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Zusmarshausen

20.06.2019

Grüß Gott aus Holz oder Metall?

"Grüß Gott in Thierhaupten": Auf der Ortstafel aus Metall ist das Wappen der Marktgemeinde mit Hirschkuh und eine Klosteransicht zu sehen. 
Bild: Claus Braun

In Zusmarshausen wird darüber gestritten, wie die Begrüßungstafeln aussehen sollen. Zu einer Einigung kommt es nicht.

 Wie soll der Willkommensgruß der Marktgemeinde aussehen? Und vor allem: Welches Material ist dafür geeignet? Darüber entbrannte im Zusmarshauser Ausschuss für Kultur, Generationen und Vereine eine heftige Debatte.

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So dauerte es nach dem von Kollegen gelobten Einführungsvortrag von Ratsmitglied Guido Clemens nicht lange, bis die recht unterschiedlichen Standpunkte bei der Sitzung unter der Leitung von Bürgermeister Bernhard Uhl hervortraten.

„In einem Ort inmitten des waldreichen Naturparks muss natürliches Material her“, zürnte der für seine Holz-Affinität bekannte Thomas Günther, der das Argument der Metall-Befürworter nicht gelten lassen wollte, es sei wetterempfindlicher. „Das hat ein halbes Jahrhundert gehalten“, betonte das Ratsmitglied in Richtung Hubert Kraus.

Grüß Gott aus Holz oder Metall?

Er stand damit nicht allein da: Mehrere Kollegen wie Karl Fischer und Harry Juraschek unterstrichen die Nachhaltigkeit dieses Stoffes. Letzterer betonte die Bedeutung „dieser Visitenkarte unserer Gemeinde“, die schon deshalb keinesfalls aus Aluminium bestehen dürfe. Wohl um einen „Schildbürgerstreich“ zu verhindern, brachte sich Zweiter Bürgermeister Robert Steppich mit einem salomonischen Vorschlag ein, mit zwei Vorlagen – einmal mit Holz, einmal mit Materialalternativen – in die nächsten Beratungen zu gehen. Worauf sich die Runde dann auch einigen und wieder beruhigen konnte.

Zuvor hatte ein mutiger Einwurf von Elke Schwarz zunächst zum Gegenteil geführt. „Hand hoch am Sitzungstisch, wer es überhaupt bemerkt hat, dass die alten Begrüßungsschilder schon einige Zeit nicht mehr dastehen?“ Die „Abstimmung“ darüber blieb aus. Doch Schwarz, mit der einzigen Gegenstimme, blieb felsenfest bei ihrer Überzeugung: „Es gibt Wichtigeres, womit sich unser Ort hervortun kann.“

Zum Beispiel mit dem über 1500 Mitglieder starken TSV Zusmarshausen und seinen mehr als ein Dutzend Abteilungen. Von dessen Aktivitäten war Robert Steppich „tief beeindruckt“, und Harry Juraschek erwähnte die „besonderen sozialen und gesellschaftlichen Leistungen“. Der Grund für solch gute Noten: Die Übernahme einer Bürgschaft für die aufwendige Umrüstung der Flutlichtanlage des Vereins, dem bereits im Frühjahr ein Zuschuss in Höhe von 43 000 Euro gewährt worden war. Juraschek zog die laut Geschäftsleiter Walter Stöckle seit dem Jahr 2003 geübte Praxis jetzt in Zweifel. „Ich gönne dem TSV jeden Cent, aber was ist, wenn sie fällig wird?“, warnte er und wollte einen Verstoß gegen die beschlossenen Förderrichtlinien erkennen. Der Beschluss, dass die Gemeinde die Verantwortung für ihren wichtigsten Verein übernimmt, war dann einstimmig.

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