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Horgau
09.10.2021

Gemeinderat stimmt gegen Kühl-Container beim Horgauer Dorfladen

Der Gemeinderat Horgau hat sich mehrheitlich gegen den Kühl-Container beim Dorfladen Herzstück gestellt.
Foto: Marcus Merk

Am Ende halfen alle Entschuldigungen nichts. Der Horgauer Gemeinderat hat den überdimensionalen Kühlschrank am Herzstück abgelehnt.

Das Ganze hat ziemlich viel Unmut im Gemeinderat und in der Bevölkerung ausgelöst: Im nicht öffentlichen Teil der September-Sitzung war dem Gemeinderat der Antrag zum Anbau einer Kühlzelle, in der auch Müllbehälter und das Leergut untergebracht werden könnten, vorgelegt worden. Der vier mal vier Meter große Kühlschrank steht bereits auf dem Platz vor dem neuen Dorfladen Herzstück. Was inzwischen alles schief gelaufen und in den sozialen Medien transportiert worden war, sollte Anja Dördelmann, Vorsitzende der Genossenschaft, jetzt noch einmal darlegen. Ihre Entschuldigung für ihr Vorgehen und auch das Schuldeingeständnis hatte sie in den sozialen Medien, auf der Homepage des Herzstücks und in der Tageszeitung klargestellt. Bürgermeister Thomas Hafner versuchte, einen gemeinsamen Weg zu finden. "Was nützt der Gemeinde, was schadet ihr?"

Walter Steinle (BV) hielt diese Art der Entschuldigung für wenig glaubhaft. Er hielt sie für Werbung und zweifelte an der Ernsthaftigkeit. Zweiter Bürgermeister Johann Ohnesorg (BV), hatte sich bereits im Vorfeld einige Gedanken darüber gemacht und sie in dieser Sitzung vorgetragen: "Das Herzstück ist ein schöner Laden, der mit viel Geduld und vielen Änderungen seitens der Herzler entstanden ist. Die vielen Wünsche wurden auf Kosten der Gemeinde umgesetzt. Und was kaum jemanden bekannt sein dürfte: Die Gemeinde unterstützt das Herzstück durch eine äußerst niedrige Miete." Eine Anfrage auf Erweiterung war im vergangenen Jahr abgelehnt worden. Kurz nach Eröffnung des Herzstück-Ladens wurde ohne Wissen der Gemeinderäte ein Kühl-Container aufgestellt.

Dorfladen Horgau: Genossenschaft fordert größeren Anbau

Was Ohnesorg störte, war das fehlende klare Wort des Bürgermeisters. "Dann wäre Anja Dördelmann nicht der Meinung gewesen, mit der Gemeinde alles machen zu können." Nachdem fast einhellig die Entfernung der Kühlzelle gefordert wurde, suchte die Genossenschaft immer noch nicht das Gespräch mit der Gemeinde. Stattdessen wurde eine Kampagne gestartet, den Container als bedeutungslos dastehen zu lassen und die Gemeinde als mangelnde Unterstützung für eine zukunftsweisende Idee zu beklagen. Um den Betrieb sicherzustellen, wurde dem Herzstück bis zum abschließenden Umbau die Benutzung des Kühl-Containers zugestanden. Seit dieser Zeit ist nichts geschehen. Oder doch? Die Genossenschaft jedenfalls fordert nun einen noch größeren Anbau oder einen kompletten Ausbau des Dachgeschosses mit Außentreppe.

"Es gibt viel Unverständnis im Dorf", sagte Ohnesorg. Und weiter: "Wenn ein eindeutiger Gemeinderatsbeschluss ignoriert und die Räte als 'sture Hinterwäldler' bezeichnet werden, sollten sich die Genossen nicht wundern, wenn die Stimmung nicht mehr gut ist." Ohnesorg kritisierte auch, dass sich inzwischen der Bürgermeister mit seiner "Hinhaltetaktik" auf die Seite des Herzstücks gestellt habe. Dass der Laden ohne Kühlcontainer zumachen müsste, stimme so nicht, sagte Ohnesorg. "Man müsste sich nur an die Pläne halten. Denn die Kühlung könne durchaus im Gebäude untergebracht werden.

Container für Herzstück mit knapper Mehrheit im Gemeinderat abgelehnt

Der Büro- und Personalraum könnte auch ins Dachgeschoss verlegt werden." Für ihn kommt ein Anbau nicht in Frage. Der Container müsse weg, da führe kein Weg dran vorbei. Und daran könne auch die halbseidene Entschuldigung nichts ändern. "Wir alle liegen in der Sache nicht weit auseinander. Aber die Vorgehensweise vom Herzstück geht in meinen Augen einfach zu weit." Die Bauvoranfrage wurde unter den genannten Bedingungen vorbehaltlich der endgültigen Planung mit sieben zu sechs Stimmen abgelehnt.

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