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Kolumne „Mein Augsburg“

14.06.2018

Ein erfolgreicher Einkaufsbummel

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3 Bilder
90 Höfen nahmen beim Hinterhof-Flohmarkt im Bismarckviertel teil: 90 Chancen für einen tollen Fund.
Bild: Miriam Zißler

Auf dem Hinterhof-Flohmarkt gibt es Skurriles und Raritäten. Jäger und Sammler sind dort und finden Erstaunliches.

Ein erfolgreicher Einkaufsbummel war mein Spaziergang über den Hinterhof-Flohmarkt im Bismarckviertel nicht. Gekauft habe ich nichts, so viel sei schon einmal verraten. Dabei hatte ich mein Bestes gegeben, etwas zu finden. Und nicht nur ich. Auch die Händler gingen oft vollkommen aus sich heraus.

Der erste Hof in der Neidhartstraße, das erste bekannte Gesicht hinter der Biertischgarnitur, auf der sich Skurrilitäten stapeln: Liebes-Lotuskerzen werden mir angepriesen. Nur 50 Cent. „Miriam, die musst du haben. Sie haben nicht nur eine besondere Form, sondern sind eine echte Rarität und werden nicht mehr produziert“, sagt die emsige Verkäuferin. Das kann an deren Scheußlichkeit liegen, mutmaße ich und lasse diese Rarität höflich zurück.

„Schau bloß nicht auf den Titel!“

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Ein Buch wäre schön, denke ich mir und wühle mich durch verschiedene Stapel in verschiedenen Höfen in verschiedenen Straßen, denn Bücher kann man immer brauchen. „Schau bloß nicht auf die Titel!“, werde ich von einer anderen bekannten Verkäuferin gemahnt. Neben Werken von Charlotte Link stehen Abenteuer von Bridget Jones zur Auswahl. Die hohe Literatur stehe zu Hause im Buchregal, versichert sie. Auch bei ihr werde ich nicht fündig – doch 90 Höfe warten auf mich. Ich lasse mich mit den zahllosen Jägern und Sammlern treiben, vorbei an Ballons, die die teilnehmenden Hausgemeinschaften markieren, vorbei an Kinderspielzeug, Vasen in jeglicher Form und Farbe.

20 übrig gebliebene Autoschleifen

Manchmal ist der Hinterhof die Entdeckung, der mir sonst verschlossen bleibt, manchmal ist es die Ware. In einem Hof warten 20 übrig gebliebene Autoschleifen einer Hochzeit auf einen neuen Besitzer. „Die habe ich für meine Hochzeit selber gemacht. Sie einfach wegzuwerfen, finde ich zu schade“, erzählt die Anwohnerin. Doch auch an Schleifen habe ich keinen Bedarf. Drei Kollegen sind da findiger: Einer kauft zehn alte Bravo-Hefte aus den 90ern zum Preis von einem Euro, einer bezahlt drei Euro für einen singenden und sich bewegenden Stofffisch, ein anderer kauft eine marmorne Vogeltränke. Die Namen der Kollegen werden nicht verraten – ihre diebische Freude über die Fundstücke ist ihnen deutlich anzusehen. Ich bin neidisch und gebe nochmals alles.

Acht Bände Stephen King?

Einen überdimensionalen Werbeständer des Films „Conan der Barbar“ lasse ich links liegen und steuere wieder einmal einen Haufen Bücher an. Ein junges Pärchen hat sie thematisch sortiert und mit gelben Post-it-Zetteln versehen. „Überraschung“ klebt auf einem kleinen Stapel, in dem sich wenig Überraschendes verbirgt. Daneben die acht Bände der Fantasy-Saga „Der Turm“ von Stephen King, die mich schon lange bitzeln. Nur: Wann soll ich die lesen?

Was bleibt, ist ein nettes Gespräch mit dem Pärchen, wie so viele andere nette Begegnungen an diesem Tag. Die Hofflohmärkte sind eine Bereicherung für Augsburg. Gekauft habe ich nichts, aber dort mit die lustigsten Stunden der vergangenen Zeit verbracht. Ein voller Erfolg also.

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