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Gersthofen

09.06.2015

Sich beim Klettern einmal fühlen wie Tom Cruise

Entlang der „Boulder“ genannten Griffe kann man sich quer durch die Halle hangeln, wie hier Fabian Schwab. Wem das zu anspruchsvoll ist, für den gibt es  im Soccer- und Bouldercenter in Gersthofen auch leichtere Kletterwände.
Bild: Marcus Merk

Das Soccercenter in Gersthofen erweitert sein Angebot. Nicht nur mit einer Kletterwand

Am Anfang des Films „Mission Impossible II“ springt Ethan Hunt alias Schauspieler Tom Cruise in luftige Höhe über Felsen weitab der Zivilisation, kann sich knapp an einem Vorsprung festhalten. Die Szene lässt sich im Miniaturformat ab Mittwoch, 10. Juni, im Gersthofer Soccercenter nachspielen, das dann in „Soccer- und Bouldercenter“ umbenannt wird. Bouldern ist eine Trend-Klettersportart, bei der hauptsächlich ohne Sicherungsseil gearbeitet wird. Bei den Sprüngen gibt es die aber schon.

Halleneigentümer Norbert Neureither freut sich auf den „Nervenkitzel“. Wer die Kletterwand bezwungen hat, der kann von oben auf einen Boxsack springen. Wer daneben springt, den hält das Seil. Es ist eine von zahlreichen Themenwelten, die sich den Kletterern eröffnen. Ein Hallenfußballfeld musste dafür weichen, die drei anderen bleiben stehen. Auf 1100 Quadratmetern entsteht so ein Kletterbereich, den Neureither als „einen der Größten im Umkreis von 100 Kilometern“ bezeichnet.

Auf der anderen Seite der Wand können Kletterer versuchen, als Feuerwehrleute ein Fenster zu erreichen, sich an einer Häuserfassade entlang hangeln, oder auch an Dinoknochen. Sportler können auch auf Zeit klettern. An diesen sogenannten „Fun-Walls“ sollen automatische Sicherungssysteme dafür sorgen, dass jemand, der abrutscht, nicht bis zu acht Metern in die Tiefe stürzt. So braucht es niemanden mehr, der beim Klettern absichert. Um die Gefahr weiter zu senken, ist der Boden mit 30 Zentimeter tiefem Weichboden ausgestattet. „Das macht kaum eine Halle, die nehmen normalerweise Beton“, sagt er. Allerdings räumt auch er ein: „Klettern ist natürlich gefährlich, aber wir minimieren das Risiko dadurch fast auf null.“ Ein Sturz aus acht Metern Höhe könne bei aller Sicherheit noch zu Verletzungen führen.

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Der Sicherheitsgedanke passt gut ins Konzept. Zusammen mit Frank Vogel hatte Norbert Neureither 2013 das Soccercenter gekauft, ließen sich vom Konzept einer Sporthalle überzeugen, die vor allem bei Kindergeburtstagen und teambildendenden Maßnahmen von Firmen gebucht werden soll. Mit der reinen Fußballhalle ging dieses Konzept aber nur bedingt auf. „Im Winter haben nicht genug Plätze für alle – dafür ist im Sommer so gut wie nichts los“, sagt Neureither. Für die wirtschaftliche Planung seien diese Schwankungen ein großes Problem. Immerhin arbeiten 15 Mitarbeiter in der Sporthalle.

Mit dem Bouldercenter wollen sich Eigentümer und Betreiber Andreas Wolf ein stückweit unabhängig von der Jahreszeit machen. Klettern sei „längst ein Breitensport geworden“, sagt der Eigentümer, plant in der Anfangsphase mit 40 bis 70 Kunden am Tag. Eine Kletterschule soll es geben, auch therapeutisches Klettern will das Team anbieten, sobald ein Kooperationspartner gefunden ist. Eine Lounge für Feiern und ein Tanzstudio sind bereits vorhanden.

Nicht nur Anfänger zählen zur Zielgruppe. Neben der Sprungwand à la Tom Cruise führt eine Nische in einen finsteren Raum, der wie eine Rumpelkammer wirkt, in der das Licht ausgefallen ist. Dabei handelt es sich um eine drei Meter hohe Boulder-Kletteranlage. Die „Boulder“ genannten Griffe an den Wänden sind LED umrandet und leuchten in dem Schwarzlichtraum. Daneben beginnt die eigentliche Boulderwand. Im Schnitt ist sie 4,5 Meter hoch. Oben angekommen gelangen die Kletterer auf eine Empore, müssen also nicht den Weg zurück, den sie gekommen sind. Das nennt sich „Top-Out“. Alternativ ist es auch möglich, sich den Weg entlang zu hangeln, etwa rückwärts an Vorsprüngen vorbei.

Am Mittwoch wird sich zeigen, wie das Konzept angenommen wird. Der Eintritt ist an diesem Tag frei, jedoch wird um Spenden für die Sozialeinrichtung „Bunter Kreis“ in Höhe des eingesparten Eintritts gebeten. Interimsbetreiber Fritz Biermann vertritt dann den erkrankten Andreas Wolf. Nervös sei das Team nicht: „Wir haben gar keine Zeit, aufgeregt zu sein“, sagt er.

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