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Gesundheit

28.11.2018

6000 Quadratmeter für die Medizin

Das Ärztehaus wird in unmittelbarer Nähe zum neuen Sportgelände des Post SV gebaut.
Bild: Silvio Wyszengrad

Im Sheridanpark entsteht ein neues Ärztehaus, in das zahlreiche bestehende Praxen vor allem aus dem Stadtgebiet ziehen werden. Warum die Zusammenschlüsse im Trend liegen

Einmal hinfahren, mehrere medizinische Leistungen in Anspruch nehmen – so sollen Patienten das neu entstehende Ärztehaus im Sheridanpark nutzen können. Das dreistöckige Gebäude mit insgesamt 6000 Quadratmetern Nutzfläche in der Max-Josef-Metzger-Straße befindet sich derzeit im Innenausbau und soll spätestens am 1. Januar 2020 eröffnet werden. Der Kemptener Immobilienunternehmer Walter Bodenmüller investiert hier rund 30 Millionen Euro.

Das Ärztehaus wird nach Auskunft von Sebastian Maurus, der mit seiner Immodocs GmbH die Immobilie entwickelt, aus zwei Trakten bestehen. In Haus A werden sich hauptsächlich die bisher in der Halderstraße angesiedelte Arthroklinik sowie die dazugehörige radiologische Praxis von Dr. Heinz-Peter Engels befinden. Zudem wird es hier eine Apotheke und ein Sanitätshaus geben. In Haus B ist eine Fläche von 600 Quadratmetern noch nicht endgültig vermietet. Einziehen werden laut Maurus die Praxis für Gefäßheilkunde von Dr. Dimitrios Tsantilos, die Praxis für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie von Dr. Klaus Roth, eine Kemptener Praxis für Kieferorthopädie, eine allgemeinmedizinische und eine HNO-Praxis sowie das ebenfalls bisher in Kempten im Allgäu ansässige Physiotherapiezentrum Greiner.

Von der Arthroklinik ging nach den Worten von Maurus der Wunsch aus umzusiedeln. Die übrigen Praxen kamen dann hinzu. „Wir wollen hier ein Rundumkonzept anbieten“, sagte er. Der Patient finde hier alles von der Behandlung bis zur Reha, nebenan im neuen Trainingszentrum des Post SV könne er auch noch etwas für seine Fitness tun. Am Ärztehaus wird es 160 Parkplätze geben, teils in einer Tiefgarage.

Investor Bodenmüller ist laut Maurus seit 30 Jahren im Geschäft. Er baut inzwischen bayernweit Gewerbeobjekte, zuletzt auch ein Studentenwohnheim in Würzburg. Gegenüber dem Ärztehaus steht ein 2013 von ihm erstellter Versicherungsbau. „In Augsburg wollen wir noch mehr Fuß fassen“, fügte er hinzu. Augsburg sei ein interessanter Firmenstandort und eine Universitätsstadt. Die Immobilienpreise seien hier „noch recht human“; bedingt durch die steigende Nachfrage aus dem Münchner Raum werde die Stadt aber in den kommenden Jahren einen Sprung machen.

Zusammenschlüsse von Arztpraxen liegen laut der Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Bayerns, Birgit Grain, im Trend. Dabei gibt es unterschiedliche Formen. Medizinische Versorgungszentren, bei denen Ärzte nur noch angestellt sind, sieht die KV naturgemäß kritisch. Aber Ärztehäuser böten niedergelassenen Ärzten sowohl medizinische als auch wirtschaftliche Vorteile. Teure Apparate könnten beispielsweise gemeinsam genutzt werden, die Patienten hätten kurze Wege. Es gebe freie Parkplätze, und die Häuser seien meist barrierefrei. Dass sich in Ärztehäusern nicht vorrangig neue Ärzte ansiedeln, liegt nach ihren Worten an der Bedarfsplanung von Ärzten und Krankenkassen.

Demnach ist Augsburg in den meisten Medizinbereichen bereits überversorgt. Es können nur bestehende Praxen ins Ärztehaus umziehen. Nach Schätzung von Maurus gibt es im Großraum Augsburg bisher drei bis vier ähnliche Ärztehäuser.

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