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Ferienprogramm

08.09.2018

Spurensuche in Matschklamotten

Jedes Kind bekam einen Quadranten zugeteilt. <b>Foto: Steffi Brand</b>
Bild: Steffi Brand

Auch der Dauerregen konnte die jungen Forscher mitten in Meitingen nicht bremsen

Meitingen Das Ferienprogramm des Arbeitskreises für Vor- und Frühgeschichte im Heimatverein für den Landkreis hätte wirklichkeitsgetreuer nicht sein können. Als sich an die 15 Kinder einfanden, um im Erdreich nach Spuren der Meitinger Ortsgeschichte zu suchen, regnete es in Strömen. „Das sind reale Bedingungen“, erklärt Kreisheimatpflegerin Gisela Mahnkopf. Wenn ein Termin ausgemacht ist, dann trifft sich das Team immer – egal bei welchem Wetter. Graben können sie hingegen nur dann, wenn der Regen aufhört. Seit geraumer Zeit arbeitet das Archäologen-Team an der Donauwörther Straße in Meitingen.

Zunächst fand sich die in bunte Matschklamotten gehüllte Kinderschar im Zelt ein. Dort durften sie raten, was Gisela Mahnkopf aus der Kiste der Funde der Runde präsentierte. Fragezeichen machten sich auf den Gesichtern der Kinder breit. „Uns geht es genau wie euch“, erklärte die Kreisheimatpflegerin. „Zunächst ist auch für uns alles, was wir finden, ein komisches Teil.“ Dann wird getüftelt: Ist es ein Stein? Ist es Metall? Ist es Keramik?

Georg kommt der Lösung recht nahe. Er tippt, dass das Fundstück, das auf dem Gelände neben der Donauwörther Straße gefunden wurde, ein Zahn sein könnte – und er hat recht. Es ist der Zahn eines Wildschweins. Rätseln beim nächsten Objekt: Ist das verrostete Metallteil ein Speer oder eine Lanze? Philipp hat plötzlich die Lösung parat: Es ist die Spitze eines Pfluges.

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Das nächste Fundstück, ein sogenannter Spinnwirtel, wurde von den Kindern zunächst als Schmuckstück interpretiert. Doch es ist ein Hinweis darauf, dass direkt neben der Donauwörther Straße einst Textilherstellung betrieben wurde. Damit die Kinder eine zeitliche Vorstellung bekommen, erklärte Gisela Mahnkopf: „Die Funde stammen aus der Zeit nach den Römern und vor den Rittern.“

Das Interpretieren der Fundstücke ist eine der letzten Aufgaben der Archäologen. Zunächst wird vermessen, gegraben, gesiebt, gewaschen, gezeichnet, dokumentiert und verpackt. Um den Kindern die einzelnen Schritte näherbringen zu können, wurde die erstbeste Regenpause genutzt. Ausgestattet mit Eimer, Kelle und Knieschoner steuerte die Truppe das vorbereitete Areal an, auf dem jedes Kind einen Quadranten zugewiesen bekam. „Wir wissen nie, was uns erwartet“, verrät Gisela Mahnkopf. Was die Kinder des Ferienprogramms finden sollten, wusste das Archäologen-Team hingegen ganz genau. Sie hatten Funde dort platziert, wo sich nun die Kinder als Hobby-Archäologen austoben durften. (brast)

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