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Bonstetten

06.01.2018

Hans Fladerer und seine riesige Krippe

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2 Bilder
Hans Fladerer hat sich in den vergangenen Jahren eine riesige Krippe gebaut. Alle Gebäude und Figuren hat er selbst entworfen.
Bild: Ursula Puschak

Hans Fladerer hat in den vergangenen Jahren eine riesige Krippe geschnitzt. Alle Gebäude und alle Figuren hat er selbst entworfen. Und für die Urenkel gibt es eine Leiter.

Vor 20 Jahren wurde der Bonstetter Hans Fladerer pensioniert. Das war der Startschuss für seine zweite Leidenschaft nach der Musik, dem Schnitzen. In jungen Jahren hatte der heute 83-Jährige neben seinem Beruf 25 Jahre lang zusammen mit Josef Domberger und Georg Mayer mit einer Tanzkapelle auf Hochzeiten aufgespielt, Hausbälle und Silvesterbälle musikalisch gestaltet. Das ist in Bonstetten alles wohl bekannt. Doch Hans Fladerer – ein begeisterter Schnitzer?

Nun, ganz so überraschend kommt diese Begeisterung wohl nicht. Seit Generationen ist das Schnitzen in der Familie Fladerer zuhause. Sie kommt aus dem Erzgebirge. Doch es waren an die 20 Schafe, die ein Großonkel von Hans Fladerer 1907 geschnitzt und später nach Bonstetten geschickt hatte. Dort fristeten sie zunächst auf dem Dachboden ein Schattendasein, schließlich waren sie für die Krippe der Fladerers zu groß. Was tun? Nun, Hans Fladerer schnitzte eine neue, große Krippe. Natürlich nicht alles auf einmal. Nach der Pensionierung beschaffte sich Fladerer in Welden das weiche, zum Schnitzen bestens geeignete Lindenholz, in den umliegenden Wäldern wurden alte Wurzelstöcke gesammelt, im Herbst frisches Moos.

Natürlich wurde „klein“ angefangen: 1998 entstanden Maria und Josef, das Kindle, Ochs und Esel, ein „Anbeter“ und zwei Hirten. Diese „Urkrippe“ fand noch einmal Platz im Wohnzimmer, doch bereits im folgenden Jahr bot der Eingang mehr Raum für die ständig wachsende Ausstellung. „Hier kann ich sie auch so lange stehen lassen, wie ich will.“ Die Leiter hilft den fünf Enkeln und drei Urenkeln, einen Blick auf Opas neuestes Werk zu werfen. Ganz links die Verkündigung, liebevoll gestaltet mit dem Weg durch die Schlucht zum See Genezareth.

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Doch auch Bethlehem hat der Schnitzer perfekt nachgebaut. Die Krippenstadt wurde nach Vorlagen in historischen Büchern geschnitzt. „Besonders stolz bin ich auf die Originalkirche von Bethlehem“, sagt Fladerer. „Alle Gebäude, aber auch alle Figuren habe ich selbst entworfen. Natürlich könnte man auch Rohlinge kaufen, aber das wären ja nicht meine.“ Die Figuren werden nach dem Schnitzen gefasst, das heißt, sie werden mit weißer Leimfarbe grundiert, dann mit biologischen Dispersionsfarben bunt bemalt und bekommen abschließend mit wasserlöslichem Lack ihr Finish. Und sogar das Atlasgebilrge wurde auf weiße Leintücher gemalt, die Ehefrau Thekla beigesteuert hatte.

Ist diese wunderschöne Krippe schon komplett? „Nein, natürlich nicht!“, sagt Fladerer. „Die Geburtskirche von Bethlehem möchte ich gerne noch einfügen. Auch fehlt noch ein schlafender Hirte, der gerade geweckt wird und, und…“ Offenbar gibt es also noch genug zu tun.

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