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Projekt

24.03.2015

Glück und Mut in Kinderaugen

Niklas hält den Ball in der Hand und muss etwas zum Thema Mut sagen. Nicht nur bei ihm kommt das Projekt „Kinder philosophieren im Kindergarten“ gut an. Auch die anderen Vorschulkinder beteiligen sich an der Diskussion.
Bild: Florian Rußler

Was kleine Philosophen in einem Kindergarten lernen

Zehn kleine Buben und Mädchen bilden einen engen Kreis. In der Mitte steht ein weiteres Kind. Es darf sich nach allen Seiten fallen lassen – und wird von den Mitspielern aufgefangen. Ja, es muss wirklich mutig sein, wenn es sich in den Reihen der „Wackelzähne“ – so werden die Vorschulkinder in der katholischen Kindertagesstätte St. Gallus in Steppach genannt – einfach fallen lässt.

Mut ist denn auch das Thema der philosophischen Runde, zu der sich die Buben und Mädchen aus verschiedenen Gruppen mit Erzieherin Maria Kalik im Turnraum versammelt haben.

„Kinder philosophieren“ heißt ein Projekt, das seit drei Jahren im Steppacher Kindergarten angeboten wird – und an diesem Tag ist der Abschluss der dritten Runde über Mut. Doch vor diesem „Mut-Spiel“ stand das Einstiegsritual, der gemeinsam gesungene Philosophie-Rap über die Gedanken, die hin und her gehen: „Ich sag es dir, du sagst es mir, zusammen philosophieren wir!“

Persönlichkeit und Werteentwicklung des Kindes sollen beim Diskutieren um elementare philosophische Themen aus der Erlebniswelt des Kindes gefördert werden: Die Kinder lernen kreatives Denken, eigenständige Urteilsbildung und Offenheit gegenüber Andersdenkenden. Das Ziel ist es, soziale Kompetenz zu erwerben

Zu jedem philosophischen Thema plant Maria Kalik drei Treffen, die jeweils 45 Minuten dauern. Die „Herzensrunde“ bildet den Schluss einer jeden „Sitzung“: Die Kinder reichen sich eine Klangkugel weiter und sagen, was ihnen gerade am Herzen liegt.

Maria Kalik ist überzeugt vom Nutzen der philosophischen Auseinandersetzung der Kinder mit den Themen: „Die Haltung der Kinder ändert sich“, hat die langjährige Erzieherin festgestellt. Sie erhalten eine andere Sichtweise, Empathie entwickelt sich, können sich in den Gesprächspartner hineinversetzen. Und Glück zum Beispiel kann, mit Kinderaugen betrachtet, auch ganz einfach sein: „Glück ist, wenn ich rausgehe und mit Mama einen tollen Tag habe.“

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