Newsticker

Rund 150.000 Corona-Infizierte und fast 3000 Tote in den USA
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Trauercafé: Das Konzept kommt an

Meitingen

29.05.2018

Trauercafé: Das Konzept kommt an

„Wir sind eine nette Runde, die sich gegenseitig stützt und dann die Hand hält, wenn’s drauf ankommt“:  Mandy Regis-Lebender, Anita Graf, Sonja Ritz (stehend von links nach rechts), Gerlinde Tengler, Jutta Totzeck und Anna Walter-Richters (sitzend von links nach rechts) empfangen die Besuchers des Trauercafés abwechselnd in der Begegnungsstätte am Fiakerpark. Sie haben in dieser Formation das Trauercafé vor einem Jahr gestartet. Heute ergänzt Lydia Schnelzer das Team.
Bild: Steffi Brand

Vor einem Jahr sind die Organisatoren in Meitingen in eine ungewisse Zukunft gestartet. Heute wissen sie: Die Gäste kommen gerne

Vor einem Jahr hingen noch viele große Fragezeichen über den Köpfen des Organisationsteams des Trauercafés. Mandy Regis-Lebender, die Koordinatorin der Hospizgruppe, die ausgebildeten Trauerbegleiterinnen Anita Graf, Anna Walter-Richters und Gerlinde Tengler sowie die Hospizbegleiterinnen Jutta Totzeck und Sonja Ritz öffneten zum ersten Mal die Türen der Begegnungsstätte im Fiakerpark. Ihr Angebot: ein Trauercafé. Im Mai können sie nun ihr einjähriges Bestehen feiern.

„Wir sind damals aus dem Nichts gestartet“, verrät Mandy Regis-Lebender rückblickend. Ob überhaupt jemand kommt, wie’s laufen wird, ob das Konzept passt oder ob sie gar ihren Kuchen selbst essen müssen – das alles stand für das Team des Trauercafés damals noch in den Sternen. Heute hat sich diese Ungewissheit gelegt. „Das Konzept ist gut und kommt an“, resümiert die Koordinatorin der Hospizgruppe stolz.

Der Erstkontakt erfolgt häufig übers Telefon

Dankbar ist sie vor allem für das große Engagement des Teams und für die Räume, die sie nutzen dürfen. Das Trauercafé wird regelmäßig, alle vier Wochen, gut besucht. Zu den Besuchern zählen alte und neue Gesichter, Jüngere und Ältere, Menschen aus der Gegend und andere, die ganz gezielt nach einem Angebot suchen und es im Trauercafé finden. Der Erstkontakt erfolgt häufig übers Telefon. „Erzählt mir jemand am Telefon von der Suche nach dem richtigen Ansprechpartner, vereinbare ich kurzfristig einen Gesprächstermin“, erklärt Mandy Regis-Lebender.

Trauercafé: Das Konzept kommt an

Ohne Gesprächsangebot vertröstet sie niemanden, wohl wissend, dass ein Gespräch gerade dann nötig ist, wenn ganz gezielt nach Hilfe gesucht wird. Meist folgt dann eine Einladung ins Trauercafé, in eine Gruppe, die flexibler und offener kaum sein könnte. Im Trauercafé ist Zeit und Raum, um zusammen zu sein. Menschen, die Ähnliches erlebt haben, kommen hier zusammen. Sie sprechen darüber. Sie schweigen gemeinsam. Immer haben die Trauerbegleiter ein Programm parat. Oft haben sie es einfach ad acta gelegt, weil die Situation eine andere war.

Geschichten zum Mitfühlen

Zum Einjährigen war es ebenso. Zwar gab es ein Programm, doch die Besucher gaben eine andere Richtung vor und so ergaben sich aus einer kurzen Vorstellungsrunde der Teilnehmer Geschichten. Geschichten zum Mitfühlen. Geschichten zum Zuhören. „Wir sind eine nette Runde, die sich gegenseitig stützt und dann die Hand hält, wenn’s drauf ankommt.“ So beschreibt Mandy Regis-Lebender die Trauergruppe. Bei jedem Treffen sind Fachkräfte vor Ort, die sich über bekannte Gesichter und über neue Interessierte gleichermaßen freuen.

Das größte Lob ist es, wenn Menschen mit den Worten zu uns kommen: „Ich bin gerne hier. Hier fühle ich mich wohl.“ Mandy Regis-Lebender berichtet über das positive Feedback, das sie bekommt. Und sie beobachtet voller Freude, was in der Begegnungsstätte im Fiakerpark geschehen kann. „Es bilden sich Freundschaften“, erklärt sie. Auch bekommen die Gäste im Trauercafé neben Kaffee und Kuchen direkt noch eine neue Portion Mut serviert. Diesen leben sie dann nicht selten gemeinsam aus, tauschen sich über Angebote im Ort aus und nutzen das Trauercafé so als eine Plattform, um sich kennenzulernen.

Ein Grund, warum das Trauercafé so gut angenommen wird, ist auch das Team. Dieses ist fast dasselbe geblieben wie beim Start vor einem Jahr. Lydia Schnelzer kam als Verstärkung hinzu. Gemeinsam mit Jutta Totzeck absolviert sie gerade die Weiterbildung zur Trauerbegleiterin. Gemeinsam hauchen sie dem Raum in der Begegnungsstätte Gemütlichkeit ein. Neben Kaffeeduft und leckerem Kuchen, der oft auch von einer Besucherin des Trauercafés mitgebracht wird, ist es auch die Tischdekoration, die farblich, thematisch und jahreszeitlich abgestimmt den Gästen zeigt: Das Team des Trauercafés freut sich auf seine Gäste. Und aus dem Fragezeichen ist ein großes Ausrufezeichen geworden.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren