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Welden

06.09.2018

Holzgestelle bringen Ärger in die Nachbarschaft

Das Holzmodell soll zeigen, wie hoch der Erdwall und das neue Holzlager des Sägewerks Ehrenreich werden könnten.
Bild: Marcus Merk

Das Sägewerk Ehrenreich möchte seinen Betrieb erweitern. Die Anwohner sorgen sich, dass sich die Wohnqualität verschlechtert.

Mehrere Meter hoch ist das Holzgestell, das auf einer Wiese am Ortsrand von Welden steht. An diese Fläche grenzt das Sägewerk Ehrenreich, das dort seinen Betrieb erweitern und unter anderem eine neue Halle und ein Holzlager bauen möchte. Die Konstruktion aus Latten soll verdeutlichen, wie sich die Geschäftsleute ihr Bauvorhaben in etwa vorstellen. Davon sind aber nicht alle begeistert.

Anwohner haben Angst vor Hochwasser

An dieser Wiese stehen auch einige Wohnhäuser. Seit die Anwohner die Gestelle gesehen haben, machen sie sich Sorgen wegen der Baumaßnahmen. Südlich des Sägewerks leben die Familien Porod, Saule und Pröll. Sie befürchten, dass sich ihre Wohnqualität massiv verschlechtert. Karl Saule sagt: „Wir haben Angst, dass die Gebäude uns das Licht nehmen und unsere Grundstücke bei Starkregen überflutet werden.“

Auf der anderen Seite im Norden wohnen die Familien Britzlmair, Schmid und Kiening. Georg Britzlmeir hat schon einige Bauvorhaben miterlebt: „Jede Erweiterung ist für uns eine nervliche Belastung. Uns stören vor allem der Lärm und die hohen Holzstapel.“

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Geschäftsleute wollen Nachbarn miteinbeziehen

Wie hoch genau das Holzlager werden soll, zeigt das Holzgestänge, das Anja und Stefan Ehrenreich im Juli für die Gemeinde aufgestellt haben. Sie planen derzeit die Erde um fünf Meter aufzuschütten, um die Fläche zu begradigen. Auf dem ebenen Gelände würden sie gerne ein etwa vier Meter hohes Holzlager errichten. Bürgermeister Peter Bergmeir und der Gemeinderat haben sich damals vor Ort getroffen, um sich eine genaue Vorstellung von den Plänen zu machen. Auch viele Nachbarn kamen dazu. „Wir wollten die Anlieger frühzeitig mit ins Boot holen“, erklärt Bergmeir.

Er erinnert sich, dass die Anwohner zwar keine Probleme mit der geplanten Halle hatten, sich allerdings einen Kompromiss für die Aufschüttung und das Holzlager wünschen. Georg Britzlmair betont: „Wir wollen den Ehrenreichs keine Steine in den Weg legen. Schließlich waren sie vorher da. Aber das Projekt macht uns Angst. Deshalb bitten wir um einen Kompromiss.“

Einige Befürchtungen seien sicherlich berechtigt, sagt Peter Bergmeir. „Trotzdem müssen wir als Gemeinde eine einvernehmliche Lösung finden.“ Anja und Stefan Ehrenreich sehen das genauso. Die beiden teilen sich die Geschäftsführung des Sägewerks, ihnen ist es wichtig, alle Nachbarn miteinzubeziehen. „Wir sind immer gut miteinander ausgekommen. Wir verstehen, dass viele Anwohner verunsichert sind. Schließlich hat sich nach dem Brand vieles verändert“, sagt Anja Ehrenreich.

Die Gemeinde setzt sich für einen Kompromiss ein

Die Geschäftsleute können die Sorgen der Anlieger nachvollziehen und wollen versuchen, den Nachbarn so gut wie möglich entgegenzukommen. Allerdings müssen sie auch an einigen Punkten festhalten, die für ihr Geschäft wichtig sind. „Wir würden eigentlich lieber in nordwestliche Richtung ausweichen, da dort der Wind, der das Holz trocknet, günstiger weht. Aber wir bekommen dieses Grundstück eben nicht.“ Auch eine Verlagerung ins Gewerbegebiet ist nicht möglich, erklärt Stefan Ehrenreich. „Wir können den Betrieb und die Bearbeitungsstätten nicht auseinanderreißen.“

Die Geschäftsleute sehen auch die Angst, dass das Wasser über den Erdwall abläuft. „Aber wir brauchen die Höhe, damit der Wind das Holz trocknen kann. Dafür sind wir verpflichtet, das Gelände so zu entwässern, dass den Anwohnern kein Schaden droht.“

Anja und Stefan Ehrenreich hatten gehofft, dass die Anlieger bei der Besichtigung der Modelle im Juli bereits alle ihre Anliegen geäußert hatten. „Wir haben allerdings den Eindruck, dass bei ihnen noch einiges im Argen liegt.“ Deshalb möchten die Geschäftsleute gerne weitere Gesprächstermine anbieten, wenn sich die Nachbarn das wünschen. „Es wäre vielleicht wirklich nicht verkehrt, wenn alle Betroffenen noch mal miteinander sprechen. Vielleicht ergibt sich dann eine noch bessere Lösung für alle.“

Auch Bürgermeister Peter Bergmeir möchte die Situation entschärfen und zwischen den Parteien vermitteln. Schließlich gibt es in der Gemeinde derzeit noch nicht mal einen offiziellen Beschluss zu dem Bauvorhaben des Sägewerks. „Aber ich bin recht zuversichtlich, dass wir für alle einen Kompromiss finden werden.“

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