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Theater

27.02.2018

Wenn der Glückwunsch gar kein Glück bringt

Vater und Tochter auf der Bühne: Karlheinz Lemken und Julia Dahmen spielen in Stadtbergen ein turbulentes Zwei-Personen-Stück.
Bild: Sammlung Dahmen

Schauspieler sind oft abergläubig. Das nimmt amüsante Formen an, weiß der Stadtberger Karlheinz Lemken

Wenn Karlhein Lemken und seine Tochter Julia Dahmen am Freitag zum ersten Mal die „Kapriolen mit Juliette“ im Bürgersaal spielen, dann bringt sie so schnell nichts aus dem Konzept. Die beiden Schauspieler sind Profis und lassen sich nicht beeinflussen. Schon gar nicht von Aberglaube. Ganz anders viele Kollegen, wie Karlheinz Lemken („Die Kommissarin“, „Ein Fall für zwei“, „Tatort“) weiß.

Lemken erinnert sich an einen Kollegen in seiner Anfängerzeit, der übertrieben abergläubig war. „Dem habe ich in meiner Unwissenheit zur Premiere viel Glück gewünscht. Ja, fragen Sie nicht, was dann los war. Der stürzte entsetzt aus der Garderobe und lief einmal um das ganze Theater, um den Fluch wieder aufzuheben.“ Lemken lernte schnell, dass sich Schauspieler bei einer Premiere niemals „viel Glück“ wünschen. Denn das soll genau das Gegenteil bringen.

Am besten sei es, dem Kollegen ein leises „Toi, Toi, Toi“ über die linke Schulter zu hauchen, wobei man ein dezentes Spucken andeutet. Lemken: „Darauf antwortet man dann am besten gar nicht.“ Höchstens darf ein „Wird schon schiefgehen“ erwidert werden. Ganz falsch wäre es, mit „Danke“ zu antworten, so Lemken.

Vor der Vorstellung durch den Vorhang schielen, um zu sehen, wie viele Zuschauer gekommen, würde ebenfalls Unglück bringen. Auch Pfeifen im Theater sei strengstens verboten. Dafür gibt es zwei Erklärungen, erklärt Lemken. „Die eine sagt, Pfeifen deutet auf einen Brand hin. Diese Deutung stammt aus einer Zeit, als es noch Gasleuchter im Theater gab, die pfeifende Töne von sich gaben, wenn Sauerstoffmangel im Theater herrschte.“ Eine andere Version ist, dass sich Bühnentechniker früher per Pfiff verständigten. Wenn ein Schauspieler pfiff, dann konnte es vorkommen, dass plötzlich ein anderes Bühnenbild aufgebaut wurde. Lemken, der vor 26 Jahren ans Theater Augsburg kam und mit seiner Familie nach Stadtbergen zog, ist übrigens nicht abergläubig. Und wie steht’s mit Lampenfieber? „Ich persönlich versuche, Nervosität in Spannung und spielerische Energie umzuwandeln. Meistens ist die Aufregung dann auch nach ein paar Minuten Spielzeit auf der Bühnen verflogen.“ Seine Tochter Julia Dahmen („Alle meine Töchter“, „Marienhof“, „Das Traumschiff“, „Sturm der Liebe“) macht es ähnlich. Sie schwört auf Tiefenbauchatmung, die sie auch mit ihren Schülern in ihrem Workshop exerziert. Ihr Vater Lemken erklärt: „Da atmet man tief in den Bauch ein, bis er sich wölbt und lässt die Luft langsam durch die Nase wieder raus. Das macht man eine Weile und merkt schnell, wie die Anspannung schwindet.“

Julia Dahmen und Karlheinz Lemken spielen die „Kapriolen“ am 2. und 3. März im Bürgersaal Stadtbergen. Karten für die Komödie von Eddie Cornwell gibt es im Rathaus sowie bei Modellbau Koch Stadtbergen und dem AZ-Kartenservice. Online sind Karten über das Ticketportal www.reservix.de erhältlich.

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