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Ludwig-Feuerbach-Preis

15.10.2012

Das Gute um des Menschen willen

Bund für Geistesfreiheit Augsburg zeichnet Herbert Steffen aus

Am Freitagabend wurde zum vierten Mal der seit 2001 vom Bund für Geistesfreiheit (bfg) Augsburg ausgelobte Ludwig-Feuerbach-Preis verliehen. Der diesjährige Preisträger Herbert Steffen (geboren 1934 in Mastershausen im Hunsrück) ist als Unternehmer, Mäzen und Freidenker bekannt und gründete 2004 die Giordano-Bruno-Stiftung, die sich der Entwicklung einer säkular-humanistischen Ethik verpflichtet hat.

Unter minutenlangem Applaus überreichte Gerhard Rampp, stellvertretender Vorsitzender des bfg Augsburg, die Urkunde und die Medaille, auf der mit den Worten „Tue das Gute um des Menschen willen“ der humanistisch-ethische Wahlspruch Feuerbachs zu lesen ist. Steffen, der die Ehrung mit großem Aplomb entgegennahm, verkörpere dieses Motto in ganz besonderem Maße, so Rampp.

Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung

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Zuvor hatte Laudator Dr. Gerhard Czermak, Beiratsmitglied der Giordano-Bruno-Stiftung, Steffens Standhaftigkeit in seinem „säkular-humanistischen Denken und Handeln“ hervorgehoben. Mit der Giordano-Bruno-Stiftung hätten Steffen und deren Mitgründer Michael Schmidt-Salomon eine „Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung“ geschaffen, die wichtige Beiträge für die Freiheitlichkeit der Gesellschaft zu leisten vermöge. Die Stiftung mit Sitz in Oberwesel (Rheinland-Pfalz) initiiert oder unterstützt Aktionen und Institutionen wie die bundesweite Kampagne gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz oder den Zentralrat der Ex-Muslime.

Da solche Impulse nie als Leistung eines Einzelnen möglich seien, nahm Steffen den Preis in Vertretung aller Beteiligten der Giordano-Bruno-Stiftung an, so wie er bereits 1994 das Bundesverdienstkreuz am Band nur im Namen all seiner Mitarbeiter akzeptiert hatte.

Anders als bisherige Preisträger ist Steffen kein humanistischer Denker. Man könnte ihn jedoch als jemanden bezeichnen, der den säkularen Humanismus praktisch lebt. Der Unternehmer, der als Geschäftsleiter eines deutschlandweit bekannten Möbelherstellers schon 1973 die betriebliche Gewinnbeteiligung für Mitarbeiter einführte, war lange Zeit überzeugter Katholik, bis er durch die Begegnung mit dem Werk des Religionskritikers Karlheinz Deschner „ein umgekehrtes Damaskuserlebnis“ hatte (Steffen). Seitdem hat sich Steffen die „Verbreitung einer säkularen, humanistischen Alternative zu den bestehenden religiösen Weltanschauungen“ zur Aufgabe gemacht.

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