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Diedorf-Biburg

04.10.2018

Wann bitte, kommt der Anschluss?

Gemächlich schlängelt sich die Schmutter in der Nähe von Biburg durch die Landschaft. So lange dauert es gefühlt auch, bis ein Telefonanschluss funktioniert.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Ein Neubau in Biburg ist offline, obwohl schon im Dezember 2017 ein Anschlussantrag gestellt wurde. Die Bewohner ärgern sich über die Telekom, doch die ist offenbar nur ein Teil des Problems

Seit Juni wohnt Klaus Erdhofer in einem Neubau in Biburg. Er war der Erste, der in das Haus eingezogen ist. „Es war fast noch eine Baustelle“, erklärt Erdhofer. Seit seinem Einzug wartet er auf einen Internetanschluss und bezahlt derweil viel Geld für einen mobilen Hotspot, den er braucht, um für seinen Beruf online zu bleiben. Mittlerweile sind schon mehrere Wohnungen bewohnt und alle noch offline. Dabei hat die ausführende Baugesellschaft schon im Dezember 2017 den Antrag auf Anschluss bei der Telekom gestellt. Das Schreiben liegt den Bewohnern und unserer Zeitung vor.

Erst am vergangenen Montag, über neun Monate nach dem Antrag, kam dann die Nachricht: „Es ist geschafft – Ihr Hausanschluss ist gebaut!“ Bevor der Anschluss allerdings genutzt werden kann, muss der Konzern noch die Daten in seinem System aktualisieren. Das kann „je nach Auftragsvolumen bis zu 30 Tage dauern“. Natürlich ärgert die lange Wartezeit nicht nur Klaus Erdhofer. Auch andere Bewohner und der Bauträger haben sich in den vergangenen Monaten immer wieder an die Telekom gewandt, nachgefragt, eine Erklärung verlangt. „Ich glaube, wir haben zehnmal angerufen“, sagt Erdhofer. Befriedigende Antworten auf die Fragen der Bewohner hatte die Telekom nicht. „Man bekommt keine Auskunft“, sagt er.

Erdhofer fügt hinzu: „Wir wurden sehr unfreundlich behandelt.“ Ein Beispiel ist sein Nachbar Stefan Ahle. Bei einem seiner letzten Gespräche mit der Telekom hätte der Mitarbeiter ihn sinngemäß gewarnt: Wenn aus dem Haus in Biburg noch einmal jemand anrufe, lande der Antrag ganz unten in der Schublade. Klaus Erdhofer und Stefan Ahle ist diese Aussage unbegreiflich. Beide ärgert besonders die Monopolstellung der Telekom, die Tatsache, dass sie keine Möglichkeit haben, sich an ein anderes Unternehmen zu wenden.

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Die Telekom betont in einer Stellungnahme: „Die Aussage spiegelt nicht unseren Anspruch an Kundenservice wider.“ Die Dauer bis zur Fertigstellung des Anschlusses begründet der Konzern mit den erforderlichen Baumaßnahmen: Im ersten Schritt musste ein Kabel verlegt, im zweiten Schritt Masten gestellt werden. „Die Erledigungsmeldung durch die Firma lag erst Anfang September vor“, erklärt eine Sprecherin. Damit bestätigt die Telekom das, was auch eine Mitarbeiterin der Baugesellschaft vermutet: Für die Verzögerung war auch der Subunternehmer verantwortlich, den der Konzern mit den Arbeiten betraut hat.

Allerdings erklärt die Mitarbeiterin, die bei der Baugesellschaft für den Kontakt zur Telekom zuständig ist, dass es immer wieder Probleme gebe. Auch sie könne nur über die Hotline mit dem Unternehmen Kontakt aufnehmen. „Dabei gerät man oft an fähige Mitarbeiter, die sich kümmern, aber man erlebt auch das komplette Gegenteil“, betont sie. Besonders problematisch sei in den Augen der Baugesellschaft, dass Mitarbeiter der Telekom den Eigentümern immer wieder falsche Informationen geben, „obwohl das Unternehmen denen eigentlich gar keine Auskunft geben dürfte“. Das bestätigt auch die Telekom. Zum Fall Biburg sagt die Mitarbeiterin der Baugesellschaft: „Ich glaube, da ist alles schiefgelaufen, was schieflaufen kann.“

Stefan Ahle hat aktuell nicht nur in Biburg Probleme mit dem Konzern. „Für mich hat das einen Rattenschwanz in alle Richtungen“, erklärt er. Normalerweise würde er von Zuhause aus abends Wartungsarbeiten an der IT des Unternehmens durchführen, für das er arbeitet. Ohne Leitung im Haus geht das nicht. Außerdem wird bei der Firma in Altenmünster gerade renoviert. Hier sollte die Telekom einen Anschlusspunkt verlegen. Seit über drei Monaten steht Ahle deshalb schon im Kontakt mit der Telekom. Stunden hat er in der Warteschleife der Hotline verbracht. Irgendwann wurde ihm im Gespräch eröffnet, dass die Umsetzung seines Vorhabens auf Dezember terminiert sei. Ein Problem für die Firma, denn die laufende Baustelle sei auch eine finanzielle Belastung, sagt Stefan Ahle.

Zurück in Biburg: Gleich nach dem Bestätigungsschreiben, dass der Anschluss mittlerweile gebaut sei, hat Klaus Erdhofer sich an einen anderen Anbieter gewandt, der ihm schnelles Internet in Biburg verspricht. Wann er endlich in seiner Wohnung online gehen kann, weiß er allerdings immer noch nicht. Man müsse sich erst mit der Telekom in Verbindung setzten, so die Aussage des neuen Anbieters.

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