1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Wird das Ortszentrum abgespeckt?

Gablingen

28.01.2016

Wird das Ortszentrum abgespeckt?

Auf der Sitzung im Gablinger Rathaus wurde der Entwurf eines deutlich abgespeckten Ortszentrums vorgestellt.
Bild: Archivfoto: Marcus Merk

Jüngste Vorschläge für Gablingen werden den Bürgern vorgestellt. Sie waren zunächst nicht-öffentlich behandelt worden.

Wie geht es mit dem Ortszentrum weiter? Dafür interessierten sich bei der jüngsten Gemeinderatssitzung sehr viele Gablinger. Der Sitzungssaal war bis zum letzten Platz besetzt – doch: Definitiv gibt es noch keine zuverlässige Aussage. Dies wurde bei der dieses Mal öffentlich geführten Diskussion im Gemeinderat klar. Sie fand statt, weil Gemeinderäte an dem im November 2015 nicht-öffentlich debattierten Thema die Gablinger teilhaben lassen wollten. Bei dem einmal gefassten Entschluss bleibt es: Man will mit Wohngebäuden im Süden des Areals beginnen.

Eine jetzt auch den Bürgern gezeigte Skizze von Stadtplaner Stefan Quarg, stellte eine deutlich abgespeckte Version des Entwurfs der Planungsgemeinschaft um Architekt Georg Heindl aus dem städtebaulichen Ideenwettbewerb 2011 dar. Heindl hatte damals nördlich der Schulstraße entlang der Batzenhofener Straße zwei Wohngebäude platziert, als drittes paralleles Gebäude einen Bürgersaal für bis zu 450 Menschen vorgeschlagen, dem sich im rechten Winkel ein Museumsgebäude anschloss. In Richtung Rathaus ging es weiter mit einem Dorfplatz und einem Gebäude mit Café und Laden. So großzügig sieht Quargs Überlegung nicht mehr aus. Es handelt sich, betonte Bürgermeister Karl Hörmann im Rahmen der heftig geführten Diskussion und der vielen Wortmeldungen der Gemeinderäte, bei der jetzigen Skizze Quargs keinesfalls um eine Planung, sondern eine Überlegung.

Quarg, Berater der Gemeinde, behält nun zwei der Wohngebäude nördlich der Schulstraße bei, lässt allerdings den Bürgersaal weg und setzt an seine Stelle ein mögliches drittes Wohngebäude, das man später realisieren könnte. Den Bürgersaal verschiebt er deshalb im rechten Winkel weiter östlich. Museum, Café, Laden: Davon sieht man jetzt ab.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

In der nicht-öffentlichen Sitzung war sich der Gemeinderat über diese Änderung des Plangebiets einig, ebenso, mit den beiden südlichen Baukörpern zu beginnen, den dritten unter Umständen erst aufgrund der bis dahin gewonnen Erfahrung zu realisieren–und vom Bürgersaal noch nicht zu sprechen. Renommierte Bauträger sollen Angebote abgeben. Die Intention, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen–von sozialer Komponente war die Rede– ist da, aber auch wie dies aussehen soll, darüber weiß man bis heute noch nichts, so Bürgermeister Karl Hörmann, der das Ortszentrum gerne „Schritt für Schritt“ realisieren würde.

Dass der Bürgersaal in der anfangs gedachten Größe schon aus finanziellen Gründen nicht zu verwirklichen sei, darin folgten die Gemeinderäte der Anmerkung von Martin Uhl (CSU). Dennoch brauche man wegen des Platzbedarfs der Vereine einen Bürgersaal. Erwin Almer (SPD/BU-Fraktion) wünschte ein Gesamtkonzept, bevor man auf einen Investor zugehe. Für eine Kommune mit 5000 Einwohnern sei ein Bürgersaal notwendig, denn „wir müssen Gablingen lebenswerter machen“. Im Süden mit der Bebauung zu beginnen, sei richtig, so Walter Wörle (SPD/BU-Fraktion), dennoch müsse man über die Größe des Saals diskutieren.

Der Beschluss, einen Bebauungsplan für das Ortszentrum aufzustellen, ist bereits gefasst worden. Stadtplaner Werner Dehm ist damit befasst. Seine Meinung soll nach Wunsch des Gemeinderats bei der nächsten Sitzung gehört werden. Ob tatsächlich ein Bebauungsplan nötig ist, wird derzeit rechtlich abgeklärt. Bei der Umsetzung des Ortszentrums sei die Gemeinde nicht an den Heindl-Entwurf aus dem Ideenwettbewerb gebunden, so Karl Hörmann auf Rückfrage.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren