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Augsburg

30.03.2015

Augsburgerinnen werden immer später Mutter

Viele Frauen bekommen ihr erstes Kind erst mit über 30. Das hat mit dem gesellschaftlichen Wandel zu tun, birgt jedoch auch Risiken.
Bild: Patrick Pleul (dpa)

Jede zweite Augsburgerin ist bei der Geburt ihres Kindes älter als 30 Jahre. Warum viele den Kinderwunsch hinausschieben.

30,4 Jahre alt waren die Augsburgerinnen im vergangenen Jahr im Schnitt bei der Geburt ihres Kindes. Damit ist das Durchschnittsalter der Mütter in Augsburg seit 2006 um ein Jahr gestiegen, wie das Statistikamt errechnet hat. Die meisten Geburten gibt es in der Altersgruppe der 30- bis 34-jährigen Frauen. „Mehr als jedes zweite Baby in Augsburg hat eine Mutter, die bereits 30 oder älter ist“, sagt Stephan Rauch, Regionalgeschäftsführer der IKK Classic in Augsburg. Die Krankenkasse hat die Zahlen jetzt veröffentlicht. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf die erhöhten Risiken solcher späten Schwangerschaften.

Schwangere jenseits der 40 sind keine Seltenheit

Roman Steierl ist seit 1990 in der Geburtshilfe tätig. Der Chefarzt an der Frauenklinik des Josefinums begleitet seitdem immer häufiger auch ältere Frauen bei der Geburt. In Einzelfällen sind es sogar Mütter, die bereits auf die 50 zugehen. „Sie haben sich meist über künstliche Befruchtung ihr Wunschkind ermöglicht“, erklärt er.

Schwangere jenseits der 40 sind jedoch generell keine Seltenheit mehr. Ihr Anteil hat sich bayernweit in den vergangenen 15 Jahren verdoppelt. Im Freistaat liegt das Durchschnittsalter von Müttern bei der Geburt mittlerweile bei 31,4 Jahren.

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In Augsburg kamen die ältesten Mütter im Jahr 2014 aus dem Stadtteil Bergheim. Das Durchschnittsalter der 26 Gebärenden lag bei 33,5 Jahren. Etwas jünger waren die Mütter aus dem Spickel. Die 21 Frauen, die 2014 entbunden haben, waren im Schnitt 32,9 Jahre alt. Die jüngsten Augsburger Mütter gab es im Stadtteil Links der Wertach (Durchschnittsalter im nördlichen Teil 27,8 Jahre, im südlichen Teil 28,3 Jahre).

Auch Chefarzt Roman Steierl sieht die Risiken, die mit Geburten im höheren Alter verbunden sind: Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck. Auch die Gefahr einer Chromosomenveränderung beim Kind, etwa eines Downsyndroms, steige.

Junge Mütter widersprechen der Gesellschaft

„Natürlich wäre es am besten, Frauen würden in jungen Jahren Kinder bekommen, aber das widerspricht eben unserer Gesellschaft“, so Steierl. Meist seien es berufliche Gründe, die Frauen dazu bewegen, ihren Kinderwunsch zu verschieben, erzählt der Mediziner. „Ich sehe das aber nicht als Problem.“ Schließlich gebe es eine Reihe von Voruntersuchungen und Tests, um die Risiken zu minimieren. Und: „Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nie.“ Auch nicht bei einer jungen Mutter. Als problematischer erachtet Steierl den Versuch vieler Frauen, ihr Familienglück exakt zu timen. „Es gibt aber immer Dinge, die man nicht vorhersehen kann“, sagt er.

Mit mehr als 3000 Babys war das Josefinum im Jahr 2014 die mit Abstand größte Geburtsklinik in der Region.

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