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30.07.2007

Augsburg ist wieder eine Textilstadt

Lange hat Augsburg auf sein Textil- und Industriemuseum (tim) gewartet. Nun geht's los. Gestern trafen sich zur Grundsteinlegung viele Politiker, Wirtschaftsvertreter und vor allem viele ehemalige Textiler auf dem Kammgarngelände, um den Grundstein für ein neues Aushängeschild der Region zu legen, wie Kunstminister Thomas Goppel es in seiner Festrede ausdrückte.

21 Millionen Euro kostet das Projekt, das die Stadt Augsburg, der Bezirk Schwaben und der Freistaat gemeinsam schultern. Anfang 2009 soll die Eröffnung sein, darauf freuten sich gestern schon viele. Denn das tim soll ein besonderes Museum mit Aha-Effekt werden. Und ein lebendiges, wie OB Wengert betonte. Textilmaschinen werden wieder zum Laufen gebracht, und Textilproduktion "made in Augsburg" wird vom Faden bis zum Kleidungsstück bei einem Rundgang gezeigt. Eine akustische Kostprobe gab's gestern bereits. Über Lautsprecher klangen Webstuhlgeräusche durch die Gemäuer.

"Dass ich das noch erleben durfte", sagte Johann Hirl, Mitglied des tim-Fördervereins. Jahrelang wurde über das tim geredet, nun geht's los. Der 79-Jährige kam mit seiner Frau Ursula und seiner Enkelin Laura, um beim historischen Moment dabei zu sein. Das siebenjährige Mädchen sah sich die Halle an, in der in weniger als zwei Jahren Textilgeschichte lebendig werden wird. Die beleuchteten Räume mit den Löchern im Boden haben das Mädchen jetzt schon beeindruckt. Lauras Opa sah derweil zu, wie die Ehrengäste in beigefarbene Arbeitskittel stiegen und nacheinander Erinnerungsstücke in die Plombe steckten, die später einbetoniert wurde.

"Seit 22 Jahren arbeitet der Bezirk Schwaben an diesem so wichtigen Kulturprojekt", blickte Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert in seiner Rede zurück. Über vier Millionen Euro hat der Bezirk in das Projekt gesteckt - die mit Abstand größte Investition im kulturellen Bereich. Die habe sich gelohnt.

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"Im Zentrum von tim müssen die Menschen stehen", sagte Museumsleiter Richard Loibl und würdigte wie Goppel besonders das ehrenamtliche Engagement "meiner Textiler". Hätten die ehemaligen Arbeiter damals nicht die Webstühle gekauft und die Musterbücher gerettet, wäre ein tim unmöglich, ein wichtiger Bestandteil Augsburger Textilgeschichte wäre für immer verloren gewesen. Loibl bekam auch Lob zurück. Er habe das Projekt seit 2001 "unermüdlich" vorangetrieben, würdigten Goppel und andere Redner. Loibl wird zur Eröffnung nicht mehr Museumsdirektor sein, weil er ans Haus der Bayerischen Geschichte gewechselt ist. "Arbeiten Sie weiter an diesem zukünftigen Schmuckstück", appellierte Loibl.

"Einblick, Bayern, Seite 5

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