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26.02.2009

Die Macht des Raumes im Kreuz verkörpert

Hochzoll Eine Verbindung zu Bestehendem will Helmut Ulrich (53) mit seinen Werken herstellen. Schließlich geht es nach Meinung des Hochzollers nicht in erster Linie darum, sich selbst zu verwirklichen. Vielmehr versteht der Künstler seinen Auftrag so, dass sich der Betrachter in seinem Werk wiederfinden soll. Auch das sogenannte Vortragekreuz für den evangelischen Berliner Dom auf der Museumsinsel schlägt deshalb eine Brücke zwischen Kunst und Raum.

Sakraler Kunst widmet sich der Augsburger, der unter anderem in Wien studierte und Meisterschüler an der Münchner Akademie war, heute am liebsten. Denn sie ist, wie er meint, für die "interessantesten Räume" bestimmt. Passend zu den Altarsäulen des Domes findet sich in dem Vortragekreuz deshalb der schwarze Edelstein Onyx wieder. Kombiniert hat ihn der gelernte Kirchenmaler mit Quadern aus Rosenquarz, Bergkristall sowie gelbem Aragonit. Feuervergoldetes Silber verbindet die Mineralien.

Die besondere Herausforderung: Das Kreuz soll eine gewisse kosmische Kraft ausstrahlen, groß, aber dennoch tragbar sein. Besonders stolz ist der akademische Maler und Bildhauer deshalb auf den leichten Stab aus Nussbaum, der über zwei Gewinde zusammengeschraubt werden kann. Verwendet worden sei nur das Innerste des Holzes, und das sei ganz schwarz.

Bei der Herstellung der Arbeit gewährte man Helmut Ulrich eigener Auskunft nach "freie Hand". So habe er sich lange Zeit in die Kirche gesetzt, um die Umgebung auf sich wirken zu lassen. "Das mache ich eigentlich immer so", sagt der Hochzoller, der aber zudem in Workshops und im direkten Kontakt zu seinen Auftraggebern erspürte, was sie sich vorstellten. Auch ein Modell wurde ihnen präsentiert, das ihm selbst zeigte, dass im Atelier viel zu groß wirkte, was in der mächtigen Kirche zu klein gewesen wäre.

Helmut Ulrich arbeitet nach der Devise: "Als Künstler muss man unvoreingenommen sein." Kraft für seine Arbeit schöpft der Vater von vier Kindern aus der Familie. Und bewusst ist er sich, dass jede seiner Arbeiten von den Händen vieler Handwerker lebt.

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