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Meitingen

12.01.2020

Neujahrsempfang in Meitingen: 300 Millionen Euro in sechs Jahren

Neujahrswünsche vor großer Leinwand überbrachten (v.l.) Werner Grimm, Michael Higl, Katrin Holly, Georg Winter, Annemarie Probst und Norbert Schürmann.

Bürgermeister Michael Higl blickt in Meitingen zurück. Ein Film zeigt Überraschendes aus der Zeit vor 100 Jahren

Etwas Geduld und einen warmen Mantel mussten die Meitinger zum diesjährigen Neujahrsempfang mitbringen. Nicht ins Rathaus oder in den Bürgersaal, sondern ins Kino hatte die Marktgemeinde eingeladen. Vor dem Einlass hieß es Anstehen im Morgennebel, denn Bürgermeister Michael Higl und sein Stellvertreter Werner Grimm begrüßten jeden Gast mit Handschlag und persönlichen Neujahrswünschen.

Drei Kinosäle randvoll mit Zuschauern

Wem dabei noch nicht ganz warm geworden war, der wurde die Kälte spätestens im randvollen Kinosaal los. In gleich drei Vorführräume wurde der Rück- und Ausblick des Bürgermeisters übertragen, gefolgt von einem historischen Film aus den Anfängen der Wasserkraftnutzung am Lechkanal vor genau 100 Jahren. Trotzdem gingen einige Bürger, die sich kurz vor knapp im Rathaus noch ein Ticket abholen wollten, leer aus. Ein weiterer Saal konnte leider nicht angemietet werden, bedauerte der Bürgermeister. Dort hatte der Betreiber schon andere Streifen im Programm.

Wer sich einbringt in seiner Gemeinde, der erfüllt sie mit Leben, so Higl. Er bedankte sich bei allen, vor allem den ehrenamtlich für die Gemeinschaft tätigen Mitbürgern. Respekt zollte er auch den vielen Kandidaten, die sich im März um einen Sitz im Gemeinderat bewerben. Sie seien bereit, eine große Herausforderung in unserer immer schnelleren digitalen Welt anzunehmen. Eine Welt, in der Bürgervertreter höchst unterschiedliche Entscheidungen für die Zukunft ihrer Heimat zu erarbeiten und zu treffen hätten. In der zu Ende gehenden Wahlperiode habe der Gemeinderat immerhin rund 300 Millionen Euro bewegt, 71 Millionen davon flossen in Investitionen.

Ein neuer Kindergarten ist geplant

Auch in den kommenden Jahren gebe es viele Herausforderungen. Ein neuer Kindergarten wird geplant, die Grundschule erweitert. Wohnraum wird benötigt, das Wasser- und Kanalnetz muss saniert werden. Umweltprojekte, Mobilitäts- und Inklusionsthemen stehen auf der Agenda. Dabei haben Veränderungen nicht immer positive Seiten, nahm Higl eines der Hauptthemen der vergangenen Monate auf: die Erweiterungspläne der Aicher Gruppe. In den nächsten Wochen werde man einen weiterentwickelten Vorschlag zur Diskussion stellen.

Der Spannungsbogen zwischen dem Fortschritt und seinen Folgen sei für Meitingen nicht neu, so Higl. So sei der Bau des Lechkanals und der Kraftwerke einerseits der Startschuss für die wirtschaftliche Entwicklung der Region gewesen, hatte aber auch negative Effekte. Der Rückgang des Fischbestands, die Absenkung des Grundwasserspiegels; trockene Felder, Mäuse- und Bisamrattenplagen. Arbeitsplätze seien entstanden, andere verloren gegangen.

Auch Thema: Entwicklung der Stromversorgung aus Wasserkraft


Zur Entwicklung der Stromversorgung aus Wasserkraft hatte die Historikerin Katrin Holly viele Fakten und ein rares Fundstück aus dem Archiv der Lechwerke mit dabei. Die Geschichtsexpertin fand beim Aufbau des Unternehmensarchivs einen Stummfilm aus dem Jahr 1926, der zum 25-jährigen Jubiläum der LEW gedreht wurde, und nun zum ersten Mal in Meitingen wieder auf die Leinwand kam. Damals waren 10 000 Volt noch richtig viel und Straßenbahnen beförderten nicht nur Passagiere, sondern auch Waren auf Anhängern durch die Stadt, zeigten die etwas ruckeligen, doch sehr bewegten schwarz-weißen Bilder. Die Nutzung der Energie aus Wasserkraft, die damals nicht mehr als eine Glühbirne pro Haushalt zum Leuchten brachte, ist 100 Jahre später so wichtig wie damals, unterstrich der Technische Vorstand der LEW, Norbert Schürmann die Bedeutung erneuerbarer Energie in Zeiten des Klimawandels.

Was Meitingen 2020 und darüber hinaus bewegen wird, konnten die Meitinger mit Bürgermeister, Gemeinderäten und Landtagsabgeordnetem Georg Winter, nach dem offiziellen Teil bei einer Sonntagsbrotzeit persönlich besprechen.

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