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Silvesterparty

02.01.2019

Ins neue Jahr mit viel Schmäh

Sie gingen mit ihren Gästen bei Nacht durch Wien unters Riesenrad auf dem Prater und über den Zentralfriedhof: Christian Auer (links) und Armin Stockerer bekamen viel Applaus in Neusäss.
Bild: Sonja Diller

In der Stadthalle Neusäß feierten die Besucher mit Christian Auer und Armin Stockerer eine Austropop-Feier

Ein Publikum in Feierlaune freute sich in der Stadthalle Neusäss am Silvesterabend auf leichte Unterhaltung und Evergreens unter dem Motto „Reif für die Insel“. Es wurde nicht enttäuscht. Christian Auer und Armin Stockerer ließen auf ihrem Roadtrip in den Süden keinen Gassenhauer der österreichischen Austropop-Szene links liegen. Reinhard Fendrich, Wolfgang Ambros, Falco, Georg Danzer oder der dunkle Ludwig Hirsch; vom Schifoan bis zur Party auf dem Zentralfriedhof kam alles auf die Bühne, was seit gut 30 Jahren das leicht schräge musikalische Bild unserer geografischen Nachbarn prägt.

Der Komponist und Musiktheatermacher Christian Auer gab am Klavier den Ton an. Als ausgebildeter Sänger hatte der im oberbayerischen Mühldorf geborene Armin Stockerer den zur Stilrichtung passenden Hauch von Schmäh schon rein ursprungsmäßig in der Stimme mit dabei. Zusammen brachten sie mit ihrem Programm eine angenehme Kombination von Denkansätzen für die Silvesternacht und reiner musikalischer Lebensfreude auf die Bühne der Stadthalle. Witzig und ein wenig weise, ironisch oder blödelnd. Das ganz normale Leben halt. So wie es ist, wenn es nicht gerade besonders böse oder besonders großartig kommt.

Zur Midlifekrisen-Therapie haben sie sich den Rucksack auf den Rücken geschnallt, die Campingstühle dazu gepackt und sind von Zuhause aufgebrochen. Der eine, weil das Hasi daheim verwirrende Ansprüche stellt und plötzlich verstanden werden will. Der andere hatte es plötzlich sehr eilig, weil die Ordnungshüter seinem bis dato blühenden Hanfgeschäft auf die Spur gekommen sind. Griechenland ist das Ziel der Träume, um pures Lebensgefühl zu inhalieren.

Doch die Steiermark ist auch eine gute Wahl, denn dort ist es schließlich fast wie in der Toskana und die Kürbisse als „Oliven der Steiermark“ schmecken den beiden auf Aussteigertrip auch nicht schlecht. Weg von der Hektomatic-Welt, raus aus dem Hamsterrad und rein in die Freiheit wollen die beiden Märchenprinzen und landen auf dem Weg dorthin schon mal auf nicht ganz so schönen Bahnhöfen wie dem legendären Fürstenfeld. Oder Neusäss, dem Ort im Wilden Westen von München, wo die Polonaise beim Banküberfall der EAV ebenso gut ankam wie Reinhard Fendrichs Hymne auf Wien bei Nacht. Und wo das Publikum bei der Klage über den Alltagsstress nachdenklich nickte.

Die Tänzerinnen und Tänzer von Young Stage unter der Leitung von Elisabeth Haumann sorgten für Bewegung auf der Bühne und unterstützten die Entertainer auf ihrer Reise ins Licht der Selbsterkenntnis.

So ein bisschen davon ist an Silvester angesagt, doch vor allem wollten die Gäste in der Stadthalle feiern und sich auf den kurz bevorstehenden Rutsch ins neue Jahr vorbereiten. Das klappte bei beschwingten musikalischen Rückblicken auf die eigene Jugend und dem einem oder anderen unterstützenden Cocktail an der Bar ganz wunderbar. (sdk)

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