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Augsburg

06.08.2016

Das gefällt den Besuchern beim Stadtmauerfest am besten

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Benjamin und Phillipp beim Münzwerfen unter den Augen von Landsknecht Sebastian Schrader.
Bild: Annette Zoepf

Historische Spiele, mittelalterliches Essen und akrobatische Auftritte: Was den Besuchern auf dem Stadtmauerfest am besten gefällt.

Kleine Ritter kämpfen mit Holzschwertern zu mittelalterlicher Musik und arme Mädchen werden im Schandgalgen den Bürgern zur Abschreckung präsentiert. Auf dem Stadtmauerfest sind die Besucher im Augsburg des Jahres 1516 gelandet. Der Platz rund um das Wertachbrucker Tor ist um 500 Jahre in der Zeit zurück versetzt worden, um Einblicke in die Vergangenheit zu ermöglichen.

Auch Phillipp und sein Bruder Benjamin sind auf Zeitreise gegangen. Sie versuchen sich gerade am Münzwurf. Dort gilt es eine Münze auf ein kleines Boot in einer mit Wasser gefüllten Schubkarre zu werfen. Ihre Mama Cordula Müller-Moll ist begeistert von den Schaustellern auf dem Fest und deren Art, die Historie zu vermitteln.

Für Kinder ist viel geboten. In der Mitte des Festgeländes steht ein großes Holzkarussell, das mit der Muskelkraft der Schausteller angetrieben wird. An zahlreichen Ständen können sich die Kinder schminken lassen, bunte Zöpfe bekommen oder beim Bogen- und Armbrustschießen Ziele anvisieren. Viele Familien besuchen das Fest, aber auch sonst sind Menschen allen Alters vertreten.

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Auch Peter und Roswitha Kölle besuchen gerne das Fest am Wertachbrucker Tor. Sie sind von der Gestaltung und Inszenierung des Geländes beeindruckt. Besonders ansprechend finden sie das Karussell und die detailreich verzierten Buden. Sie sind Stammgäste des Festes und loben das vielfältige Angebot für jedes Alter. Die vielen Sitzgelegenheiten und die Balance zwischen Essen und Aktionen hält das Ehepaar im Vergleich zu den vergangenen Festen ebenfalls für gelungen.

Das Stadtmauerfest am Wertachbrucker Tor
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Impressionen vom Stadtmauerfest 2016 am Wertachbrucker Tor am Samstag
Bild: Mateusz Roik / Annette Zoepf

Der Medicus ist unterwegs

Neben den vielen Besuchern ziehen auch mittelalterliche Gestalten über das Fest. Einer davon ist der Medicus Dr. Jung, begleitet von Prior Johannes Augustanus Faber. Der Arzt ist gänzlich in schwarz gekleidet. Ein damaliges Markenzeichen der Ärzte, da schwarzer Farbstoff sehr teuer war und sehr robust gegenüber Verfärbungen. Auffällig ist auf den ersten Blick seine Gesichtsmaske. Sie sieht aus wie ein weißer, nach unten gekrümmter Schnabel mit zwei kleinen Löchern für die Augen. Auch wenn sie unheimlich aussieht, diente sie damals dazu, sich vor Keimen in der Luft zu schützen und sich als Arzt nicht bei seinen Patienten anzustecken. Dafür legte man Kräuter oder auch ein Kreuz in den hohlen Schnabel der Maske, erklärt sein Gefährte, der Prior aus St. Magdalena. Das ist für Dr. Jung auch wichtig, denn er ist Pestarzt, daher nennt man diese Maske auch Pestmaske.

Neben der Historie, Vorführungen und Aktionen zum Mitmachen ist der größte Aspekt auf dem Fest das Essen. Von überall her dampfen Speisen aus den Pfannen und Töpfen. Barbara Bläßing und Ernst Broksch lassen sich einen Flammkuchen schmecken. Das ist ihre erste Station auf dem Stadtmauerfest. Das Fest – früher hieß es Wertachbrucker Thorfest – haben sie schon häufiger besucht. Aus ihrer Sicht gehört es sich für einen Augsburger, solche Feste zu besuchen. Die historische Atmosphäre sagt ihnen sehr zu, die Preise für Essen und Trinken seien angemessen, das Bier schmecke.

So denkt auch Andreas Holzmann, der zusammen mit seiner Freundin Bettina Seitz in der so genannten Chill-Out-Zone des Festes den Abend ausklingen lässt. In diesem Bereich des Festgeländes wandelt sich die Zeit. Eine Bühne mit Band und Darbietungen aus den 1950er-Jahren laden zum Entspannen in einem der vielen Liegestühle ein. Sie finden es gut, dass sich nicht alles nur um Essen und Trinken dreht. Die neue Konzeption mit den drei Zonen finden sie abwechslungsreich und schön anzuschauen.

Stadtmauerfest2016
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Das Stadtmauerfest am Wertachbrucker Tor hat begonnen
Bild: Annette Zoepf

Security stört nicht

Die Zonen gehen fließend ineinander über, es fühlt sich an, als würde man durch die Epochen spazieren. Immer wieder blitzt aber die Gegenwart in Form von Security Mitarbeitern auf. Sie patrouillieren über das gesamte Festgelände und kontrollieren an allen Eingängen die Besucher. Diese stört das nicht.

Auch Susanne Ostermann und Erika Kießling genießen das Ambiente und begutachten die Waren an einem Schmuckstand. Sie hat auch das schöne Wetter angelockt, bei dem man sich von den akrobatischen Darbietungen verzaubern lassen kann. Besonders sehenswert fanden sie die Turner und Seilakrobatik des TSV Inningen. Auch die Hexe Roxana und ihre Feuershow hat den beiden gefallen. Sie waren ebenfalls schon häufiger wegen diesem Ambiente auf dem historischen Fest. Die neue Ausrichtung der Veranstaltung und das gute Essen ist für sie ein klarer Grund das Fest zu besuchen.

In der letzte Zone – kulturelle Begegnung – findet man zwischen den verschiedenen Spielen viele Kunst- und Schmuckstände, die Stücke aus den verschiedenen Kulturen des Mittelalters anbieten. So kann man auch ein kleines Souvenir aus dem Mittelalter mit nach Hause ins Jahr 2016 nehmen.

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