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Porträt

05.02.2015

Er holt 120 Gospelsänger auf die Bühne

Am kommenden Samstag hat „Glorify God – Modern Mass for Choir“ von Tobias Reinsch Premiere.
Bild: Cynthia Matuszewski

Der studierte Musiker Tobias Reinsch spielt Orgel in der Dorfkirche genauso wie Klavier im Knast. Jetzt hat er eine moderne Messe geschrieben. Mit dabei: Sein Jazz-Trio

Das Arbeitszimmer von Tobias Reinsch im Silbermannpark ist nur zehn Quadratmeter groß. Hier stehen zwei schwarze E-Pianos, ein klassisches Familienklavier in hellem Holz und eine Orgel mit Vollpedal einträchtig nebeneinander. Die Instrumente spiegeln die Vielfalt des Jazzpianisten wider. Und offenbaren sofort seine Leidenschaft für Musik – denn er kann seine Finger nicht von den Tasten fernhalten, will nur mal kurz den „fetten Sound der Siebziger“ am Fender-Rhodes-E-Piano präsentieren oder mit der Orgel das Zimmer mit Sakralmusik füllen. Die Vielseitigkeit des Musikers und Komponisten zeigt sich auch bei seinem neuesten Projekt: An den kommenden Wochenenden wird in vier Kirchen seine vierstimmige moderne Messe „Glorify God – Modern Mass for Choir“ mit einem 120-köpfigen Gospelchor uraufgeführt. Begleitet wird der Chor vom Jazz-Trio Zahg.

Wie kommt ein Jazzer zur Kirchenmusik? Wenn es um Musik geht, vibriert Tobias Reinsch vor Energie. Mit 14 stand für ihn fest: Er wird Musiker. „Ich hatte nie einen Plan B“, sagt er. Für die Musik ist er früher aufgestanden und hat vor der Schule auf dem Klavier geübt. Reinsch hat dann in Weimar und Würzburg Jazzklavier studiert, er begann während des Studiums zu komponieren und sein Jazz-Trio Zahg mit Stefan Berger (Bass) und Matthias Fischer (Schlagzeug) gehört in Augsburg zur jungen Jazzszene. Reinsch’ Verbindung zum Jazz ist klar.

Aber wenn es um Musik geht, will er sich nicht einschränken. Am Jazz liebt der 30-Jährige das Improvisieren, an den Messen die vorgegebenen Strukturen.

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Zurück in Augsburg lernte er das Orgelspielen bei Peter Bader, dem Kirchenmusiker der Basilika St. Ulrich und Afra. Und bestand die Aufnahmeprüfung des Leopold-Mozart-Zentrums der Universität Augsburg, wo er klassisches Klavier studiert.

„Ansonsten lebe ich ein ganz normales Musikerleben“, sagt er, gibt zum Beispiel Klavierunterricht. Außerdem covert er mit seiner zweiten Band „Silvertown“ Unterhaltungsmusik, improvisiert im Jugendknast am Piano, groovt mit gehandicapten Kindern und spielt jedes Wochenende die Orgel im 500-Seelen-Ort Mittelstetten. Für diesen Chor hat er auch schon eine lateinische Messe komponiert.

Reinsch kam vor vier Jahren zu dem Bobinger Gospelprojektchor, der sich einmal im Jahr für sechs intensive Probenwochen trifft und anschließend ökumenischen Gottesdienst feiert. Zusammen mit Chorleiterin Sigrid Pröbstl entwickelte er die Idee, eine moderne Messe mit Elementen der Gospel- und Popmusik, aber auch klassischen Anteilen, zu komponieren. Er hat die Messe dem Chor und der Chorleiterin gewidmet. Für den gläubigen Christen ist eines besonders wichtig: „Bei aller modernen und populären Wirkung: ,Glorify God‘ ist Musik für einen Gottesdienst.“

Und was kommt als Nächstes? Erst einmal wieder Jazz. Im März erscheint das neue Zahg-Album „Oscar Lima Fango“.

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