit entscheiden

Da der Künstler Kwon an diesem Abend verhindert war, nahm den mit 5000 Euro dotierten Preis stellvertretend seine Lebensgefährtin entgegen. Der zweite Preis ging schließlich an Richard Gruber für seinen Doppelguss „Müllers Kuh“, während über den Publikumspreis von nun an die Öffentlichkeit entscheiden kann, wofür am Sportgelände ein Briefkasten mit Stimmzetteln und ein Orientierungsplan durch den Skulpturenpark eingerichtet wurde.

Musikalisch stilvoll umrahmt wurde die Freiluft-Vernissage von Sängerin Alexandrina Simeon, die mit einvernehmender Stimme einen schwelgenden Ausflug in die Welt der unvergessenen Jazz- und Blueslegenden unternahm.

Am Ende des Abends blieb wohl nur noch eine Frage offen: Muss man nun ein echter Kenner sein, um das wahre Wesen der ausgestellten Skulpturen zu verstehen? Bürgermeister Metz liefert gleich selbst die Antwort mit: „Diese Skulpturen sind in Form gebrachte Gefühle. Und für Gefühle braucht man keine Kunstexperten. Erforschen Sie einfach Ihre Gefühle!“

  • Abstimmung Die Skulpturenausstellung des Stadtberger Kunstpreises ist noch bis zum 2. November auf der Grünanlage der Sporthalle zu sehen. Dort können Bürger auch über ihr ganz persönliches Lieblingsexponat abstimmen, wobei dieser Publikumspreis mit 1000 Euro für den Künstler dotiert ist.
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