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Augsburg

16.06.2019

Auf dem Reese-Gelände entstehen Wohnungen und ein Supermarkt

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Viele Tonnen Baumaterial werden in der Mega-Baustelle an der Ulmer Straße verarbeitet. Im Herbst 2021 soll das Projekt, das aus 141 Wohnungen und Nahversorgung besteht, fertiggestellt sein.
Bild: Silvio Wyszengrad

Die Großbaustelle im Norden der Kasernenfläche in Kriegshaber liegt im Kosten- und Zeitplan. Im Süden ist der Skaterpark fast fertig.

Passanten, die einen Blick auf die Baustelle an der Ulmer Straße werfen, schauen auf ein überdimensionales Wimmelbild: Vier Kräne ragen aus der Tiefe hervor, verschiedene Materialien liegen bereit. Am einen Ende, bei St. Thaddäus, sind die Arbeiter bereits im Erdgeschoss angekommen, auf dem Großteil der Fläche bewegen sie sich noch im „Untergrund“ – auf Höhe der künftigen Tiefgarage.

Seit März, dem offiziellen Baustart für das bislang größte und mit rund 65 Millionen Euro teuerste Projekt der Wohnbaugruppe (WBG) Augsburg, hat sich im Norden des Reese-Areals viel getan. Bis 2021 sollen dort in zwei Komplexen insgesamt 141 Wohnungen in den oberen Stockwerken, ein Supermarkt der Handelskette Rewe sowie eine Rossmann-Drogerie und ein Ihle-Café im Erdgeschoss entstehen.

Eingespieltes Team auf dem Reese-Areal in Augsburg

Polier Stefan Rieder von der Firma Lindermayr aus Derching steht am Rande der östlichen Baugrube, die 120 Meter lang und 45 Meter breit ist. Die Dimensionen bringen den erfahrenen Handwerker nicht aus der Ruhe. Er habe Erfahrung mit großen Baustellen, etwa am Flughafen München, sagt Rieder. „Außerdem sind wir ein eingespieltes Team.“ Ob er sich auch hoch oben im Kran einen Überblick verschafft?DerPolierschüttelt lächelnd den Kopf. „Das ist nichts für mich, ich bleibe lieber auf dem Boden.“

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Bis zu 50 Bauarbeiter, von Eisenflechtern über Maurer, Zimmerer, Betonbauer bis hin zu Kranführern sind gleichzeitig im Reesepark I am Werk – teilweise von Montag bis Samstag. Aktuell steht der Bauteil Ost im Fokus, dessen Erdgeschoss der Supermarkt einnimmt. Hier ist etwa die Hälfte der Kellerdecke betoniert. Im restlichen Bereich werden die Wände und Stützen hergestellt. Wo die Kellerdecke bereits fertig ist, geht es an die Wände und Stützen des Erdgeschosses.

Mark Dominik Hoppe, der Geschäftsführer der Wohnbaugruppe, ist mit dem Baufortschritt an der Ulmer Straße sehr zufrieden. „Wir sind sowohl im Zeit- als auch im Kostenrahmen“, sagt er. Die WBG arbeite nicht mit einem Generalunternehmer zusammen, vielmehr werde gewerkeweise ausgeschrieben.

Im September werden sich zu den vier Kränen noch zwei weitere gesellen. Dann beginnen auch die Arbeiten am westlichen Baukörper, in dessen Erdgeschoss Drogerie und Café Platz finden. Die Bewohner des Reese-Areals und auch die aus anderen Vierteln Kriegshabers warten schon sehnsüchtig auf Einkaufsmöglichkeiten.

Fast 5000 Vormerkungen bei der Wohnbaugruppe

Die 141 barrierefreien Wohnungen von zwei bis fünf Zimmern könnte die WBG angesichts ihrer aktuell fast 5000 Namen umfassenden Vormerkliste mehrfach vergeben. Voraussichtlich im Sommer 2020 – also ein gutes Jahr vor dem Bezug – werde die Wohnbaugruppe mit der Suche nach Mietern für die neue Anlage beginnen. Es werde auf eine gute Mischung geachtet, betont Hoppe.

Alle Wohneinheiten werden im Rahmen der einkommensorientierten Förderung errichtet. Das bedeutet: Die Bewohner müssen die Miete von zwölf Euro pro Quadratmeter nicht vollständig aus eigener Tasche zahlen, sondern erhalten je nach Einkommen einen Zuschuss von fünf, vier oder drei Euro.

Skaterpark im Süden des Reeseparks

Insgesamt werden nach den Schätzungen der Stadt einmal rund 2500 Menschen auf der ehemaligen Kasernenfläche in Kriegshaber leben, aktuell ist etwa die Hälfte erreicht. Nicht nur die Anlieger nutzen die Grünanlagen und Spielplätze, die ebenfalls unter der Regie der Wohnbaugruppe entstehen. Die Skater und BMX-Fahrer, die sich in wenigen Wochen im Skaterpark im Süden des Areals tummeln, dürften auch von weiter her kommen. Rund 15 Betonkrater bieten ihnen Parcours unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade. Die Angestellten der Fachfirma Schneestern aus dem Allgäu errichten die Vulkanlandschaft in Handarbeit. „Wir sind selbst Skater und machen das aus Passion, sonst könnten wir uns einen leichteren Job suchen“, sagt Jakob Brechensbauer.

Große Freizeit-Sportanlage für Kriegshaber

Noch vor den Sommerferien soll der Skaterpark freigegeben werden. Er gehört zu einer größeren Freizeit-Sportanlage, zu der auch ein Bolzplatz, ein Beachvolleyball-Feld, Trampoline, Hängematten und knallig orangefarbene Calisthenics-Fitnessgeräte zum Muskelstählen zählen. Zusammen mit den Grünanlagen ringsum, in denen ein Teil des Aushubs vom Mega-Bauprojekt Ulmer Straße steckt, hat die Wohnbaugruppe rund 1,7 Millionen Euro in diesen Parkabschnitt investiert. Da schmerzt es die Verantwortlichen, dass ein Teil der Pflanzen, kaum dass sie eingesetzt waren, von unbekannt wieder herausgerissen wurden.

Es ist nicht das erste Mal, dass die WBG auf dem Reese-Areal mit Zerstörungswut zu kämpfen hat. Auch auf dem Groß-Kinderspielplatz hinter dem Kulturhaus Abraxas und auf dem Rodelhügel tobten sich wiederholt Vandalen aus.

Lesen Sie dazu auch diesen Kommentar: Reesepark: Zerstörungswut lässt sich nicht entschuldigen

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