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Kunst

04.05.2017

Die Maler sind da

Großes Format in kleinen Räumen: Günther Baumann (links) und Ulo Florack kuratieren in Zukunft die Ausstellungen in der Ecke Galerie. Mit zwei eigenen Bildern – links stehend das von Bauman, liegend das von Florack – präsentieren sie sich nicht nur als Galeristen, sondern auch als Künstler. Das Bild in der Mitte zeigt eine Arbeit des Malers Szilard Huszank.
Bild: Ulrich Wagner

Heute eröffnen Ulo Florack und Günther Baumann, die neuen Leiter der Ecke Galerie, ihre erste Ausstellung. Als Künstler und Vorstand des Ecke-Vereins sitzen sie zwischen den Stühlen

Von Birgit Müller-Bardorff

Seit Wochen sind die Fenster der Ecke Galerie mit weißem Papier verhängt. Dahinter hat sich einiges getan – und jetzt künden auch bunte Siebdruck-Buchstaben davon: „Die Maler kommen“ steht auf einem Blatt an der Eingangstüre. Gewiss ist diese Ankündigung nicht ungewöhnlich für eine Galerie, doch im Falle der Ecke signalisiert dieses Schild zweierlei: den Neubeginn unter neuer Leitung ebenso wie eine neue Ausstellung.

Nach dem Abschied von Anette Urban und Wolfgang Reichert zum Ende des vergangenen Jahres kuratieren nun ehrenamtlich zwei Mitglieder des Vorstandes der Künstlervereinigung Die Ecke die Ausstellungen in der Galerie am Elias-Holl-Platz: Ulo Florack, zweiter Vorsitzender des Vereins, und Günther Baumann, Beirat des Vorstandes. Zur Seite steht ihnen für organisatorische Aufgaben Gabriele David, die mit einem Teilzeitvertrag beim Ecke-Verein angestellt ist.

Nicht unter der Fuchtel des Vorstands

Die neuen Galeristen sind selbst Künstler – Florack Maler und Goldschmied, Baumann Maler. Dass sie damit zwischen den Stühlen sitzen, ist Florack und Baumann bewusst. „Aber wir stehen nicht unter der Fuchtel des Vorstandes und können völlig selbstständig kuratieren“, versichern sie. Vielmehr sehen sie es als Vorteil, dass sie durch den Hintergrund der Künstlervereinigung unabhängig von kommerziellen Überlegungen sind und dem „heiß gelaufenen Kunstmarkt“, wie Günther Baumann es nennt, etwas entgegensetzen können. Die Galerie wird wie bisher subventioniert durch die Künstlervereinigung, d.h. die Räume des Hauses am Elias-Holl-Platz werden zur Verfügung gestellt. Durch die ehrenamtliche Tätigkeit Floracks und Baumanns gehen die Erlöse aus den Verkäufen der Bilder nun aber zu hundert Prozent an die Künstlervereinigung. „Für uns bedeutet das, dass wir uns nicht überlegen müssen, wie viel Geld wir verdienen müssen, wir können mehr spielen und experimentieren“, erläutert Günter Baumann. Auf Kunst, die in der Galerienlandschaft nicht oft zu sehen ist, wollen Florack und Baumann nun ihren Schwerpunkt legen.

Das große Format

Einem Statement kommt so die erste Ausstellung gleich, die den Titel „Das große Format“ trägt. Große Bilder von neun Malern werden darin zu sehen sein. Auf der einen Seite wolle man damit einen Faden aufnehmen, den die vorherigen Galeristen mit ihrer letzten Schau „Das kleine Format“ zurückgelassen hatten. Gleichzeitig sei es aber auch eine bewusste Abgrenzung, sagt Günther Baumann, denn großformatige Malerei sei in den vergangenen Jahren in der Galerie kaum zu sehen gewesen. Das mag den kleinen niedrigen Räumen der Galerie geschuldet sein, mutmaßt Baumann, aber auch der Tatsache, dass die großen Bilder schwerer verkäuflich seien. Mit ihrer ersten Ausstellung wollen die beiden Neugaleristen nun testen, ob dies wirklich so ist. Denn großformatige Malerei habe ihren eigenen Reiz und sei nun mal eine ganz andere Herausforderung als kleine Kunstwerke, für die Künstler selbst wie auch für die Betrachter. Vorstellen werden sich Ulo Florack und Günther Bauman mit dieser Ausstellung übrigens nicht nur als Galeristen, sie sind darin auch als Künstler vertreten. Zugegebenermaßen sei das „ein wenig frech“, sagt Ulo Florack. „Aber für den Anfang ist es legitim“, findet er.

Kunstgespräche und mehr

Spezielle Ausstellungen für die Mitglieder der Künstlervereinigung wird es natürlich auch unter der Ägide von Florack und Baumann weiterhin geben. Schon in der nächsten Schau im Sommer werden sich neue Mitglieder in den Räumen der Galerie vorstellen. Auch zusätzliche Kulturveranstaltungen wollen Florack und Baumann anbieten. Kunstgespräche möchten sie initiieren, ein Artist in Residence soll an den Elias-Holl-Platz geholt werden und das Archiv der Künstlervereinigung soll zum 110-jährigen Jubiläum im Juli öffentlichkeitswirksam in einem Raum präsentiert werden.

Dass die Galeristentätigkeit für Florack und Baumann zur Lebensaufgabe wird, glauben beide aber nicht. „Wir wollen einen Anstoß geben, den Verein neu zu beleben“, sagt Ulo Florack. Menschen für die Kunst zu interessieren und zu begeistern, sei ihr Anliegen, das habe schließlich vor 110 Jahren zur Gründung der Künstlervereinigung Die Ecke geführt.

Vernissage für die Ausstellung „Das große Format“ ist am heutigen Donnerstag um 19.30 Uhr. Bis 3. Juni sind die Bilder von Peter Lochmüller, Szilard Huszank, Helmut Geier, Georg Kleber, Anja Güthoff, Felix Weinold, Daniela Kulot, Günther Baumann und Ulo Florack Mittwoch bis Freitag von 14 bis 18 Uhr und Samstag von 13 bis 16 Uhr zu sehen.

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