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Bopfingen

15.08.2018

Auf der Suche nach Akropolis am Ipf

Für den Professor der Universität Tübingen Rüdiger Krause ist der Ipf der „schönste Berg Deutschlands“.
Bild: Martin Bauch

Besucher bekommen Einblick in das Ausgrabungsgelände am Ipf. Für den Wissenschaftler ist es „der schönste Berg Deutschlands“.  

Man sieht ihn schon von Weitem und doch verbirgt er mehr als er preisgibt: Der Ipf. Der imposante Tafelberg und Wahrzeichen der Bopfinger Ipfmesse streckt sich knapp 700 Meter in die Höhe. Zu seinen Füßen liegt die ehemalige Reichsstadt Bopfingen.

Fühlt man dem mächtigen Zeugenberg einmal mit aller Raffinesse der heutigen Technik auf den Zahn, lässt er sich das eine oder andere Bemerkenswerte entlocken. Doch die Ergebnisse der geomagnetischen Messungen oder hochauflösende Bilder aus der Luft können manchmal trügerisch sein. Diese Erfahrung musste der Universitätsprofessor und Ipf-Forscher, Rüdiger Krause von der Eberhard Karls Universität Tübingen schon das eine oder andere Mal machen. „Manchmal führt uns dieser Berg an der Nase herum“, sagt Krause. Der Forscher weiß: Archäologie ist Sisyphus-Arbeit. Und so lässt sich Krause durch nichts beirren und schaut dem Ipf immer wieder mal unter die Flanken. Man weiß jetzt zum Beispiel, dass es rund um den Ipf mindestens zwei Befestigungsanlagen gegeben hat. Eine Erkenntnis aus der geomagnetischen Prospektion. „Die imposanten und mächtigen Befestigungsanlagen auf dem Ipf haben schon lange den Verdacht genährt, dass es sich um eine der Burgen der älteren Eisenzeit handelt, die wir unter dem Begriff „Fürstensitze“ subsumieren. Die kleine Scherbe einer attischen Trinkschale aus der Zeit um 500 v. Chr. wurde bisher als Beleg für südliche Importgüter dahingehend gewertet, auf dem Berg das Machtzentrum einer sozialen Elite zu vermuten, die Kontakte mit dem mediterranen Süden pflegte“, sagt Krause. Dieser Verdacht hat nun seit dem Jahr 2000 durch spektakuläre Entdeckungen im Zuge der Luftbildprospektion und durch neue Ausgrabungen in der Umgebung des Ipfs unerwartete Aktualität erfahren und die Bedeutung seiner Befestigungen sowie des Siedlungsumfeldes schlagartig erweitert. Im Rahmen des Schwerpunktprogramms der Deutschen Forschungsgemeinschaft wurden seit 2004 neue Ausgrabungen auf dem Ipf und in Rechteckhöfen am Fuße des Berges durchgeführt.

Die aktuelle Grabungskampagne am unteren Befestigungswall beschäftigt sich vor allem mit der Frage, wie alt diese Befestigung ist. Auf der Fläche des jetzigen Grabungsgeländes wird eine alte Toranlage vermutet. „Im besten Fall finden wir sogar Holzreste, die es uns erlauben, mit der c14-Methode das genaue Alter der Befestigungsanlage zu datieren“, so hofft Krause.

Schon jetzt offenbart der sogenannte Grabungsschnitt ungewöhnliche Gesteinsformationen im Untergrund. „Leider sind wir nicht so schnell vorangekommen, wie wir es uns erhofft haben. Aber Geduld ist auch wichtig“, so Krause, der in den nächsten Wochen erwartet, um einige interessante und neue Erkenntnisse betreffend des Ipfs reicher zu sein. Dann möchte Krause seine Ergebnisse gerne wieder mit interessierten Besuchern teilen. Bis dahin aber geht die Suche nach der keltischen Akropolis akribisch weiter.

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