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Augsburg

13.04.2016

Die Riesengrube für den Tram-Tunnel am Bahnhof

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7 Bilder
Blick vom Hotelturm auf die Baustelle mit zwei Kränen: Mit einigen provisorischen Brücken wird der Bahn-Güterverkehr über die Grube aufrechterhalten.
Bild: Silvio Wyszengrad

Von der größten Baustelle der Stadt ist wenig zu sehen. Doch wer einen Blick auf die Arbeiten für den Bahnhofstunnel werfen kann, sieht ein gewaltiges Projekt.

Es ist Augsburgs aufwendigste und teuerste Baustelle, nur bekommen die Bürger davon wenig mit. Der Bau des Bahnhofstunnels auf der westlichen Seite beim Thelottviertel findet faktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil er im Bereich des abgesperrten Güterbahnhofs läuft. Hinter den Absperrungen tut sich viel.

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Die Stadtwerke betonieren, nachdem sie im vergangenen Jahr das Erdreich ausgehoben haben, heuer Boden, Wände und Decken für den Tunnel, der zehn Meter unter der Oberfläche verlaufen wird. Anschließend wird die Grube darüber wieder zugeschüttet, sodass die Bahn im Herbst die provisorischen Brücken abbauen kann, über die einige Gütergleise momentan laufen.

135 Meter Tunnelstrecke und die 155 Meter lange unterirdische Straßenbahnwendeschleife sind in diesem Jahr zu schaffen. Bis Ende des Jahres sollen in diesem Bereich 10000 Kubikmeter Beton und 2600 Tonnen Stahl verbaut werden.

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Enger Zeitplan

Der Zeitplan ist eng, der Bau kompliziert. Weil unter den provisorischen Bahnbrücken aufgrund der geringen Höhe nicht betoniert werden kann, wird die Baufirma die tonnenschweren Betonmodule außerhalb gießen und sie dann auf Gleitschienen unter die Bahngleise drücken. Diese Aktion ist für Ende Juni geplant. Und dann ist da noch das Grundwasser, das Oberbauleiter Thomas Weinl beschäftigt. Momentan beginnt es keinen Meter unter den Füßen der Bauarbeiter in der Grube, doch man wird in den kommenden Jahren, wenn es unter den Personenbahnhof geht, tiefer graben müssen. Der Tunnel wird als wasserdichte Betonwanne gebaut, aber während der Arbeiten muss Wasser abgepumpt werden. 30 bis 40 Arbeiter werden – je nach Baufortschritt – in diesem Jahr auf der westlichen Baustelle zugange sein.

Arbeit von zwei Seiten

Um den Zeitplan einhalten zu können, wird der Bahnhofstunnel von zwei Seiten in Angriff genommen. Auch im Osten unter dem Bahnhofsvorplatz laufen die Arbeiten. Eine Grube wird heuer bis direkt ans Bahnhofsgebäude ausgehoben. Um das Gebäude statisch zu sichern, müssen Bohrpfähle aus Beton in die Erde getrieben werden. Aus diesem Grund ist das Vordach des denkmalgeschützten Bahnhofs in diesem Bereich abgebaut worden.

In den kommenden Jahren werden das Bahnhofsgebäude und die Personenbahnsteige und -gleise untertunnelt. 2022 geht die Tramhaltestelle unter den Bahnsteigen in Betrieb. Gleichzeitig wird der Bahnhof mit Rolltreppen und Aufzügen ausgestattet. Zudem wird der vergrößerte Fußgängertunnel bis ins Thelottviertel durchgestochen.

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