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Allmannshofen-Holzen

26.06.2017

Tradition mit Flair und einem Hauch Nostalgie

Kommt seit 35 Jahren auf den Johannimarkt und machte auch an seinem 77. Geburtstag keine Ausnahme: Spielwarenhändler Rudolf Daser.
Bild: Monika Matzner

Den Johannimarkt in Holzen gibt es seit mehr als 100 Jahren. Warum die Veranstaltung noch immer so beliebt ist.

In Scharen sind die Besucher am Wochenende nach Holzen geströmt, um das besondere Flair des Johannimarktes „zwischen Tradition und Klosteridyll“ zu genießen. Graf Ernst von Treuberg rief den Jahrmarkt im 19. Jahrhundert anlässlich des Patroziniums der Klosterkirche „St. Johannes der Täufer“ ins Leben. Einst ein Stück Grundversorger, ist der Johannimarkt heute eine gelungene Kombination von Einkaufserlebnis, Geselligkeit und Tradition – auch beliebt bei Besuchern über die Landkreisgrenzen hinaus, wie die Kennzeichen der parkenden Autos verrieten.

Auch ungewöhnliche Stücke sind mit dabei

Schon ab Samstagnachmittag stöberten die Besucher durch die reich bestückten Stände des Johannimarktes, den die Gemeinde Allmannshofen gemeinsam mit den Ortsvereinen organisiert. Vom Nützlichen über Schönes und Leckeres war alles geboten, von Mode- und Trendartikeln über Haushaltswaren bis zu handwerklichen Arbeiten. Die Händler und Fieranten verstanden es mit oft hohem Unterhaltungswert, ein besonderes Utensil aus ihrem Angebot vorzuführen. Etwa den langstieligen Rückenkratzer mit Rollen „für die Nackenmassage, der jeden strapazierten Body wieder fit kriegt“. Ausprobieren inklusive. Das galt auch am Hut-Stand, wo für sommerlichen Temperaturen „Dächlikappen“ von Stroh bis Leder zur Anprobe warteten. Mancher Interessent blieb für einen Ratsch auch gerne etwas länger stehen. Zahlreiche Händler sind „Stammgäste“, weil sie das Ambiente und die Kunden am Johannimarkt sehr schätzen. Etwa Rudolf Daser aus dem Aichacher Raum. Er kommt mit seinem Spielwarenstand seit 35 Jahren nach Holzen. Selbst an seinem 77. Geburtstag am gestrigen Sonntag machte er keine Ausnahme und brachte mit Bulldogs und Baggern viele Kinderaugen zum Strahlen. Die Werkstatt für Menschen mit Behinderung und die Förderstätte boten ihre kreierten Kunstwerke im Klosterladen an und versorgten die Besucher in der Cafeteria der Werkstatt mit selbst gebackenem Kuchen. Auch sonst war das kulinarische Angebot reichlich, von frisch gebrannten Mandeln über Fischsemmeln bis zum Käse.

Ein Anziehungspunkt war die Schiffschaukel

Deren Anblick wehte einen Hauch Nostalgie über den Platz – das Fahrgeschäft erfreut sich seit Jahrzehnten einer fortdauernden Beliebtheit. Mutige Jugendliche stiegen in die Überschlag-Gondel. „Für die Jungs eine prima Gelegenheit, um Bewunderinnen zu beeindrucken“ meinte eine junge Besucherin verschmitzt. Wer genug hatte vom Schiffschaukeln und Bummeln nahm im Festzelt oder Biergarten Platz. Hier sorgte der Musikverein Nordendorf, das Jugendblasorchester Ellgau sowie die Ehinger Musikanten samt Vororchester für Stimmung.

Bürgermeister Manfred Brummer freut sich, dass der Johannimarkt im malerischen Ambiente des Klosters seit Generationen ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt ist. Er betont aber auch, dass es für die Gemeinde eine große Herausforderung sei, die jährliche Veranstaltung zu stemmen. „Ohne die tatkräftige Unterstützung der Ortsvereine und vieler Helfer wäre dies unmöglich“ findet er lobende Worte. Von der ehrenamtlichen Kuchenbäckerin bis zum Parkplatzeinweiser gäbe es unzählige Handgriffe im Hintergrund. „Das gelungene Miteinander verleiht dem Markt einen besonderen Charme“ so Brummer.

Undenkbar wäre der Johannimarkt ohne den feierlichen Patroziniums-Gottesdienst. Das Kirchliche Hochfest wurde mit vielen Gläubigen am Sonntagvormittag im Hof der Klosteranlage gefeiert.

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