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10.10.2009

Sachliche Antworten, aber keine Änderung in der Sache

Holzheim (glori) - "Die Holzheimer können stolz auf sich sein", schrieb der schwäbische Regierungspräsident Karl Michael Scheufele in das Erinnerungsbuch in der Mahnkapelle "Maria Hilf". Am Donnerstagabend war er nach Holzheim gekommen, um sich die Situation vor Ort anzusehen und sich den Fragen der Bürger über die geplante Schlackedeponie zu stellen.

Zunächst besichtigte er die Sandgrube, an der noch am Donnerstag die ersten Vorarbeiten für die Deponie begonnen hatten. Holzheims Bürgermeister Robert Ruttmann und sein Kollege aus Münster, Gerhard Pfitzmaier, erörterten dem Politiker die momentane Situation, erzählten von der deponiegebeutelten Geschichte der Gemeinde und beschrieben vor allem die Gefühlslage der Bürger. Ruttmann: "Ich hoffe Sie verzeihen, wenn ich etwas erregt bin, aber dieses Thema ist sehr emotionsbeladen." Scheufele hörte sich äußerlich ruhig an. Der Besuch der "vom Himmel gefallenen Kapelle", nötigte ihm Respekt, aber keine Gefühlsregung ab.

150 Bürger waren gekommen und machten ihrem Ärger Luft

Auch in der Informationsveranstaltung in der Holzheimer Mehrzweckhalle blieb Scheufele sachlich. Seine Grundaussage: Die Regierung halte sich an den Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahre 2000.

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Über 150 Bürger waren gekommen und wollten Antworten auf ihre Fragen und ihrem Ärger über so manche Regierungsentscheidung Luft machen. Um von vornherein die Diskussion auf einem vernünftigen Niveau zu halten, führte Ruttmann gleich zu Beginn Spielregeln ein. Es müsse alles im Bereich des Anstandes bleiben.

Spontaner Beifall, aber auch Pfiffe und Buh-Rufe

So war es dann auch. Ab und an brandete spontaner Beifall auf, aber auch Pfiffe und Buh-Rufe begleiteten so manche Aussage des Präsidenten. Neun Fragen hatten die beiden Bürgermeister vorbereitet, die Scheufele verständlich, aber mit einiger Distanz beantwortete. Festlegen wollte er sich nicht.

Vor allem vom Zusammenhalt der Bürger und dem friedlichen Protest zeigte sich Scheufele beeindruckt: "Ihre Solidarität nötigt mir Respekt ab, ich begleite das mit sehr viel Sympathie."

Von kritischen Fragen und teils knallharten Angriffen auf seine Regierung ließ er sich nicht aus der Ruhe bringen. Lauter wurde er nur, als er sich Personifizierungen verbat: "Ich möchte nicht, dass einzelne Personen verunglimpft werden."

Am Ende hatten die Holzheimer von Scheufele eine Zusammenfassung der ohnehin schon bekannten Tatsachen bekommen. Einige Fragen, die auf den Nägeln brannten, blieben unbeantwortet. Doch die meisten Bürger zeigten sich froh, "dass sich nun endlich einmal einer die Sache angesehen hat", brachte es eine Zuhörerin auf den Punkt.

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