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Stadtentwicklung

26.09.2019

Ein trister Ort wird bunt

Leben auf den Platz vor St. Michael kam durch die zweite Michaeli-Dult der Bürgeraktion Schlössle Pfersee.
Bild: Annette Zoepf

Zum zweiten Mal wurde der Platz vor St. Michael durch eine Michaeli-Dult aufgewertet

Bücher - neu oder schon gelesen - Handtaschen, Popcorn, Kaffee und Kuchen, Beratung, Hilfe bei der Reparatur von Geräten sowie viel Information über den Stadtteil: Das Angebot bei der Pferseer Michaeli-Dult auf dem Platz vor der Michaelskirche war bunt und verlockend. Zum zweiten Mal hat die Bürgeraktion Schlössle (BAP) Platz für Stände geschaffen und dafür die geparkten Autos verbannt. Das ist im Interesse der Gemeinschaft, die sich seit Jahren vehement für eine Umgestaltung des tristen Platzes einsetzt.

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Für Tanja Munding-Friedrich und ihre Mitarbeiter war die Dult zwar nicht der richtige Ort, um ihre Zielgruppe zu erreichen. Schließlich vertrat sie mit ihrem Kuchen- und Kaffee-Stand das Jugendhaus Linie 3. Vormittags seien zwar einige Jugendliche da gewesen, doch sie träfen sich nachmittags lieber in dem Jugendzentrum. Aber es gehe darum, Präsenz im Stadtteil zu zeigen. Für den Stand hätten sich einige Jugendliche am Kuchenbacken beteiligt. Außerdem: „Nach dem Umbau wird der Platz ein Treffpunkt auch für die Jugendlichen werden“, ist sie sich sicher.

Auf einem Tisch baute Martin Fechtelhoff ein schuhkartongroßes weißes Gerät zusammen: einen CD-Player, der keinen Ton mehr von sich gab. Reparieren konnte ihn der „Alleskönner“ vom Reparatur-Café im Moment nicht. Denn es fehlte ein passendes Ersatzteil. Das will sein „Kunde“ Andi Neumann jetzt für ein paar Euro bestellen - und beim nächsten Treff in den Räumen der Arche-Kirche den gerade mal vier Jahre alten Player vor dem Müll retten lassen.

Ein trister Ort wird bunt

An jedem dritten Samstag im Monat bieten vormittags rund acht Freiwillige den Besuchern ihre Dienste an. „Vom Fahrrad über Elektro- und Elektronikgeräte bis zu Kleidung geben unsere Reparateure Anleitung und praktische Hilfe zum Selbst-Reparieren“, erläuterte der Gründer und Leiter der Initiative, Bernd Sailer. Treffpunkt ist das Arche-Zentrum in der Siegfried-Aufhäuser-Straße im Sheridan-Park.

Am „BAP’s“-Stand bot eine Frauenriege selbst gemachte Sachen an, von Einkaufs- und Schminktaschen bis zu Söckchen. Der Geschmack vieler vor allem weiblicher Besucher schien getroffen, denn der Stand war gut besucht.

Eine ganze Transporterladung voller Bananenkisten hatten Claudia Zerbe und ihre Helfer vom Mehr-Generationen-Treffpunkt Pfersee mitgebracht. Darin: Bücher über Bücher vom prachtvollen Bildband über Koch- und Kinderbücher bis hin zu teils sehr anspruchsvoller Literatur. Gesammelt hat sie Carl E. Rice, der jahrelang als Literaturerzähler gearbeitet hat.

„Ich konnte mir nicht immer neue Bücher leisten und habe daher viele Konvolute gekauft“, erklärte er, wie er zu einer Sammlung von ungefähr 10 000 Büchern gekommen ist. Um später einmal seine Erben beim Räumen der Schränke zu entlasten, will er sie jetzt loswerden - zum Beispiel bei der Dult in Pfersee.

„Manchmal tut es schon weh, ein gutes Buch wegzugeben, zum Beispiel einen Puschkin oder Canetti“, gestand er ein. Aber durch den Verkauf kämen sie wenigstens in gute Hände statt in die grüne Tonne.

Stand in den vergangenen Jahren die geplante Gestaltung des neuen Stadtteilplatzes im Mittelpunkt des Infostandes der BAP, hing diesmal nur der Plan des Ausschreibungssiegers aus. Stattdessen wurde ausführlich über die neue Bebauung des Spicherer-Schulgeländes informiert.

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