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Zusmarshausen

19.01.2020

Kindergarten in Gabelbach: Streit um Erweiterung

So soll der Anbau des Kindergartens im Zusmarshauser Ortsteil Gabelbach aussehen.
Foto: Foto: Markt Zusmarshausen

Für rund eine halbe Million Euro soll der Kindergarten ausgebaut werden. Noch vor Beginn wird nun darüber diskutiert, ob das ausreicht.

Der Kindergarten im Zusmarshauser Ortsteil Gabelbach soll vergrößert werden. Die Kommune geht davon aus, dass noch in diesem Herbst in dem Ortsteil Platz für 25 Buben und Mädchen geschaffen werden kann. Erstmals informierte Bauplaner Georg Hienle über die zu erwartenden Kosten in einer Gesamthöhe von rund einer halben Million Euro. Die sachliche Debatte um die zusätzlichen Räume wurde allerdings von einer Grundsatzdiskussion über den richtigen Weg bei der Schaffung neuer Betreuungsplätze an der Zusam geprägt.

So war es Gremiumsmitglied Harry Juraschek, der als überzeugter Befürworter des Vorhabens zwar keine Rolle als Spielverderber übernehmen wollte, doch den Anbau zum Anlass für eine Generalabrechnung mit dem bisherigen Vorgehen der Kommune bei der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten nutzte. Auslöser dafür war die zunehmende Nachfrage nach Plätzen in den vergangenen Monaten, in deren Verlauf sogar der Mega-Kindergarten im Zentralort an seinen Kapazitätsgrenzen angelangt und auch aus den umliegenden Dörfern „Babyalarm“ gegeben worden war. „Wir schaffen immer nur Insellösungen, die nur einer kurzzeitigen Entlastung dienen, mehr nicht“, urteilte der Juraschek. In zwei Jahren könnte man schon wieder vor demselben Problem stehen. „Hier wird immer nur nach dem Prinzip vorgegangen: rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln“, kritisierte Juraschek und forderte eine „Betreuungsplanung aus einem Guss“.

Wie weit vorausplanen?

Das stieß auf Widerspruch im Gemeinderat, obwohl Bürgermeister Bernhard Uhl zuvor die intensive Mitarbeit durch eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe gewürdigt hatte. „Wie weit sollen wir denn vorausplanen, etwa bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag?“, warf Hubert Kraus in den Raum. Die ehemalige Kindergartenbeauftragte Ingrid Hafner-Eichner stellte fest, dass mit dem verabschiedeten Bauprojekt ausreichend Raum für das nächste halbe Jahrzehnt geschaffen werde.

Dem schloss sich neben Kraus auch Zweiter Bürgermeister Robert Steppich an, der die Planung ebenso mit Vehemenz verteidigte. Dass Juraschek seine Offensive gegen das Gesamtkonzept mit der „Warnung vor einer Sackgasse“ einleitete, hatte wohl einen tieferen Sinn. Denn bei der Sitzung wurde der schriftliche Einspruch eines Anliegers am Schulweg und Nachbarn des Kindergartens bekannt, der auf die negativen Entwicklungen in dieser Gabelbacher Straße – eine Sackgasse – hinwies. Auch gegenüber dem Bürgermeister hatte der Bürger moniert, wonach etwa eine Ausschilderung als solche fehle und durch ausbleibende Wendemöglichkeiten ständig auf seinen Hof ausgewichen werde. „Oder meine Einfahrt wird einfach zugeparkt.“ Davon betroffen seien auch Abfallunternehmen, die an die blockierten Behälter nicht herankommen würden.

Der größte Kummer

Den größten Kummer aber bereiten dem Briefschreiber die Ausbaumöglichkeiten des neuen Anbaus, die ausgerechnet von einigen Gemeinderäten schon bei der vergangenen Sitzung angefragt und vom Bauingenieur klar bejaht wurden. Werde ein mehrstöckiges Gebäude errichtet, fühle er sich davon massiv beeinträchtigt, heißt es in dem Schreiben an den Rathauschef. Bernhard Uhl sprach von einem „klaren Veto“ eines Bürgers. Und: „Ein Nachbar muss seine Meinung sagen können.“ Diese äußerten allerdings auch die Bürgervertreter im Sitzungssaal. „Bei allem Verständnis für den Einspruch – wir dürfen uns die Option einer Erweiterung keinesfalls nehmen lassen“, forderte Ingrid Hafner-Eichner. Dagegen versuchte Robert Steppich aufkommende Befürchtungen etwas zu dämpfen: „Wir prüfen schließlich bei jedem Projekt, ob aufgestockt werden kann, aber das jetzige Konzept reicht aus.“

Dieses sieht laut Planer Georg Hienle einen Baukörper mit bespielbarem Flachdach vor, der sich „in den Berg hinein anschmiegt“. Allein die Baukosten für Erdarbeiten und Gebäudeerstellung betragen netto knapp 300000 Euro, dazu kommen Aufwendungen für Heizung und Sanitäranlagen. Offen blieb, ob zusätzlich die Heizkörper erneuert werden müssen. Eher erwärmend sind die Aussichten auf Fördergelder in Höhe des Großteils der Investition. Vorsichtshalber werden 520 000 Euro im kommenden Haushalt veranschlagt.

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