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Augsburg-Stadt

11.10.2015

Es brodelt rund ums Schwabencenter

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2 Bilder
Sie Sanierung des Schwaben-Centers ist nicht unumstritten.
Bild: Angelika Lonnemann

Das Schwabencenter soll modernisiert und umgebaut werden. Als die Pläne vorgestellt werden, gibt es Ärger um die Parksituation.

Im Untergeschoss parken, im Erdgeschoss mehr Fläche für größere Läden, die lange Einkaufsmeile verkürzen – das sind die wichtigsten Ziele für das umgestaltete Schwaben-Center, das – wenn alles planungsgemäß verläuft – Ende 2018 attraktiver, bequemer und zeitgemäßer sein soll.

Pläne vorgestellt

Rund 200 Anwohner, Ladenbesitzer und Eigentümer von Wohnungen waren zur Vorstellung der Revitalisierungspläne des Schwaben-Centers in den Gemeindesaal von Don Bosco gekommen. Florian Nanz, Geschäftsführer der Nanz-Stiftung, und Projektentwickler Uwe Wegner von der Berliner Landholding Development AG stellten den aktuellen Planungsstand zur Modernisierung des Schwaben-Centers vor. Dabei präsentierte Wegner Pläne, wie er sie auch schon dem Stadtplanungsamt vorgestellt hatte.

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Kostenlose Parkzeit wird verlängert

Doch während der anschließenden Fragerunde machten viele Anwesende erst einmal ihrem Ärger über die aktuelle Parksituation Luft. Ärzte und Ladenbesitzer beklagten die scharfen Methoden der Parküberwachung, bei der Kunden oder Patienten mit 20 Euro zur Kasse gebeten wurden, wenn sie die kostenlose Parkzeit von zwei Stunden überschritten. Das Management des Centers reagierte prompt und verkündete noch während der Versammlung, die kostenlose Parkzeit auf drei Stunden zu verlängern.

Florian Nanz erläuterte, dass im Moment keine Baumaßnahmen geplant seien, um eine Umfahrung des Centers zu ermöglichen. „Wir wollen es richtig machen und diese Mängel im Rahmen der Revitalisierung beheben – also nicht sofort“, so Nanz. Dann bat er darum, das Thema der aktuellen Parksituation auf den Eigentümerversammlungen zu besprechen.

Die Form des Gebäudes ist ein Problem

Ein Wohn-, Park- und Einkaufskonzept der 70er-Jahre trifft auf die Moderne – das birgt viele strukturelle Probleme, die nicht durch kleine optische Renovierungen gelöst werden können. Die Form des Schwaben-Centers sei Teil des Problems, erläuterte der Projektentwickler Wegner. Die lang gezogene Shopping-Mall, die geringe Tiefe der Flächen – da hätten mögliche Mieter, wie etwa Elektronikmärkte, bisher abgewunken. Seit 2009 steht das Untergeschoss nun leer, sämtliche Interessenten hatten es jedoch abgelehnt, mit ihrem Geschäft in den Keller zu ziehen.

Parkhaus soll abgerissen werden

Deshalb sollen unten jetzt geräumige helle Parkplätze entstehen, das bisherige Parkhaus abgerissen und an gleicher Stelle im Erdgeschoss auf 2000 Quadratmetern neue Ladenflächen entstehen. Das neue Parkgeschoss soll von beiden Seiten des Centers mit einer Einfahrt erreichbar sein. Während der Bauphase sollen alle Geschäfte weitergehen und die Läden auf leer stehende Flächen ausweichen – eine Herausforderung für alle Beteiligten.

Ist eien Belebung möglich?

Nicht alle Fragen rund um die Modernisierung konnten beantwortet werden. So wollte etwa Berto Bühl vom Gyros-Imbiss wissen, ob er während der Bauzeit eine verminderte Miete zahlen könne – als Ausgleich für die verringerten Einnahmen. Bei einigen Anwohnern war Skepsis herauszuhören: „Im Moment ist das Schwaben-Center ja tagsüber tot: da gibt die Verlassenheit der Einsamkeit die Hand“, sagte eine Dame, die bezweifelte, ob das Schwaben-Center je wieder eine florierende Einkaufsmeile haben werde – auch mit Blick auf die Erfahrungen in der Augusta- und Viktoriapassage. Andere Fragen bezogen sich auf den Lärm, den die Bauarbeiten verursachen würden und auf die zukünftige Attraktivität des Schwaben-Centers für die Anwohner. „Wir brauchen mehr Stellplätze“, war die einhellige Meinung. Bezüglich der Kosten versicherte Wegner, dass Vermieter und Eigentümer nicht zur Kasse gebeten würden.

In Planung einbeziehen

Nanz und Wegner gelang es schließlich, Vertrauen herzustellen. „Sie haben hier 20000 Quadratmeter Verkaufsfläche und mit der CEV, einer Tochter der Edeka-Gruppe, ein professionelles Management mit viel Erfahrung“, beruhigte Wegner die Zuhörer. Alle Betroffenen sollen in verschiedenen Anhörungen mit in die Planungen einbezogen werden. „Ich finde das Schwaben-Center hat Charme – und ich gehe lieber hier einkaufen, als in der Annastraße mit den Handyläden und den teuren Geschäften“, sagte eine Anwohnerin. Und bezogen auf die geplanten Veränderungen meinte sie: „Ich habe ein gutes Gefühl, das wird alles gut gehen.“

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