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Gymnasium

10.10.2017

Was sich aus Luft alles machen lässt

Die allseits beliebte SGD-Getränkeflasche mit Strohhalm.
Bild: Inge Christopher

Diedorfer Schüler lassen sich besondere Installationen und Skulpturen einfallen

In der Vorankündigung zu den Diedorfer Kulturtagen hatte ein außergewöhnlicher Programmpunkt richtig neugierig gemacht. Was sollte man sich unter „Luftinstallation“ vorstellen? Wie soll „eingefangene Luft“ zum Leben erweckt werden? Das wurde den Besuchern sehr schnell klar, als sie die Aula des Schmuttertal-Gymnasiums (SGD) betraten.

Die Schüler der Klasse 7d waren hochkonzentriert damit beschäftigt, den auf dem Boden liegenden Objekten aus schlaffen Plastikplanen und Müllsäcken Leben einzuhauchen. Mit lärmenden Laubbläsern und umgebauten Staubsaugern wurde über Plastikschläuche die nötige Luft zugeführt und es entwickelten sich erstaunliche Figuren. Ein zunächst flacher Fischumriss bekam zusehends Volumen und wurde zum riesigen „Blopfisch“ mit zwei Augen und einem schmalen Mund, durch den man in die Skulptur hineinschlüpfen konnte. Das ebenfalls betretbare „Illuminati-Home“ entwickelte sich zu einem kleinen Pavillon mit einem Dach aus bunten Dreiecken, das zum Besuch aufforderte. Großen Zuspruch fand auch eine gigantische SGD-Getränkeflasche, die man drehen und wenden konnte und deren Strohhalm zum fiktiven Trinken einlud. Eine kleine, aber feine Installation war „Colourfly“, ein bunter fliegender Drache.

Diese Luftskulpturen waren das Ergebnis eines über Monate erarbeiteten Projekts im Kunstunterricht. Wie der betreuende Kunstlehrer Michael Hinterleitner erläuterte, stand als Rahmenthema das skulpturelle Bauen fantasievoller Objekte im Lehrplan. Eine Anregung hierzu war auch die Arbeit „5450 cubic package“ von Cristo auf der documenta 4 in Kassel.

Besonderer Wert wurde bei den Diedorfer Luftinstallationen auf die Gemeinschaftsarbeit gelegt. Die Schülerinnen und Schüler diskutierten Vorschläge, stimmten ab, zeichneten Pläne auf Papier, dachten sich Namen für ihre Werke aus und bearbeiteten verschiedenste Plastikmaterialien. Wenn man erlebte, wie das eingespielte Team Hand anlegte, sich aufmerksam um jedes kleine Leck kümmerte und dazu noch großen Spaß hatte, kann man sagen, dass das Projekt vollauf gelungen war.

Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgte Musiklehrer Guido Erdmann, der das Programm „KunstKlangRaum“ moderierte. Die Musizierenden aus der Mittel- und Oberstufe zeigten ein beachtliches Niveau. Es wurden sowohl klassische Stücke von Beethoven, Vivaldi und Debussy als auch modernere Weisen wie die „Danse rustique“ von William Squire und „Über den Wolken“ von Reinhard Mey zu Gehör gebracht.

Einziger Wermutstropfen des Nachmittags: Die engagierten Diedorfer Schüler hätten viel mehr Besucher verdient gehabt.

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