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Dinkelscherben-Anried

06.06.2019

Tresor für den Badesee: Mit ihrer Erfindung soll der Geldbeutel sicher sein

Dennis Zappi und Gero Kraus (links) haben den „Spinsafe“ erfunden. Damit sollen Wertgegenstände beim Baden sicher verstaut werden. Nun kann man ihr Produkt kaufen.
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Dennis Zappi und Gero Kraus (links) haben den „Spinsafe“ erfunden. Damit sollen Wertgegenstände beim Baden sicher verstaut werden. Nun kann man ihr Produkt kaufen.
Bild: Dennis Zappi

Plus Wohin mit Handy oder Geldbeutel beim Baden? Diese Frage brachte zwei Erfinder auf eine Idee. Jetzt gibt es ihren „Spinsafe“ zu kaufen. Das steckt dahinter.

Abkühlung ist in diesen Tagen gefragt. Für viele heißt es: Ab an den Badesee. Doch vor dem Sprung ins kalte Nass meldet sich das schlechte Gewissen. Wohin mit Handy, Geldbeutel oder Schlüssel? Gero Kraus, der aus dem Dinkelscherber Ortsteil Anried kommt, und sein Freund Dennis Zappi haben sich über diese Frage Gedanken gemacht. Sie verkaufen jetzt einen Tresor für den Badesee.

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So funktioniert der Safe

In wenigen Wochen haben die beiden bereits rund 250 ihrer Bade-Safes verkauft. Seitdem gibt es den Bade-Tresor im Internet-Shop der beiden Erfinder. Der kleine Safe sieht aus wie ein Straußenei, wenn er in der Erde steckt. In dem halbrunden, etwa 25 Zentimeter hohen Gehäuse haben zum Beispiel Smartphone, Geld und Autoschlüssel Platz.

Der Safe hat eine lange, dicke Schraube. Mit dieser wird die rund 60 Euro teure Konstruktion fest in den Boden gedreht, dann platziert man seine Wertsachen darauf, stülpt die Oberschale drüber und schließt ab. Der Kniff hierbei ist, dass die Oberschale nach dem Verschließen frei um die fest im Boden verankerte Schraube rotiert. Somit ist das Herausdrehen erst wieder nach dem Entriegeln des Zahlenschlosses möglich. Falls der Safe dennoch geklaut wird, gibt es auch einen digitalen Schutz. „Wir haben zusätzlich eine App entwickelt“, erklärt Kraus. Sie warnt über das Handy im Safe mit einem schrillen Alarm – so sollen Diebe abgeschreckt werden. Außerdem können in Echtzeit über hinterlegte Notfallnummern auch Freunde informiert werden, wenn der Safe aus dem Boden gerissen wird. Sollte auch das einen Dieb nicht abschrecken, kann der Safe ab neun Euro im Jahr zusätzlich versichert werden.

Der Safe wird per Hand in den Boden geschraubt.
Bild: Dennis Zappi

Entwicklung wird über Crowd-Funding finanziert

Bevor es in die Produktion gehen konnte, brauchten die Freunde und Geschäftspartner eine Menge Geld. „Ohne Unterstützung wäre das der Spinsafe nicht entstanden“, sagt Gero Kraus. Geholfen hat ein Stipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. 35.000 Euro haben die jungen Erfinder für Ausrüstung, Vermarktung und erste Prototypen bekommen. Auch die Gründung einer GmbH habe einiges an Kapital verschlungen.

Um letztlich in die Produktion zu gehen, waren die beiden auf weitere Unterstützer angewiesen. Die fanden sie im Internet durch eine sogenannte Crowdfunding-Kampagne. Unterstützer konnten erste Spinsafes vorbestellen oder Spenden. So seien in nur vier Wochen rund 10.000 Euro zusammengekommen – und es konnte losgehen. Auf die Idee kam Dennis Zappi, als er mit Freunden am Badesee lag. „Alle wollten gemeinsam über den See und zurückschwimmen“, erzählt Gero Kraus. Ihre Wertsachen waren dabei allerdings die ganze Zeit unbeaufsichtigt, weswegen sie ein ungutes Gefühl hatten und ständig nach ihren Sachen Ausschau hielten. Die zwei Erfinder haben sich vor Jahren als in Kanada kennengelernt und sind seitdem befreundet. Zappi kommt aus dem Bereich Kunststoffkonstruktion und ist für die Technik zuständig. Kraus hat sein Masterstudium in Informatik abgeschlossen und kümmert sich um die Online-Vermarktung und die App.

Platz für Sonnenbrille, Schlüssel oder Handy bietet der Bade-Tresor.
Bild: Dennis Zappi

Hergestellt wird der Safe in Kirchheim

Seit April wird der Spinsafe nun in Serie produziert. Hergestellt wird er von der Firma Schneider Kunststofftechnik in Kirchheim. „Es war nicht leicht, einen Hersteller zu finden“, sagt Zappi. Das Unternehmen aus Kirchheim habe sich nach dem ersten Bericht in unserer Zeitung gemeldet. Nun werden die Safes von Kirchheim aus in alle Welt verschickt. Zu kaufen gibt es den Tresor im Onlineshop der Erfinder. „Wir stehen bereits in Kontakt mit größeren Händlern“, sagt Zappi. Er hofft, dass es den Spinsafe bald auch im Einzelhandel zu kaufen gibt. Mit dem Internetriesen Amazon wollen sie vorerst nicht zusammenarbeiten. Denn: „Für uns steht auch das Thema Nachhaltigkeit im Vordergrund“, meint Kraus. Das gelte auch für das Produkt an sich. Wo es geht setzen die Tüftler auf recycelten Kunststoff. Auch die Verpackung stamme aus nachhaltigen Quellen.

Die beiden Tüftler arbeiten gerade übrigens schon an einer Erwiterung für ihre Erfindung. Denn einen Nachteil hat der Safe noch: Am Badestrand hat die Schraube im Sand keinen Halt. Abhilfe soll ein Adapter schaffen, mit dem der Safe aufgehangen werden – zum Beispiel an einen Sonnenschirm. Derzeit arbeiten die beiden an einem Prototypen hierzu.

Mehr zum Bade-Tresor finden Sie im Internet unter www.shop.spinsafe.de

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