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01.08.2018

Wird Geld aus dem Fenster geworfen?

Soll ein Abschnitt des Radwegs von Bonstetten zur Peterhofstraße so ausgebaut werden, dass er auch von Landwirten genutzt werden kann?

In Bonstetten wird über einen neuen Radweg zur Staatsstraße 2036 gestritten. Grünen-Gemeinderat beschwert sich beim Landratsamt. Der Bürgermeister geht an die Decke

Der neue Radweg von Bonstetten zur Peterhofstraße bleibt vorerst eine holprige Angelegenheit. Dies wurde während der jüngsten Sitzung unter der Leitung von Bürgermeister Anton Gleich deutlich. Auslöser war unter anderem eine fachaufsichtliche Beschwerde der Grünen beim Landratsamt gegen den jüngst getroffenen Ausbaubeschluss. Zudem gab es von den Freien Wählern Kritik, einen Teil des Radstreifens auch als Wirtschaftsweg für die Bauern anzulegen und darüber nicht umfassend aufgeklärt zu haben.

Grünen-Gemeinderat Leo Kränzle kritisierte, dass dem Rat nicht eine Vereinbarung zwischen Kommune und Landkreis mitgeteilt worden sei. Angeblich fehlten auch Unterlagen. Er bemängelte außerdem die seiner Ansicht nach mangelnde Informationspolitik. Denn bei der betreffenden Sitzung sei es lediglich um eine Planvorstellung gegangen, die keine endgültige wie rechtswirksame Ratsentscheidung erfordert hätte. Bei der Beschwerde sei es laut Kränzle keineswegs darum gegangen, „unseren Bürgermeister anzuschwärzen“. Dennoch veranlasste sie Anton Gleich dazu, das Thema wieder auf den Tisch zu bringen. „Die Behörde hat bestätigt, dass dieser Beschluss in Ordnung war“, sagte er bei der lange sachlich wie ruhig verlaufenden Beratung etwa über die neue Ortsmitte, die Kindergartenerweiterung und einige knifflige Bauanträge.

Kränzles Fraktionskollegin Gertrud Wagner lehnte eine Verteuerung des Vorhabens durch den auszubauenden Wirtschaftsweg in Höhe von 60000 Euro ab. Das wollte den CSU-Opponenten gar nicht schmecken. „Ich kenne die Gegend dort sehr gut, da müssen keine Mehrausgaben gemacht werden“, sagte Radlerin Gertrud Wagner, die von Leo Kränzle mit der Bemerkung begleitet wurde, dass man hier Geld aus dem Fenster werfen wolle. Petra Zinnert-Fassl von den Freien Wählern, eine Befürworterin des Projekts, gab zu verstehen, bei ihrem damaligen eindeutigen „Ja“ nicht vollständig informiert gewesen zu sein. Sie sagte jetzt: „Das stört mich jetzt schon ein bisserl.“

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Das ließ den eigentlich fest im Sattel sitzenden Bürgermeister schier abheben. Er wehrte sich heftig sowohl gegen die Beschwerde beim Landratsamt und den Vorwurf, dass der Gemeinde beim mit Heretsried und Gersthofen vorangetriebenen Ausbau der Strecke nun gewaltige Kostensteigerungen ins Haus stehen würden: „Dass es mehr kosten wird, war nach dem Ausstieg von Adelsried klar. Dass wir die Sache selbst in die Hand nehmen wollten, um schneller voranzukommen, war allen klar.“

Die Warnung der Grünen, manche Stellen für die Radfahrer seien riskant und es könne bei einer gemeinsamen Nutzung mit den Landwirten zu gefährlichen Begegnungen kommen, ließ Gleich nicht gelten. Kränzle hatte insbesondere vor Kollisionen zur Erntezeit und Verschmutzungen mit Folgen für die Zweiräder gewarnt.

Zweiter Bürgermeister Bernd Adam lieferte dann eine Rechtfertigung für die Erweiterung des landwirtschaftlichen Teils der Route: „Die Bauern haben seinerzeit bei der Flurbereinigung Grund abgetreten. Die können wir jetzt nicht vor den Kopf stoßen.“ Die von ihm favorisierte Lösung fand sich auch in der 9:2-Abstimmung zugunsten des schon einmal gefassten Beschlusses wieder.

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