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Fischach

11.05.2019

Fischach richtet eine Kindergarten-Notgruppe ein

Fischach hat Raumbedarf für weitere Betreuungsplätzen. Beim Kindergarten St. Vitus soll dafür der Dachraum umgebaut werden.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Im Dachraum von St. Vitus in Willmatshofen soll Platz für weitere 23 Kinder geschaffen werden. Der Umbau müsste allerdings in zehn Wochen fertig sein.

Wie viele andere Kommunen im Landkreis steht auch Fischach vor dem Problem, dass die Betreuungsplätze für das kommende Kindergartenjahr nicht mehr ausreichen. Der Gemeinderat hat sich jetzt entschieden, zunächst eine Notgruppe einzurichten und für sie Raum zu schaffen. Dafür wird heuer ein Betrag in Höhe von 121000 Euro in den Haushalt eingestellt. Unabhängig davon ist die Gemeinde bereits in Planung und Grundstücksverhandlungen für den Bau eines neuen Kindergartens.

Aktuell werden in Fischach mit St. Vitus in Willmatshofen, St. Michael und Wohlfühlhaus Westliche Wälder drei Kindergärten beziehungsweise Kindertagesstätten betrieben. Sie verfügen über insgesamt 184 Kindergarten- und 60 Krippenplätze. Für das Kindergartenjahr 2019/2020 ergibt sich jedoch ein zusätzlicher Bedarf für weitere 23 Kinder. Grund sei neben erheblich gestiegenen Geburtenzahl und dem zu verzeichnenden Zuzug auch die vom Freistaat geplante Einführung des sogenannten Einschulungskorridors, erläuterte Bürgermeister Peter Ziegelmeier.

Wald- und Erlebnistage gegen die Enge

Als Standort für diese „Notgruppe“ schlug die Leiterin des Kindergartens St. Michael, Simone Schörgendorfer, vor, den Turnraum der eigenen Einrichtung vorübergehend zu nutzen. Die dadurch entstehende beengte Raumsituation sollte ihrem Vorschlag nach mit Wald- oder Erlebnistage begegnet werden. Der Turnunterricht mit den Kindern könnte vormittags in der Staudenlandhalle stattfinden. Der dafür anfallende Kostenaufwand für zusätzliches Mobiliar wurde mit knapp 12.000 Euro berechnet. Alternativ ergaben die umfangreichen Besprechungen im Kindergartenausschuss sowie mit den Trägern und Leiterinnen der Betreuungseinrichtungen, die Notgruppe im Dachraum des Kindergartens St. Vitus einzurichten. Dort befindet sich derzeit ein noch als Spielfläche genutzter Raum mit 70 Quadratmetern.

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Für die Umgestaltung würden das Einziehen von Wänden sowie der Einbau von Toiletten und Dachfenster notwendig, informierte Marktbaumeister Roland Bröll. Er schätzte die Umbaukosten auf rund 70.000 Euro. Das Projekt müsste allerdings in rund zehn Wochen fertiggestellt werden.

Die vorhandene Infrastruktur nutzen

Darüber hinaus brachte die Elternbeiratsvorsitzende des St.-Michael-Kindergartens eine weitere Variante ins Spiel. Sie schlug die Aufstellung von Containern vor. Dieser Alternative stehe jedoch die Problematik des Standorts entgegen sowie die Überlegung, dass bei der Unterbringung einer Notgruppe im vorhandenen Kindergarten die dort bereits vorhandene Infrastruktur genutzt werden könne, so der Bürgermeister.

Zu den ersten beiden Varianten äußerte sich auch die zuständige Sachbearbeiterin der Pädagogischen Jugendhilfe beim Landratsamt Augsburg, Petra Hetzner. In einem Schreiben teilte sie mit, dass beim Kindergarten St. Michael schon jetzt die Sanitäranlagen für die Anzahl der Kinder nicht mehr ausreichend seien. Beim Kindergarten St. Vitus könne dagegen nach Umbaumaßnahmen und baurechtlicher Genehmigung eine weitere Kinderbetreuung als Übergangslösung für zwei Jahren zugestimmt werden.

Ein ambitioniertes Vorhaben

Zweiter Bürgermeister Michael Menner bedauerte diesen Bescheid. St. Michael wäre die kostengünstigste Lösung gewesen, meinte er. Gemeinderat Josef Abold machte auf die seiner Meinung nach engen Treppen in St. Vitus aufmerksam, und fragte, ob dies mit dem Brandschutz kompatibel sei. Ines Penzhorn plädierte für den Umbau in der Willmatshofer Einrichtung und gleichzeitig für eine rasche Neubauplanung. Ziegelmeier nannte die zehnwöchige Umbaumaßnahme ein ambitioniertes Vorhaben. Doch das müsse zu schaffen sein.

Er schlug deshalb vor, sich für die Umgestaltung der Betreuungsstätte St. Vitus auszusprechen, falls das Landratsamt verbindlich bei seiner Zusage für die zweijährige Übergangslösung bleibe. Wenn nicht, müsse eine neue Entscheidung getroffen werden. Dem stimmte der Marktgemeinderat zu.

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