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Altenmünster-Violau

04.05.2019

Was wird aus der Gaststätte in Violau?

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Das alte Wirtshaus in Violau, in dem früher die Wallfahrer eingekehrt sind, steht schon länger leer. An Feiertagen gäbe es durchaus einen Bedarf. 

Seit Jahren gibt es keine Wirtschaft mehr für die vielen Wallfahrer. Das alte Wirtshaus steht aktuell leer. Jetzt überlegt die Kirche, das Gebäude zu kaufen.

Dass Bedarf für eine Gaststätte bei der Wallfahrtskirche in Violau besteht, zeigte sich unlängst wieder. Am 1. Mai standen Hunderte Wallfahrer vor der verlassenen Gaststätte. Doch Schweinebraten oder Kässpatzen gibt es hier schon lange nicht mehr. Jetzt überlegt die Kirche, das alte Gebäude zu kaufen. Doch es wäre dann viel zu tun.

Zum Glück sei am Feiertag die Feuerwehr Neumünster eingesprungen, erzählt Benedikt Kretzler, Vorsitzendes Pfarrgemeinderats in Violau. Sie versorgte die Hungrigen mit Weißwürsten, Kaffe und Kuchen. Auf Dauer gehe das aber nicht, meint Kretzler. „Ich kenne keinen anderen Wallfahrtsort ohne Gaststätte.“ Vorübergehend bewirtet die Pfarrei die Wallfahrer derzeit im Pfarrheim. Sonntags gibt es Kaffe und Kuchen. „Eine Gaststätte ist das aber nicht“, sagt Kretzler. Dabei seien allein an einem normalen Sonntag gut 100 Wallfahrer in Violau. An Feiertagen, wie am 1. Mai, sind es bis zu 600 Menschen. Der Bedarf sei also da.

Das Gasthaus in Violau hat eine lange Tradition

Jahrzehntelang lief das Geschäft in der Wallfahrtsstätte gut. Von 1856 bis 1921 wurde die jetzige Wirtschaft als Sommerwirtschaft von den Familien Stadler in drei Generationen geführt. Bis 1968 gehörte eine Landwirtschaft dazu, die in Doppelfunktion mit bewirtschaftet wurde. Die Familie Joachim führte den Betrieb in dem Ortsteil von Altenmünster über Generationen hinweg. 2010 mussten die Wirtsleute aus Gesundheitsgründen verkaufen. Unter dem Name Violettas öffnete die Gaststätte schließlich wieder. Doch im Dezember 2015 mussten die Wirte den Betrieb wieder einstellen. „Arbeitsaufwand und Verdienst stehen einfach nicht mehr im Verhältnis“, erklärte der damalige Wirt. Bei einigen Wallfahrten hatten anschließend Vereine und Ministranten die Bewirtung der Gäste übernommen. Zuletzt sei das Gebäude als Wohnhaus genutzt worden, erklärt Altenmünsters Bürgermeister Bernhard Walter. Doch seit Herbst vergangenen Jahres stehe das traditionsreiche Gasthaus leer.

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Kirche überlegt die Wirtschaft zu kaufen

Derzeit überlege die Kirche, das alte Haus zu kaufen und anschließend wieder zu verpachten, sagt Benedikt Kretzler. Es habe bereits Gespräche gegeben, doch man sei noch am Verhandeln. Bürgermeister Walter erklärt, dass die Kirche für das Gebäude ein Vorkaufsrecht habe. „Das Wirtshaus soll ja in erster Linie für die Wallfahrer da sein“, erklärt Walter. Dennoch habe auch die Gemeinde überlegt, sich des alten Wirtshauses anzunehmen. Weil dort aber viel renoviert werden müsste, seien diese Überlegungen momentan vom Tisch, so Walter. „Aus meiner Sicht müsste man das Haus abreißen.“

Die alte Wallfahrtsgaststätte in Violau ist eine von vielen, die in den vergangenen Jahren in Altenmünster schließen mussten. „Wer geht denn heute noch ins Wirtshaus?“, fragt Bürgermeister Walter. Es sei ein genereller Trend, dass die alten Wirtschaften auf dem Land immer weniger werden. Das liege auch daran, dass das Angebot vielfältiger geworden sei, meint Walter. Einfache Wirtshäuser mit Schweinebraten und Schnitzel hätten es da nicht leicht. Dennoch sagt der Bürgermeister: „Eine gut geführte Gaststätte läuft auch auf dem Land.“

Erfolgsgeschichte Bräustüble in Altenmünster

Ein Beispiel dafür sei das Bräustüble in der Ortsmitte von Altenmünster. Die Wirtschaft mit Hotel gehört der Gemeinde, sie sei ein Erfolgsmodell, so Walter. Das Haus ist der Rest der Brauereigeschichte, die Altenmünster 400 Jahre lang geprägt hat. Seit dem 17. Jahrhundert wurde dort Bier gebraut, 2003 wurde die Brauerei endgültig geschlossen. Nach einem Rechtsstreit mit der Radeberger-Gruppe um den Namen Altenmünster Brauerbier übernahm die Gemeinde 2004 das Brauereiareal als Ausgleich für die Namensnutzung. Im Herbst 2009 begann dann die Renovierung des etwa 100 Jahre alten Bräustübles. 1,8 Millionen Euro kosteten die Umbauarbeiten.

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