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Horgau-Herpfenried

14.01.2015

Sie macht den Bauernhof zum Erlebnis

Tiere und Natur erleben und verstehen: Carolin Reh aus Herpfenried hat sich zur Erlebnisbäuerin weitergebildet.
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Tiere und Natur erleben und verstehen: Carolin Reh aus Herpfenried hat sich zur Erlebnisbäuerin weitergebildet.

Carolin Reh aus Herpfenried hat sich als Erlebnisbäuerin qualifiziert. Um Gäste zu begeistern, muss nicht immer die „große Sache“ angeboten werden

Der Hund bellt, als die Gänse mit viel Geschnatter ausbüchsen. Die Katzen und frei laufenden Hühner vor der Haustüre lassen sich davon nicht beeindrucken. Sie genießen die Sonne und scharren im Boden. Auf dem Hof von Carolin Reh und Markus Vietz in Herpfenried gibt es viel zu erleben. Sie haben vor Jahren das Bauernhaus in dem Horgauer Weiler mit drei Hektar Grund gekauft und sich damit einen Traum erfüllt: ein Leben auf dem Land, mit Tieren. Verbunden mit viel Handarbeit, um sich weitgehend selbst zu versorgen. Das wollen sie nun anderen vermitteln: Die 41-jährige Carolin Reh hat sich zur Erlebnisbäuerin weitergebildet.

In vielen Kursen und Seminaren ging es unter anderem darum, wie ein Programm aufgebaut wird, das Kinder, Senioren oder auch Menschen mit Behinderungen anspricht. Wie lassen sich die Ideen pädagogisch umsetzen? Wie müssen Lernzirkel aufgebaut sein und wie funktioniert die Kostenkalkulation? Bei einer Lehrfahrt gab es Eindrücke von anderen Erlebnishöfen in Bayern. Klar wurde der fünffachen Mutter, die mit ihrem Mann keine klassische Landwirtschaft betreibt: Alle Anbieter sind unterschiedlich und einzigartig – so wie die Menschen auch. Und: „Ein Erlebnisbauernhof ist überall möglich.“ Interessierte an Natur, Tiere und Landwirtschaft heranzuführen, sei mit einem Apfelbaum oder einem Holunderstrauch genauso wie mit einem Stall voller Kühe möglich. Man muss es nur machen.

Carolin Reh hat im vergangenen Jahr damit angefangen. Zunächst galt es jedoch, die Abschlussprüfung zu bestehen. Die gelernte Kinderpflegerin musste ein dreistündiges Programm ausarbeiten, das dann von Vorschulkindern aus Zusmarshausen getestet und von Prüfern des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg bewertet wurde. Am Ende ging es in den „Geschichtenkeller“ auf dem Hof: Bei Kerzenschein liest die gelernte Kinderpflegerin im ehemaligen Kartoffelkeller vor. Keine Frage, dass die Buben und Mädchen im gemauerten Gewölbe unter dem Schweinestall die Ohren spitzen. Ab März will Carolin Reh einen Jahreskurs anbieten. Einmal im Monat treffen sich Kinder auf dem Hof, um zu erleben, wie Kartoffeln gesetzt, versorgt und am Ende geerntet werden – und dann auf dem Tisch landen. „Die Teilnehmer sollen Zusammenhänge verstehen lernen und Verantwortung übernehmen“, sagt Reh. Möglichkeiten gibt es dazu genug: Ob mit den Duroc-Schweinen, den Legehühnern, Marans- und Seidenhühnern, den Gänsen, Tauben und Wachteln, den Katzen und dem Hund oder den Hasen, die in den alten Silos oder dem ehemaligen Plumpsklo des Hofs ein Quartier bekommen haben. Oder demnächst mit den umgänglichen Burenziegen und ihren markanten Schlappohren, die Gäste über die Wiesen führen sollen. „Es braucht nicht immer die großartige Sache“, sagt Carolin Reh. „Oft reichen Kindern schon ein raschelnder Heuboden oder Spiele im Garten.“

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