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11.05.2018

Augsburger Künstlerin Gigi Banini ist tot

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2 Bilder
Die Augsburger Malerin Gigi Banini ist am Montag im Alter von 72 Jahren gestorben.
Bild: Silvio Wyszengrad

Für die Künstlerin Gigi Banini war die Malerei Berufung. Vielen Motiven blieb sie bis zu ihrem Tod treu.

Wie malt man Jesus? Diese Frage war wohl eine ihrer größten künstlerischen Herausforderungen. Doch Gigi Banini stellte sich ihr. „Sieben Mal habe ich ihn gezeichnet, bis ich das Gefühl hatte, dass er gut und klug aussieht“, erzählte die Augsburger Künstlerin, als vor einigen Jahren eine von ihr illustrierte Bibel erschien. Eine Begebenheit hatte sie während der mehrmonatigen Arbeit besonders bewegt: die Vertreibung aus dem Paradies. Nun musste die Malerin ihr eigenes „Paradies“ verlassen: Am Montag ist Gigi Banini im Alter von 72 Jahren gestorben.

Ihre Fans liebten sie für die Ausdruckskraft ihrer Werke. Kräftige, leuchtende Farben symbolisierten für Gigi Banini die Freude am Leben und an der Schöpfung. Über 400 Bilder hat sie gemalt, immer wieder tauchen Masken, Katzen, Vögel und dynamische Linien auf. Auch das Auge kam häufig vor – als Mahnung, den Blick für das Wesentliche zu schärfen.

Gigi Banini liebte die Natur, das Zwitschern der Vögel. Den eigenen Garten konnte sie aus gesundheitlichen Gründen seit langer Zeit nicht mehr besuchen. So entstand die Welt in ihrer Fantasie neu – in immer wieder veränderten Nuancen; wie ein Traum, der sich stets neu zusammensetzt und dabei doch mit Bekanntem spielt.

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Reisen um den halben Globus

Das Leben der Malerin war so bunt wie ihre Arbeiten: Sie reiste beruflich um den halben Globus, kam als Maskenbildnerin in Kontakt mit der Welt des Theaters und entschloss sich 1987 doch, sich ganz dem Malen zu widmen. Ihr Augsburger Atelier war auch ihre Wohnung – weil das Malen eben nicht nur Beruf, sondern vor allem Berufung war.

Gigi Baninis Bilder waren in über 70 Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen zu sehen, die Künstlerin wurde auch im Ausland mit Preisen bedacht. 1995 erschien die Erstausgabe ihres großformatigen Kunstkalenders, der auch für 2018 wieder neu aufgelegt wurde. Die Porzellan-Manufaktur Tettau widmete ihr 2011 eine eigene Künstleredition, was Banini stolz machte: In einer Reihe mit Hundertwasser, Klee, Macke und Franz Marc vertreten zu sein, empfand sie als außerordentliche Ehrung.

Überhaupt hat Gigi Banini in 30 Jahren als freischaffende Künstlerin viel Anerkennung erfahren. Ein Höhepunkt war die Auszeichnung mit dem „Conseil Regional Peinture Animaliere“ in Frankreich. „Damals hatte ich gar nicht mit einem Preis gerechnet. Als dann mein Name fiel, habe ich vor Freude geweint“, erzählte sie einmal im Interview. 1998 zeichnete das Kunstforum international Meisterschwanden Baninis Bild „Lustgarten“ aus, 2006 wurde ihr in Italien der „Terziario Donna Confcommercio“ verliehen.

Ihr Name war übrigens kein Künstlername: Gigi nannten sie ihre Freunde schon zur Jugendzeit, ihren Nachnamen Banini nahm sie von ihrem Mann an, einem gebürtigen Italiener. Die Künstlerin war außerdem Mutter eines Sohnes.

Gigi Banini wird am Dienstag, 15. Mai, um 11 Uhr auf dem Augsburger Westfriedhof beigesetzt.

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