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Biburg

18.11.2019

Es kracht und scheppert in Biburg

Bastler Matthias erklärt seinen Mitbewohnern eine seiner erfolglosen Erfindungen: (von links) Jessica Schlegel, Martin Maisch, Andreas Nussbaum. 
Foto: Inge Christopher

Heuer konnten wieder genug männliche Schauspieler gefunden werden. Wie der Theaterverein mit einem Dreiakter und einem Lügenlabyrinth das Publikum begeistert.

Nach einem Jahr Pause ist in Biburg wieder Theaterzeit: Wie die Vorsitzende des Theatervereins Evelyn Wetzel erläuterte, bestand im letzten Jahr ein akuter Mangel an männlichen Darstellern, der mit zwei Gastdarstellern bzw. Neuzugängen kompensiert werden konnte. Diesbezüglich erging auch gleich eine Einladung insbesondere an männliche Zuschauer, sich dem Ensemble anzuschließen.

Im Saal des Gasthauses zum Hirsch war das Premierenfieber deutlich zu spüren. Die Proben für die Komödie „Gute Lügen leben länger“ von Bernd Gombold liefen bereits seit September, und nun waren alle Beteiligten gespannt auf die erste Vorstellung vor Publikum.

Die Geschäfte laufen sehr schlecht

Der Dreiakter spielt in einem mit Auto-Ersatzteilen vollgestellten Esszimmer, das direkt neben der Autowerkstatt des Ehepaars Manfred und Monika Müller liegt. Die Geschäfte laufen sehr schlecht, und die Mahnungen von den Lieferanten, der Bank und der Gemeindeverwaltung drücken auf die Stimmung. Dazu knallt und scheppert es, wenn der im Haus lebende Mieter Matthias (Martin Maisch) wieder eine seiner seltsamen Erfindungen in die Luft jagt. Ein von ihm erfundener Stuhl, dessen Sitzfläche je nach Reparaturzustand heizt, kühlt oder Stromschläge austeilt, erheitert das Publikum, da die darauf Sitzenden immer wieder in Bedrängnis geraten.

Ein weiterer Mitbewohner ist der polnische Arbeiter Kasimir (Andreas Nussbaum), der seinem Chef unbedingt helfen will. Als Schicksalsbotin mit unangenehmen Einschreibebriefen schneit immer wieder die junge naive Postbotin Paula (Katharina Schneider) herein, die unsterblich in Kasimir verliebt ist. Schließlich eskaliert die Lage: der korrupte Bankdirektor Profitlich (Lenz Dieminger) verweigert einen Kredit zur Vergrößerung der Werkstatt, die gestrenge Bürgermeisterin (Martina Gistel) will das angrenzende Grundstück nicht verkaufen und dann macht der Beamte Heinrich Haargenau (Ewald Wetzel) Jagd auf den Schwarzarbeiter Kasimir.

Autoabgase wieder in Treibstoff verwandeln

Der redliche Automechaniker Müller (Heinz Graf) will schon aufgeben, doch seine Ehefrau Monika (Jessica Schlegel) denkt nicht daran. Obwohl sie behauptet „Wir betrügen und lügen nicht!“ wird gelogen, dass sich die Balken biegen. Den Höhepunkt bildet ein umgebauter Staubsauger, der angeblich Autoabgase wieder in Treibstoff verwandeln kann und zum Welterfolg werden soll. Als auch noch zwei Tanten Kasimirs (Gerlinde Birner, Claudia Richter) auftauchen, ist die Verwirrung perfekt und man fragt sich, wie die Müllers wieder ungeschoren aus diesem Lügenlabyrinth herauskommen wollen.

Die Darsteller unter der Regie von Claudia Richter und Gerlinde Birner hatten sichtlich Spaß an ihren Rollen und erhielten immer wieder Szenenapplaus. Jessica Schlegel als gewiefte Chefin und Andreas Nussbaum als pfiffiger Kasimir wirbelten nur so über die Bühne, während Heinz Graf den braven Handwerker alter Schule gab. Amüsant auch Martin Maisch mit seinen missratenen Erfindungen und Lenz Dieminger, wenn er sich beispielsweise auf dem mysteriösen Stuhl wand. Für großes Vergnügen sorgte auch Ewald Wetzel, als er als alkoholisierter Schwarzarbeiterjäger seine eigenen Verfehlungen gestand. Das Publikum war begeistert von der gelungenen Premiere und spendete reichlich Applaus.

Termine: Samstag, 23.11., 20 Uhr, Sonntag, 24.11., 16 Uhr, Freitag, 29.11., 20 Uhr, Samstag, 30.11., 20 Uhr. Einlass eine Stunde früher. Ort: Gasthaus zum Hirsch, Rommelsrieder Straße 7, Biburg. Eintritt: 6 Euro. Vorverkauf: Irmgard Graf, Telefon 0821/488713.

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