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Augsburg-Stadt

11.05.2013

Eine Villa spiegelt die Pracht der Gründerzeit

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Feierlich-zeremoniell empfängt die Besucher die prächtige Eingangshalle mit schwarzen Marmorsäulen, dekorativer Deckenbemalung, griechischen Schmuckelementen und fein gelegtem Terrazzomosaikboden.

Sie lag im Dornröschenschlaf - doch jetzt erstrahlt die Villa Haag im neuen Glanz. Am Samstag ist sie zu sehen.

Zuletzt lag sie in einem Dornröschenschlaf. Kein Leben regte sich mehr in der herrschaftlichen Villa an der Johannes-Haag-Straße. Zurückgesetzt unter Parkbäumen führte sie ein Schattendasein. Das soll sich nun wieder ändern. Die Stadtwerke haben die ehemalige Direktorenvilla im Stil der Neo-Renaissance ordentlich herausgeputzt. Der frisch restaurierte Palazzo mit noblem toskanischem Flair ist eine der Attraktionen beim Thementag Energie der Stadtwerke am heutigen Samstag.

„Es ist eine süße Last, die wir haben“, räumt Stadtwerke-Geschäftsführer Claus Gebhardt mit gewisser Ironie ein. Zwei Millionen Euro investierten die Stadtwerke in die Sanierung. Nun verfügen sie über ein Kleinod der Augsburger Industriegeschichte. Ja, kurzzeitig habe er wohl überlegt, ob die Geschäftsführung in die schmucken Räume mit Parkettböden, edler Farbfassung in Sienaocker und Ziegelrot, Stuck und Zierrat an den Decken einziehen sollte. „Aber wir wollen uns nicht derart abheben von unseren Mitarbeitern“, wischt Gebhardt den verlockenden Gedanken beiseite.

Für Konferenzen, Schulungen und gewerbliche Mieter

Konferenzen, Tagungen, Veranstaltungen und Schulungen sollen in den repräsentativen Räumen künftig stattfinden. Gebhardt wird sie auch der Stadt und interessierten Firmen anbieten. Die Stadtwerke haben sie schon mal mit neuester Kommunikationstechnik ausgerüstet. „Hinter jedem Datenanschluss stecken superschnelle Glasfaserleitungen“, verrät Architekt Wolfgang Juhl, der die Sanierung leitete.

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Mit größtmöglicher Pracht empfängt die Haag-Villa aus der Gründerzeit ihre Besucher. Die Eingangshalle gibt sich zeremoniell-feierlich mit Säulen und Lisenen von schwarzem (Stuck-)Marmor, mit fein gelegtem Terrazzomosaikboden, mit griechisch anmutenden Schmuckelementen und dekorativer Deckenbemalung. Filigran und verspielt wendelt sich eine elegante Gusseisentreppe ins Obergeschoss, das privat war und jetzt gewerblich vermietet werden soll. Die Gäste plauderten im weitläufigen Saal und in den angrenzenden, nicht minder repräsentativ ausgestatteten Zimmern zu beiden Seiten. Villa Haag erstrahlt in neuem Glanz

1877 ließ der Fabrikant Johannes Haag auf dem Gelände seiner damaligen Maschinen- und Röhrenfabrik den zweigeschossigen Palazzo errichten. Die Fassade des T-förmigen Ziegelbaus ist mit rotem und gelbem fränkischem Sandstein verblendet – ein untypischer Baustil in der Stadt Augsburg. Der erste Architekt ist nicht bekannt. Jean Keller, der Schöpfer des Gögginger Kurhauses, plante um 1890 den An- und Ausbau der Villa. Auch ihr edles Farbkonzept stammt von ihm.

Die Haag’sche Röhrenfabrik ging gemeinsam mit der Direktorenvilla in den 30er Jahren in den Besitz der Stadt Augsburg über. Später wurde sie Eigentum der Stadtwerke Augsburg. Die Haag-Villa wurde bis 2007 als Wohngebäude vermietet, im Keller residierte die „Schlaraffia“-Vereinigung. 2009 wurden große Teile der historischen Ausstattung nach einem Rohrbruch durch das Wasser beschädigt. Villa Haag erstrahlt in neuem Glanz

Wer das Kleinod in seiner einzigartigen Architektur besichtigen will, hat dazu am heutigen Samstag beim Thementag Energie der Stadtwerke Gelegenheit. Von 11 bis 17 Uhr gibt es regelmäßig Führungen durch die Villa, Anmeldung gegenüber im Infozelt, Johannes Haag-Straße 7a.

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