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Oberschönenfeld

20.04.2019

Maßkrugstemmen im Museum

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5 Bilder
Welcher Krug ist schwerer: In der neuen Sonderausstellung im Museum Oberschönenfeld können Besucher testen, ob der Krug des Bonstetter Schaller-Bräus oder von Riegele aus Augsburg schwerer ist. Versucht haben es schon Johanna Hartmann und Sebastian Schalk aus Diedorf.
Bild: Marcus Merk

Wer noch ein Ziel für die Ostertage sucht: Im Museum Oberschönenfeld werden derzeit die Höhepunkte von rund 250 Sonderausstellungen gezeigt.

Wer einen Spaziergang an Ostern mit etwas Kultur verbinden will: In Museum Oberschönenfeld sind über die Feiertage unter anderem die Höhepunkte von rund 250 Sonderausstellungen aus den Bereichen Kunst und Kultur der vergangenen 35 Jahre zu sehen. Die neue Schau im Erdgeschoss beweist vor allem eines: Das Museum bietet seit seiner Gründung 1984 eine sehr große Bandbreite, die kreativ Heimatgeschichte abbildet.

In der neuen Ausstellung „Best of“ werden Klassiker wie Krippenausstellungen zu Weihnachten genauso wie spezifisch regionale Themen gezeigt. Die Ausstellungsmacher präsentieren auch ganz Ungewöhnliches: Die Kulturgeschichte des Hawaiihemds etwa. Auch Publikumslieblinge wie Teddybären oder Barbies sind zu sehen. Die Puppen vereinen Spielzeug- und Modegeschichte, Schönheitskonzepte, Körperkult und Werbestrategien. Gezeigt werden auch echte Sammlerhöhepunkte: Welche Frau kommt nicht ins Schwärmen, wenn sie das Ballonkleid aus Rayontaft mit Kaninnchenfell-Stola angelehnt an Hubert de Givenchy entdeckt?

Auch „Männerkram“ wird gezeigt

Auch „Männerkram“ wird in Oberschönenfeld gezeigt: Unter diesem Schlagwort sind die früheren Ausstellungen über Fußball, Bier und Eisenbahn zusammengefasst. Mit dabei sind die schwäbischen Fußball-Ikonen Gerd Müller und Karl-Heinz Riedle. Auch Sabine Färber gehört zu den bekannten Gesichtern des schwäbischen Fußballs: Sie gewann mit der Nationalmannschaft 2000 die Europameisterschaft. Ihre Goldmedaille ist ausgestellt.

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Zu sehen ist auch ein Tipp-Kick-Spiel und ein echter Kicker – der Tischfußball stammt aus den 1950er-Jahren und wurde aus Buchenholz gefertigt – Marke Eigenbau. An vergangene Tage im Wirtshaus erinnert auch eine Schanktheke mit eigenen Kühlfächern für Flaschen. Um bei den „Männersachen“ zu bleiben: Zu den Höhepunkten der vergangenen 35 Jahre Ausstellungsgeschichte gehörte auch „Höchste Eisenbahn! – Mobilität für alle?“ Die Schau erinnerte 2015 an die Bahnverbindung München - Augsburg, die 1840 fertiggestellt wurde und damit eine neue Zeit eingeläutet: Die Eisenbahn bedeutete nicht nur eine enorme Fahrzeitverkürzung für diese Strecke und wesentlich mehr Komfort, sondern vor allem eine solche Kostenersparnis, dass Reisen für große Teile der Bevölkerung erschwinglich wurde und vielen eine bis dahin nie gekannte Mobilität ermöglichte.

Auch der Waggon von Baron Rothschild ist zu sehen

Im „Best of“ zeigt Experte Siegfried Baum drei selbst gefertigte, detailtreue Waggon- und Lokmodelle. Darunter befindet sich auch der Waggon von Baron Rothschild – der Millionär pflegte mit seinem eigenen Zug zu reisen und darin zu übernachten. Der Salonwagen, der später vom tschechischen Staatspräsidenten übernommen worden war, stand einmal auch in Bad Wörishofen: Dort weilte Rothschild bei Pfarrer Sebastian Kneipp zur Kur.

Von Luxus auf Schienen zurück auf den Boden der Tatsachen: Auch auf die Anfänge des Volkskundemuseums, das heute kurz und knapp Museum Oberschönenfeld heißt, geht „Best of“ ein: Bei der ersten großen Ausstellung im ehemaligen Schafstall wurden 1984 landwirtschaftliche Geräte unter dem Motto „Von der Handarbeit zur Maschine“ präsentiert. Der damalige Leiter Hans Frei erinnert sich: „Ziel war es, die sich verändernden Arbeitsbedingungen der Landwirtschaft zu zeigen.“ Der Ansatz ist heute wieder brandaktuell, wie die Schülerproteste beweisen. „Die Landschaft hat sich sehr verändert. Darauf wollten wir damals schon hinweisen“, erinnert sich Frei.

  • Öffnungszeiten Das Museum ist an allen Feiertagen geöffnet. Am Ostermontag, 22. April, wird um 11 Uhr eine Führung angeboten.
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