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Kutzenhausen

29.04.2020

Kutzenhausen plant einen weiteren Millionen-Kredit

Die Gemeinde Kutzenhausen hat eine hohe Kreditaufnahme beschlossen. Geschuldet wird sie den großen Investitionen, unter anderem dem Neubau von Feuerwehrhaus und Bauhof sowie der Erneuerung des Beckens im Freibad.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Plus Kämmerin Katharina Zircher begründet das hohe Darlehen mit den großen Investitionen der Gemeinde. Die Erhöhung der Hebesätze ist dagegen momentan vom Tisch.

Die Gemeinde Kutzenhausen setzt im Rahmen des Haushaltsplans eine Kreditaufnahme von 3,3 Millionen Euro fest. Das war einer der Eckpunkte der Haushaltsatzung 2020. Der Gemeinderat beschloss das Regelwerk in seiner letzten Sitzung der Legislaturperiode, coronabedingt in der Gemeindehalle mit viel Sicherheitsabstand und Mundschutz. Das Votum erfolgte einstimmig.

Kämmerin Katharina Zircher begründete das Darlehen damit, dass nicht sicher voraussehbar sei, wie sich die finanzwirtschaftliche Lage entwickelt. Die Kommune müsse jedoch die Liquidität für die kommenden großen Investitionen sicherstellen. Die Gemeinde wies zuletzt eine Kreditschuld von 1,12 Millionen Euro auf.

Pro-Kopf-Verschuldung liegt weiter unter dem Durchschnitt

Die aktuelle Pro-Kopf-Verschuldung liegt damit bei 450 Euro und weit unter dem vergleichbaren Landesdurchschnitt. Sollte das neue Darlehen in voller Höhe ausgeschöpft werden, würde das Minus abzüglich der laufenden Tilgungen Ende Dezember rund 4,28 Millionen Euro betragen.

Kutzenhausen plant einen weiteren Millionen-Kredit

Aber auch die anderen Zahlen sind interessant. So erhöht sich der Verwaltungshaushalt gegenüber 2019 um fast zehn Prozent auf 4,99 Millionen Euro und schließt mit einem voraussichtlichen Überschuss von 227.000 Euro ab.

Der Gesamthaushalt ist um knapp drei Millionen Euro größer

Der Vermögenshaushalt steigt um 2,52 Millionen auf 5,48 Millionen Euro an. Der Gesamthaushalt erreicht damit ein Volumen von 10,47 Millionen Euro und ist damit um knapp drei Millionen Euro größer als im Vorjahr. Der Verwaltungshaushalt macht deutlich, wohin die Ausgaben fließen, unter anderem in den Brandschutz, in den Unterhalt von Freibad und Straßennetz, in die Wasser- und Abwasserentsorgung sowie Bürgerhäuser und Mehrzweckhalle. Beim Kindergarten St. Nikolaus zahlt die Gemeinde die laufenden Kosten für den Betrieb, den Gebäudeunterhalt und den Großteil des Defizits.

Deutlich gesunken ist dagegen die Verwaltungsumlage für den Schulverband Diedorf. Grund hierfür sind die stark zurückgegangenen Schülerzahlen. In 2020 besuchen nur noch sieben Schüler aus dem Gemeindegebiet die Hauptschule. Zuletzt waren es noch 17 Schüler. Der Stromverbrauch für die Straßenbeleuchtung verursacht jährlich 23.000 Euro. Für die Abwasserentsorgung ist ein Defizit von 45.800 Euro eingestellt, resultierend aus zusätzlichen Arbeiten wie Klärschlammentsorgung und Kanalbefahrung.

Anteil an der Einkommensteuer ist die größte Einnahmequelle

Mit einem Minus schließt auch die Wasserversorgung (121.000 Euro) und das Bestattungswesen (13.600 Euro) ab. Als verlässlichste und größte Haupteinnahme der Gemeinde bezeichnet Katharina Zircher in ihrem Vorbericht den Anteil an der Einkommensteuer. Hier sind 1,65 Millionen Euro eingeplant, für die Umsatzsteuer 157000 Euro. Aufgrund der schlechten Steuerkraft des Jahres 2018 erhöht sich die allgemeine Schlüsselzuweisung für die Gemeinde gegenüber dem Vorjahr deutlich. Sie erhält heuer circa 381.000 Euro. Im Vorjahr waren es nur 97.000 Euro. Ein großer Ausgabeposten ist und bleibt dagegen die Kreisumlage.

Beim Kindergarten St. Nikolaus zahlt die Gemeinde die laufenden Kosten für den Betrieb, den Gebäudeunterhalt und den Großteil des Defizits.
Bild: Siegfried P. Rupprecht (Archiv)

Trotz der gesunkenen Steuerkraft der Gemeinde beträgt sie immer noch 1,3 Millionen Euro. Der Vermögenshaushalt wird maßgeblich bestimmt vom Neubau des Feuerwehrgerätehauses und Bauhofs. 2020 sind dafür 1,7 Millionen und in den beiden weiteren Jahren 655.000 Euro eingestellt. Für die Erweiterung des Kindergartens in den Räumlichkeiten der Mehrzweckhalle veranschlagt der Etat 300.000 Euro, für die Erneuerung des Beckens im Freibad 1,1 Millionen Euro und für die Sanierung des ehemaligen Raiffeisenbankgebäudes 100.000 Euro.

Rücklagen betragen 1,82 Millionen Euro

Viel Geld muss die Kommune auch bei den Baugebieten in Kutzenhausen östlich der Bahnhofstraße und Rommelsried sowie in den Hochwasserschutz und die Ertüchtigung des Pumpwerks in Maingründel in die Hand nehmen. Der Stand der Rücklage zu Beginn des Haushaltsjahres beträgt 1,82 Millionen Euro. Um die schlechte Einnahmesituation zu verbessern, wollte die Gemeinde die Hebesätze für die Grundsteuern und die Gewerbesteuer anheben. Doch dafür fand sich im Gremium augenblicklich keine Mehrheit. Gemeinderat Georg Rapp jun. nannte den jetzigen Zeitpunkt einer Erhöhung in Zeiten von Kurzarbeit und Wirtschaftseinbrüchen als „fehl am Platz“. Sein Kollege Johannes Spatz sprach von „einer falschen Signalwirkung“.

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