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Kinderbetreuung

12.07.2020

Stadtbergen sucht händeringend nach Pädagogen

Um den Bedarf an Kindergartenplätzen in Stadtbergen auch künftig decken zu können, soll auch die Kita am Reiterweg weiter ausgebaut werden.
Bild: Marcus Merk

Plus Derzeit werden in Stadtbergen viele Kitas erweitert. Aber es fehlt an Personal. Wie die Prognose bis 2029 aussieht.

Aktuell ist Stadtbergen in Sachen Kinderbetreuung gut aufgestellt, erklärte Bürgermeister Paulus Metz in der letzten Sitzung des Verwaltungsausschusses. Die Stadt betreibt acht Kindergärten, in denen Platz für 470 Kinder ist. Durch die Erweiterung des „Beiboot“ des Arche Noah Kindergartens, das im September fertig gestellt wird, kommen laut Verwaltung noch einmal 25 Plätze dazu. Krippenplätze gibt es in Stadtbergen deutlich weniger. Im Moment stehen 124 Plätze in fünf Einrichtungen zur Verfügung, für den nächsten Turnus, der im September beginnt, scheint das noch auszureichen.

Die Organisation und Bereitstellung der Kinderbetreuung gehört zu den wichtigsten Aufgaben einer Kommune wie Stadtbergen. Deshalb ist der Bau von Kindergärten und -krippen immer wieder Thema im Stadtrat, inklusive intensiver Diskussionen und Wortwechsel. Für all das braucht es allerdings eine Basis, die das Landratsamt mit einem Prognose-Tool liefert. Das digitale Werkzeug sagt voraus, wie viele Plätze in Kindergärten, Krippen und Horts in den nächsten Jahren benötigt werden.

Die Prognose sieht ab 2026 einen höheren Bedarf in Stadtbergen

Die Prognose liefert Zahlen bis ins Jahr 2029 um Stadträten und Gemeinden eine langfristige Planung zu ermöglichen. Im Verwaltungsausschuss in Stadtbergen ging es aber vor allem um die aktuelle Situation. Hier hieß es, die Kindergartenplätze würden für die nächsten Jahre noch ausreichen. Die Prognose sieht einen Bedarf von 450 Plätzen ab September, die Stadtbergen selbst anbieten kann. Allerdings müsse in Zukunft auch hier weitergedacht werden. Das Werkzeug des Landratsamts berücksichtigt zum Beispiel mögliche Neubaugebiete und damit verbundene Zuzüge und sieht ab 2026 einen höheren Bedarf.

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Während also für die kommenden Jahre noch genügend Kindergartenplätze zur Verfügung stehen, gehen die Werte bei Krippenplätzen weit auseinander. Schon für diesen September spricht die Prognose von 234 benötigten Plätzen, Stadtbergen kann allerdings nur 124 Plätze bieten. Stadtdirektor Holger Klug erklärte in der Sitzung des Verwaltungsausschuss: „Laut Anmeldezahlen reichen die bestehenden Plätze bisher aus.“ Generell sei die Bedarfsplanung schwierig und entspreche nicht immer der Realität.

Die Diskrepanz zwischen Prognose und bestehenden Plätzen habe unterschiedliche Gründe. Holger Klug zum Beispiel betonte, dass 61 Kinder im Kindergartenalter und 16 Krippenkinder aus Stadtbergen in anderen Gemeinden betreut werden. Dagegen stehen 26 Kindergartenkinder und 11 Krippenkinder, die nicht aus Stadtbergen kommen, aber dort einen Platz bekommen haben. Auch die Anzahl der Zuzüge sei schwierig zu planen. „Man kann bei Neubaugebieten eigentlich nie voraussagen, ob man Krippen-, Kindergarten- oder eher Hortplätze benötigt“, erklärte Verena Fetz, die zuständige Mitarbeiterin der Verwaltung.

Ausbau am Reiterweg soll bis 2022 fertig sein

Die Stadt habe allerdings auch „mitgedacht“, betonte Fetz. Der Ausbau der Kindertagesstätte am Reiterweg, der voraussichtlich im Jahr 2022 fertig gestellt wird, werde die Situation entspannen. Bis dahin helfe die flexible Interimslösung mit Containern. Auch Bürgermeister Metz erklärte: „Aufgrund der Containerlösung sind wir im Kindergartenbereich safe.“ Der Ausbau der Einrichtung am Reiterweg sei für die Zukunft wichtig. Allerdings betonte Metz auch: „Wenn ich mir die Situation so anschaue, glaube ich, dass wir auch das blaue Haus weiterbetreiben müssen.“ Diese Außenstelle der Kita am Reiterweg hätte nach der Erweiterung eigentlich nicht weiter genutzt werden sollen.

Viel wichtiger als die Frage nach den baulichen, ist die, ob eine Einrichtung ihre theoretischen Kapazitäten voll ausschöpfen kann. Dabei kommt ein altbekanntes Problem auf, das nicht nur Stadtbergen betrifft: Der Mangel an Personal. Paul Metz dazu: „Im Moment müssen wir froh sein, wenn wir nach einer Ausschreibung überhaupt Bewerbungen bekommen. Wir werden genügend Räumlichkeiten haben, aber immer händeringend nach Personal suchen.“ Außerdem betonte er: „Die Tendenz geht dahin, dass Pädagogen kleinere Gruppen betreuen wollen.“ Auch in diesem Zusammenhang müsse Stadtbergen potenziellen neuen Mitarbeitern entgegen kommen und die Gruppengröße gegebenenfalls reduzieren, was rein rechnerisch auch bedeute, dass die Stadt mehr Gruppen, mehr Räumlichkeiten und mehr Personal braucht.

Kindergarten kann auch in Hort umgewandelt werden

Im Ausschuss meldeten sich Günther Oppel (Pro Stadtbergen) und Thomas Miehler (Grüne) zu Wort. Oppel betonte, dass er die baulichen Entwicklungen, die in der Prognose angenommen werden, für überzogen halte. „Wir sollten in Zukunft nur weitere Baugebiete ausweisen, wenn wir auch die Kinderbetreuung sicherstellen können“, meinte er. Miehler interessierte, ob man eine Kindertagesstätte auch zu einem Hort umfunktionieren könne, sollte sich der Bedarf verändern. Am flexibelsten sei die Interimslösung mit Containern in diesem Zusammenhang, erklärte Fetz. Auch bei Gebäuden sei es generell möglich: „Die räumlichen Vorgaben für einen Hort sind weit weniger strikt, als für einen Kindergarten.“

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