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Westendorf

01.09.2019

Holzbau Riess schafft Platz für die nächste Generation

Im Holzbaubetrieb Riess in Westendorf ist für zwei Generationen Platz: für (vorne, von links) Roland, Leonhard und Tobias Rieß. 

Plus In dem Westendorfer Familienunternehmen stehen weitreichende Veränderungen an. Mehrere Generationen arbeiten hier zusammen. Was sich nun verändern soll.

Nach einem Vierteljahrhundert Unternehmensgeschichte stehen große Veränderungen beim Holzbau Riess an. Seit 1994 betreibt Unternehmensgründer Leonhard Rieß den Holzbaubetrieb im Vollerwerb. Im Jahr 2019, pünktlich zum 25. jährigen Jubiläum, werden die Weichen neu gestellt. Das Unternehmen rüstet sich personell und räumlich für die nächste Generation, wenn die Söhne Tobias und Roland Rieß das Ruder übernehmen.

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Einen klassischen Generationenwechsel wird es im Westendorfer Unternehmen nicht geben, denn hier soll jedes Familienmitglied seinen Platz bekommen. Tobias Rieß (29) ist Zimmerer-Meister, Bautechniker und Ingenieur und wird sich künftig um Planung, Beratung und Statik im Unternehmen kümmern. Roland Rieß (27) ist ebenfalls Zimmerer-Meister und wird sich federführend um die handwerklichen Angelegenheiten im Betrieb kümmern. Auch Vater Leonhard Rieß (59) wird weiterhin mit an Bord bleiben.

14 Mitarbeiter und zwei Lehrlinge gehören zu Holzbau Riess

Dass das gut und wichtig so ist, wissen die Brüder ganz genau. „Ohne unseren Vater würde sehr viel Erfahrung und technisches Know-how verloren gehen“, erklärt Tobias Rieß. Auch Mutter Elisabeth Rieß (56), die als gelernte Steuerfachgehilfin seit der Unternehmensgründung als kaufmännische Leitung im Betrieb tätig ist, wird sich weiterhin um alles kümmern, was im Büro zu tun ist. Darüber hinaus gehören 14 Mitarbeiter und zwei Lehrlinge zum Team sowie zwei Personen, die sich - wie Tobias Rieß - um die bautechnischen Themen kümmern werden.

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Zeitgleich starteten beide Rieß-Brüder ihre Ausbildung zum Zimmerer in externen Ausbildungsbetrieben, absolvierten ihr Gesellenjahr und stockten ihren beruflichen Werdegang mit dem Meister-Titel auf. Tobias Rieß entschied sich für ein anschließendes Studium zum Bauingenieur. Damit möchte er den Bereich Planung und Statik vergrößern, damit in Zukunft dem innovativen Holzbau mehr Raum gegeben werden kann.

1989 betrieb Leonhard Rieß den Holzbaubetrieb noch im Nebengewerbe

Auch die Dimensionen des Betriebs haben sich seit der Anfangszeit stark verändert. Bereits 1989 betrieb Leonhard Rieß den Holzbaubetrieb im Nebengewerbe - und zwar in der Garage des eigenen Wohnhauses. Mit dem Bau und der Einweihung der neuen Fertigungshalle im Jahr 1997 verzehnfachte sich das Betriebsgelände. 2009 erweiterte der Betrieb seine Fläche um eine Lagerfläche und 2013 hielt eine größere Investition Einzug, zu der Tobias und Roland Rieß ihren Vater erst überreden mussten. Die Geschwister kannten die Funktionalität des Lkw-Krans bereits aus ihren Lehrbetrieben.

Heute ermöglicht die Investition in den Lkw-Kran, der eine halbe Million Euro gekostet hat, dem Holzbaubetrieb eine effizientere Arbeit und das lässt sich auch in Zahlen ausdrücken: Eine Dachsanierung dauert heute maximal eine Woche. Ohne das Gerät musste das Unternehmen entweder mit mehr Personal anrücken, um die Dachsanierung binnen einer Woche durchzuführen, oder zwei Wochen dafür einplanen. 30 bis 40 Dachsanierungen bewerkstelligt der Betrieb heute im Jahr.

25 bis 30 Dachstühle - und das jedes Jahr

Hinzu kommen 25 bis 30 Dachstühle, die die Mitarbeiter jährlich errichten, und etwa zehn bis 15 Holzhäuser, die in Westendorf gefertigt und beim Kunden vor Ort aufgebaut werden. Die für die Errichtung eines kompletten Hauses benötigen weiteren Gewerke stammen alle aus der Region. Im Umkreis von etwa 100 Kilometern lassen sich die fertigen Werke des Holzbaubetriebs bewundern.

Mit der Erweiterung der Betriebsfläche, die die Unternehmensgröße noch einmal verzehnfachen könnte, rüstet sich der Familienbetrieb für die nächsten 25 Jahre, erklären die Familienmitglieder einstimmig. In puncto Personal baut Familie Rieß auf Nachwuchs aus den eigenen Reihen, der gut ins junge Team passt.

Inhaltlich stehen hingegen kaum Veränderungen an: Dachsanierungen und die Errichtung neuer Dachstühle sowie Holzhäuser werden das Hauptaugenmerk im Betrieb bleiben. Zimmerei-technische Spielereien, wie ein Gartenhaus, das das Wohnhaus im Kleinformat auf dem Kopf stehend darstellt, oder Wintergärten sind Aufgabe des Firmengründers.

Jeder fünfte Handwerksbetrieb steht vor der Übergabe

  • 29 000 Handwerksbetriebe sind bei der Handwerkskammer für Schwaben (HWK) eingetragen. 4500 dieser Firmen haben einen Inhaber, der älter ist als 60 Jahre. Für diese Unternehmer ist es an der Zeit sich über die Nachfolge Gedanken zu machen und sie auch zu regeln, so die Handwerkskammer Schwaben. Das ist fällt nicht immer leicht.
  • Laut einer bundesweit in Zusammenarbeit mit 40 Handwerkskammern durchgeführten Umfrage der „Offensive Mittelstand“ wollen bundesweit rund 19 Prozent aller Inhaber wollen ihren Betrieb in den kommenden fünf Jahren übergeben. Dies sind zumeist größere Betriebe mit mehr als fünf Angestellten. Dem Fachkräftemangel folge der an Unternehmern.
  • Etwa jeder fünfzehnte Handwerksbetrieb (6,6 Prozent ) laut dieser Umfrage innerhalb der nächsten fünf Jahre schließen. Davon sind deutlich mehr kleinere Handwerksbetriebe mit vier und weniger Mitarbeitern betroffen. Ein Grund dafür ist die weit verbreitete Ertragsschwäche.
  • Rund ein Drittel der Inhaber eines mittelgroßen Handwerksbetriebes mit fünf bis neunzehn Beschäftigten benennt laut dieser Umfrage die erfolgreiche Suche eines Nachfolgers als die größte Hürde.
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