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Interview

26.02.2015

Grüß Gott mit dem Ellenbogen

Wolfgang Pentz kontrolliert den Chlorgehalt im Wasser.
Bild: Samml. Pentz

Am Freitag kehrt Wolfgang Pentz von seinem Einsatz im Ebola-Gebiet an der afrikanischen Westküste zurück

Am Freitag geht es wieder in Richtung Heimat: Fünf Wochen lang arbeitete Wolfgang Pentz (53) als Freiwilliger in Liberia. Das Land an der afrikanischen Westküste ist von der Ebola-Epidemie gezeichnet. Tausende Menschen sind dort am Virus gestorben. Der Dinkelscherber ist Helfer der „Trinkwasseraufbereitung Bayern“, einer Gruppe von Spezialisten des Bayerischen Roten Kreuzes. Er produziert Trinkwasser und Desinfektionslösung für eine sogenannte Sittu (Servere Infections Temporary Treatment Unit). Das ist eine Spezialeinrichtung, die das DRK betreibt.

Wie geht es Ihnen?

Gut. Am Freitag geht es nach fünf Wochen in Liberia wieder zurück nach Deutschland.

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Sie müssen aber zuerst einen kleinen Umweg einlegen.

Für drei Wochen muss ich auf die Insel Usedom, um dort meine Karenzzeit zu verbringen.

Freuen Sie sich auf die Rückkehr?

Ich verlasse das Land mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Wir haben hier sehr viel bewegt. Ich war für die Wasserversorgung zuständig und habe am Aufbau einer Einrichtung mitgeholfen, in der Patienten erst einmal auf Ebola untersucht werden. Fällt das Ergebnis negativ aus, dann wird auf andere Krankheiten untersucht, und die Menschen können dann in ein untergeordnetes Krankenhaus verlegt werden. Dort wurden sie bislang ja nicht versorgt, weil jeder Angst vor Ebola hat.

Und Sie? Haben Sie Angst vor Ebola?

Das ist eine gute Frage. Ich habe keine Angst. Aber sehr großen Respekt. Wir wurden vor unserem Einsatz sehr ausführlich ausgebildet. Ich fühle mich insgesamt sicher. Außerdem wäscht sich jeder über hundert Mal am Tag die Hände. Hier herrscht überall die „No touch policy“. Das heißt: Keinen direkten Körperkontakt wie beispielsweise Umarmungen.

Auch keinen Handschlag?

Niemand gibt sich hier die Hand. Wir begrüßen uns, indem wir die Ellenbogen aneinanderklopfen.

Wenn Sie nach Hause kommen, erwartet Sie die Grippewelle.

Das macht mir keine Sorgen, ich habe einen gesunden Organismus. In den vergangenen zehn Jahren hatte ich auch keine Grippe. Schwierig wäre es allerdings, wenn ich tatsächlich krank würde und Fieber bekomme. Dann wäre zunächst nicht klar, ob es von einer Grippe oder Ebola käme. Für Ebola müssten dann aber noch andere Symptome kommen.

Worauf freuen Sie sich in Deutschland am meisten?

Natürlich auf meine Frau und meine Kinder. Und natürlich meine Freunde. Einige bleiben noch in Liberia. Man muss sagen: Das Miteinander zwischen den Freiwilligen und den Kollegen hier war einzigartig. So etwas habe ich noch nicht erlebt.

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