Ich bin ein Müllsünder

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Kommentar Von Maximilian Czysz
23.01.2019

Warum man sich als Müllsünder auch mal heimlich nachts auf die Straße schleichen muss.

Das ist ein persönliches Bekenntnis: Ich bin ein Müllsünder. Vor zwei Monaten hatte ich eine ältere Dämmstoffplatte, die schon seit Jahren im Weg steht, in kleine Teile zersägt und sie dann in den Gelben Sack gestopft. Die Quittung ließ nicht lange auf sich warten: Die Arbeiter des Entsorgers entdeckten die Stücke, ignorierten den vollen Gelben Sack und ließen ihn an der Straße liegen. Und noch mehr: Auf den Sack klebten sie einen roten Punkt, der mit folgendem Hinweis versehen wurde: Falsch befüllt, wird nicht entsorgt.

Die Blicke der Nachbarn sind die eigentliche Strafe

Die eigentliche Strafe war aber eine ganz andere – nämlich die drohende Ächtung. Um nicht von Nachbarn als Müllsünder der Straße enttarnt zu werden, musste der markierte Gelbe Sack nachts und in aller Heimlichkeit von der Straße zurück geholt werden. Natürlich hätte er auch liegen bleiben können. Schließlich steht ja kein Name auf dem Sack. Aber was wäre dann passiert?

Das nächste Lüftchen hätte den Sack über die Straße getrieben. Dann wäre die kärgliche Folie gerissen und der gesamte Inhalt wäre dann zu einem Problem für alle geworden. Ein Problem für alle sind sicherlich auch die Folien im Biomüll. Werden sie nicht erkannt und gefiltert, dann wandern sie unter Umständen als Mikroplastik in den Kompost. Die Folgen sind zum Teil noch gar nicht erforscht.

Was der Landkreis Augsburg in Sachen Biomüll plant, lesen Sie hier .

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