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Modellflug

29.01.2015

SOS über Welden

Mit Modellbau kennt er sich aus: Davy Bernhard hat in Welden an Weihnachten einen Quadrocopter verloren. Er hofft noch immer auf einen ehrlichen Finder.
Bild: Maximilian Czysz

Eine Drohne macht sich am Theklaberg selbstständig. Die Kamera könnte einen Absturz überstanden haben

Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben: Seit einem Monat vermisst Davy Bernhard einen Quadrocopter – das ist eine Drohne, mit der sich aus luftiger Höhe Filmaufnahmen und Fotos machen lassen. Der 38-jährige Projektkoordinator eines Softwareentwicklers und begeisterte Flugmodellbauer startete unterhalb des Theklabergs in Welden zu einem Übungsflug. Dann passierte es – ausgerechnet an Weihnachten. Eine schöne Bescherung.

Der Quadrocopter machte sich plötzlich selbstständig und verschwand hinter den Bäumen am Berg. Bernhard hatte das rund 1000 Euro teure Gerät von einem Freund geliehen, für den er Gebäudeaufnahmen machen sollte. Die Steuerung und Bedienung vom Boden aus fiel dem gebürtigen Franzosen nicht schwer – er hat schließlich mehrere Hubschrauber- und Flugzeugmodelle. Sie in der Höhe zu halten sei weitaus komplizierter als den Quadrocopter zu steuern. Der hat zudem ein Stabilisierungssystem, mit dem er sich waagrecht in der Luft halten kann. Das ist gerade bei Aufnahmen wichtig, die verwackeln könnten. Außerdem verfügt die Drohne über ein GPS – doch genau das wurde Bernhard vermutlich zum Verhängnis. Es könnte nämlich gut möglich sein, dass es eine Verbindungsstörung zwischen der Kamera und dem Fluggerät gegeben hatte. Das wiederum sorgte dafür, dass das GPS aussetzte. Das Problem: Normalerweise landet die Drohne bei einer Störung sofort und automatisch am Startort, der über die GPS-Daten definiert ist. Ohne GPS findet sie nicht wieder zurück – und machte sich damit auf nimmer Wiedersehen selbstständig. Über ähnliche Fälle hatte Bernhard bereits im Internet gelesen. „Return to home“ heißt die GPS-gesteuerte Funktion, die Bernhard mehrmals getestet hatte. „Es hatte super funktioniert“, sagt er.

Er vermutet, dass sich der Quadrocopter in einem Umkreis von zwei Kilometern um den Startort am Gasthof Hirsch befindet. So lange dürften die Akkus noch Energie gehabt haben und die Drohne mit ihren vier Rotoren in der Luft gewesen sein. Einberechnet hat er den Wind, der den Quadrocopter zusätzlich in Richtung Osten getragen haben dürfte. „In vier Minuten kann da schon viel passieren.“

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Noch an Weihnachten und in der Nacht hatte er sich sofort auf die Suche gemacht. Die Hoffnung: Die Drohne gibt sich zu erkennen. Wirklich: Sie blinkt und brummt nämlich nach einer Notlandung. Gerade in der Nacht wäre das Notsignal zu erkennen gewesen – war es aber nicht. Auch in den Tagen danach spazierte die Familie immer wieder am Theklaberg. „Mir hat das einfach keine Ruhe gelassen.“ Doch alle Bemühungen blieben ohne Erfolg.

Jetzt hofft Bernhard auf einen ehrlichen Finder. Ihm geht es vor allem um die Kamera, die in einem wetter- und wasserfesten Gehäuse sitzt. Sie hat eine 64-GB-Speicherkarte und eignet sich besonders für Actionaufnahmen. Sie dürfte einen Absturz überstanden haben, ist sich der Modellpilot sicher. Dass der Quadrocopter schadlos gelandet ist, bezweifelt er.

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