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Anhausen

16.11.2018

Morsche Balken und rissige Wände in der Anhauser Kirche

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Die Pfarrkirche St. Adelgundis im Diedorfer Ortsteil Anhausen muss saniert werden. In den nächsten Jahren sollen nicht nur Arbeiten an der Außenfassade erfolgen, sondern auch im Glockenstuhl sowie am Dach. Das Turmzwiebeldach soll neue Schindeln mit Zinkummantelung erhalten. 

Die Anhauser Pfarrkirche muss dringend saniert werden, damit sie nicht eines Tages einstürzt. Fledermäuse haben dabei Einfluss auf den Beginn der Dacharbeiten.

Die Pfarrkirche St. Adelgundis in Anhausen steht kurz davor, einsturzgefährdet zu sein: Riesige Risse an Innen- wie Außenwänden sowie der Decke der Kirche zeugen ganz offensichtlich davon, dass umfassende Baumaßnahmen dringend angegangen werden müssen. Wie Kirchenpfleger Josef Zott erklärt, wurden bereits seit vielen Jahren durch den beauftragten Architekten Spindler sowie von Fachfirmen umfangreiche Befunduntersuchungen am Kirchengebäude vorgenommen und dabei die Notwendigkeit einiger unaufschiebbarer Standsicherheitssanierungen festgestellt.

Im Zuge der anstehenden Sanierung sollen an der Außenfassade auch notwendige Putz-, Stuck- und Malerarbeiten erfolgen. Zu den wichtigen Baumaßnahmen gehört auch die Erneuerung der südlichen Kirchhofmauer, die bereits kurz vor dem Einsturz ist. Um mögliche Gefahren abzuwenden ist sie seit einiger Zeit bereits abgesperrt. „Viele Balken sind schadhaft, morsch und faulig, der Kirchenbau ist von riesigen Rissen durchzogen“, machte Kirchenpfleger Zott deutlich, dass nicht mehr länger gewartet werden kann.

Neue Schindeln mit Zinkummantelung

Inzwischen wurde die Baumaßnahme in den Finanzplan der Diözese bis 2020 aufgenommen und der Auftrag zur Umsetzung der notwendigen Arbeiten erteilt. Das Turmzwiebeldach soll aus historischen Gründen mit neuen Schindeln mit Zinkummantelung wieder so hergestellt werden wie bisher. Wichtig sind auch eine Fundamenterneuerung im Bereich Sakristei und Chorraum, sowie die Erneuerung des dortigen Anbaus. Teilweise müssen auch Butzenscheiben der Kirchenfenster erneuert werden, macht Zott aufmerksam, dass auch hier Schäden sind.

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Auch die Wartungstreppe zum Glockenstuhl soll in Angriff genommen werden. Des Weiteren gehören zu den geplanten Baumaßnahmen eine neue Dacheindeckung sowie die Sanierung des Mauerwerks und der Gesimse. Da unter dem Dach der Kirche in den wärmeren Monaten Fledermäuse leben, kann mit den Arbeiten daran allerdings erst im Winter begonnen werden, erklärt Zott. Fledermäuse könne man nicht einfach umsiedeln, so dass diese Arbeiten frühestens ab Ende September, wenn sich die Tierchen in Höhlen zurückziehen, erfolgen können.

Kosten werden mit knapp zwei Millionen Euro zu Buche schlage

Weiter geplant sind auch eine Überholung der Läuteanlage und des Uhrwerks sowie der Einbau von Klangjalousien. Ebenfalls erneuert werden sollen der Blitzschutz und die Elektroinstallation. Alles in allem ein großes Vorhaben, das für alle Gewerke mit knapp zwei Millionen Euro zu Buche schlagen wird. Wie Kirchenpfleger Josef Zott erklärt, wurde für diese umfangreichen Sanierungen bereits ein außerordentlicher Haushaltsplan erstellt. Dabei wurde seitens der Diözese bereits bei einem gesicherten Finanzplan eine Bezuschussung mit 75 Prozent der Baukosten zugesagt. Förderanfragen wurden auch an die Marktgemeinde und das Landratsamt gestellt. „Auch wenn für die dringenden Sanierungen die Diözese Zuschüssen bereitstellt, so bleibt dennoch ein erheblicher Aufwand, der aus den Mitteln von Pfarrei und Gemeinde finanziert werden muss, gibt Zott zu bedenken.

Unter Berücksichtigung von Eigenmitteln und Rücklagen der Pfarrei spricht er derzeit von einer Finanzlücke von circa 200000 Euro, um alle Maßnahmen umsetzen zu können. Während der Bauphase werden die Gottesdienste unter der Woche im Pfarrheim abgehalten werden, sonntags werden sie weiter in der Kirche stattfinden. Größere Feiern wie Hochzeiten sollen in die Kirche St. Martinus in Willishausen verlegt werden.

Die Kirche des Diedorfer Ortsteils Anhausen erhielt in den Jahren 1708 bis 1716 ihre heutige Gestalt. Erbaut wurde sie von dem Architekten und Baumeister Hans Georg Mozart, einem entfernten Verwandten des berühmten Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart. Die Kirche, deren Innengestaltung von der Stilrichtung her dem Barock zugeordnet werden kann, wurde mehrmals umgebaut und restauriert. Letztmals wurde im Innenbereich im Jahr 2012 eine Restaurierung vorgenommen.

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