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Komödie

09.11.2012

Russenmafia in der Rotlichtszene

Das Etablissement „Je t‘aime“ ist zwar auf Kundschaft dringend angewiesen. Von den schlechten Manieren des Landwirts Bockleitner (Jürgen Steppe) sind die beiden Freudenmädchen Désirée (Sabrina Koziel, links) und Schantall (Sibylle Wink) aber keineswegs angetan.
Bild: Helene Weinold

Die Premiere der Theatergruppe Neumünster findet vor vollem Haus statt. Es gibt Szenenapplaus und viele Lacher. Weitere vier Aufführungen stehen auf dem Programm

Altenmünster-Neumünster Wo sonst die Jägerblut-Schützen ihre Zielscheiben ins Visier nehmen, hängen derzeit Handschellen mit Leopardenmuster und ein Kalender mit einem leicht geschürzten Mädchen an einer rot gestrichenen Wand über einem Tresen mit rosa-plüschigem Telefon. Ein großes Herz leuchtet über einer Sitzgarnitur, und im Hintergrund lockt die goldfarbene Silhouette einer langbeinigen Schönheit. Eine spärlich bekleidete Schaufensterpuppe und ein rotes Lauflicht über dem Bühneneingang weisen den Weg zum Erotik-Club „Je t’aime“, der für drei Wochen Quartier im Vereinsheim Neumünster bezogen hat.

Mit viel Liebe zum Detail haben die Theaterfreunde Neumünster ihr neues Stück „Rotlicht 2“ unter der Regie von Sabrina Koziel und Norbert Siersch in Szene gesetzt und wurden bei der Premiere mit reichlich Szenenapplaus für die Mühe belohnt.

Im Freudenhaus herrscht keine Freude

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Die Komödie von Markus Scheble und Sebastian Kolb spielt in einem Freudenhaus, in dem alles andere als Freude herrscht: Wenn nicht Stammkunden wie der Witwer Willi (Norbert Siersch), der auf Diskretion bedachte Direktor Sauerberg (Simon Heinle), der leicht blasierte Schauspieler von Dinkelstein (Moritz Jochum) und der rüpelhafte Landwirt Bockleitner (Jürgen Steppe) wären, müsste Berta (Hannelore Seehuber) alias „Madame Alberta“ längst Insolvenz anmelden und ihre Freudenmädchen Schantall (Sibylle Wink) und Désirée (Sabrina Koziel), den Hausl (Achim Heinle) und die Putzfrau Erna (Tamara Pecher) auf die Straße setzen.

Als dann auch noch der Juniorchef Ringo (Sebastian Leopold) viel Geld beim Pokern mit der Russenmafia (Wolfgang Siersch und Anton Marx) verzockt, spitzt sich die Lage so zu, dass eine einträgliche Erpressung als einziger Ausweg aus der Misere erscheint …

Das Premierenpublikum ging bei der frivolen Komödie begeistert mit und honorierte beispielsweise Simon Heinles schauspielerischen Mut, im Erotik-Outfit auf der Bühne zu erscheinen, mit spontanem Beifall. Zum Erfolg trugen auch die beiden Maskenbildnerinnen Daniela Kränzle und Simone Nimmrichter, Maria Mordstein als Souffleurin, Ulrich Heinle am Vorhang sowie Jürgen Wink, Jürgen Tiroch, Dieter Tiroch und Lukas Nenning bei, die für den reibungslosen technischen Ablauf sorgten.

Anerkennende Pfiffe und leicht irritierte Blicke zog Jürgen Wink auf sich, der den Gästen als leichtes Mädchen verkleidet Puffreis anbot. Rudi Klinger (Akkordeon) und Hannes Köhler (Bass) in Mafia-Montur unterhielten die Zuschauer in der Pause mit Liedern wie dem „Kriminaltango“, während Thomas Reitenberger kaum mit dem Backen der pikanten Fladen nachkam, die in Neumünster seit jeher zum Theaterabend dazugehören.

Weitere Aufführungen heute, 9. November, Samstag, 10. November, Freitag, 16. November, und Samstag, 17. November, jeweils um 19.30 Uhr im Vereinszentrum Neumünster. Kartenvorbestellung: Montag bis Freitag, 18 bis 19 Uhr bei Norbert Seehuber, Telefon 08295/1347.

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